Sonntag, 29. Juni 2014
dead week-end
die anstrengung der vergangenen woche und der frust über einige freie projekte sitzen tief. 600 euro fehlen. ich frage mich, ob irgendwo in meinen abg ein satz steht wie "verarsch mich bitte". ich lasse mich sogar rechtsberaten, allerdings stünden meine chancen mangels rechtschutzversicherung schlecht, heißt es.

am wochenende schlafe ich einmal 13 und dann noch einmal 10 stunden. an ausgehen ist nicht zu denken, denn die tränen wollen gerne alle geweint werden, laut und in voller theatralik. dazwischen überfrauen mich immer wieder wellen der erschöpfung. ich dosiere meine antidepressiva hoch und warte ungeduldig auf erleichterung. eigentlich müsste ich durcharbeiten, der druck ist hoch, aber mein körper weigert sich. ich gebe mir also bis montagmorgen zeit. kein stress, sage ich mir, der sonntag steht dir zu. trotzdem kommen magenschmerzen und immer neue migräne-attacken.

samstag um 22 uhr im bett liegen fühlt sich komisch an, aber ich bin dann doch gleich weg, nur um halb drei wieder hochzuschrecken, weil man plötzlich hellwach ist, das herz wie verrückt rast und der rücken in regelrechten spasmen die muskeln verkrampft. juhu! zeit für eine mittlere dosis benzodiazepine. noch mal bei facebook reinschauen, die katzen streicheln, eine cola rum auf die benzos kippen und dann wieder ab ins bett.

sonntagmorgen um neun klingelt das telefon. ein kunde ist dran und kackt mich an, weil ihm das projekt zu langsam voranschreitet. ich weise ihn auf seit zwei wochen ausstehenden input seinerseits hin, trotzdem ist er so pissig und unverschämt, dass ich schon gleich wieder ins telefon heulen könnte. nein, ich weigere mich, für einen taschengeld-popeljob meinen sonntag zu opfern.

seit elf sitze ich dann doch da, käffchen und zippe und überlege anstrengt, was die optionen des tages sind. bis noch vor wenigen wochen konnte ich sonntags wenigstens wetten mit mir selbst abschließen, ob das objekt anrufen würde. auf seine geilheit und gespielinnen-gelangweiltheit war ja immer hübsch verlass. jetzt ist darauf verlass, dass es mich nach möglichkeit ignoriert, und vermutlich sollte ich dankbar dafür sein. ein vorteil der depression ist ja auch, dass die libido schrumpft und die vorstellung der eigenen nacktheit brechreiz auslöst.

ich verfalle kurzzeitig dem gedanken, die lederjacke anzurufen, oder vielleicht auch k., denn verdammt, für ein wenig gesellschaft und eine umarmung würde ich mich sogar ficken lassen, aber dann gewinnt die vernunft die oberhand und sagt, die haben sich seit über einem halben jahr nicht mehr bei dir gemeldet, also tust du es bitte auch nicht, das wäre entwürdigend, und überhaupt, du sollst dich nicht auch im privatbereich so dermaßen unter wert verkaufen. das alter ego will daraufhin gerne eine wert-und-unwert-diskussion beginnen, aber der körper schickt die nächste wolke an müdigkeit.

vielleicht also einfach noch mal ins bett gehen. und den sonntag sonntag sein lassen.

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Samstag, 28. Juni 2014
hart und geil


dazu passend einige aktuelle referrer:

"muskulöser türke fickt mich zum orgasmus"
"nächtliche unterleibskontraktionen in ss"

was wohl ss ist?

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Freitag, 27. Juni 2014
work & travel
zwei tage messe, ein tag preisverleihung. mehrmals quer durch die stadt getourt, eine stunde im fucking bus im fucking elbtunnel verbracht. müde, müde, müde, füße kaputt, migräne und rückenschmerzen.

bei der preisverleihung hätte ich in sachen kleiderwahl übrigens mit garantie den award für das gewagteste outfit abgestaubt. in ermangelung angemessener abendgarderobe hatte ich mich am morgen hektisch für ein gepunktetes rockabilly-cocktailkleid entschieden und dem ganzen mit einem gothic-samtjäckchen versucht, ein wenig mehr eleganz einzuhauchen. interessanterweise gab es dann zahlreiche komplimente, ich sähe "süß" aus, wo ich doch das wort süß sonst eigentlich weniger mit mir verbinde. in illustrer runde hat sich allerdings die 20-euro-ebay-qualität des kleides gezeigt - rasch ausleiherndes ärmelloses oberteil - und für einen busen- beziehungsweise bh-blitzer gesorgt. die anzugtragenden wichtigwichser trugen es aber allesamt mit fassung.

finkenwerder entdeckt und für schön befunden. was leute hingegen an ottensen finden, ist mir schleierhaft. eng, dreckig, laut und shabby. aber man muss ja dort wohnen, wenn man hip sein will, also so alternativ biofressen-hip, nicht so schnicksenschick wie die eppendorfer oder die harvestehuder.

however, schön, wieder zuhause zu sein. die super-puschis freuen sich nen keks und können gar nicht mehr aufhören, sich laut mauzend auf meine füße zu werfen. ein woche hab ich sie noch, die beiden sweeties. dann heißt es bye-bye.

könnte das jahr der abschiede werden.

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Mittwoch, 25. Juni 2014
irre abendstimmung
wenn ich zur alster runtergehe, begegne ich manchmal meinem psychotherapeuten. er steht dann immer auf einem bein an den seeterrassen wie eine hypnotisierte ente und starrt entrückt lächelnd aufs wasser, als hätte er ordentlich einen gekifft.

und jedesmal frage ich mich, wer von uns beiden nun eigentlich nicht alle tassen im schrank hat.

überhaupt, all die irrenärzte.
das objekt erzählte mir einst von seiner stationsleitung, die, wenn sie nachtschicht hat, gerne rüber ins nebengebäude schleicht, in die fixierräume, wo sie dann fixier-sexspiele mit kollegen macht. (und fragen sie mich nun bitte nicht, woher das objekt das weiß, denn das möchte ICH nicht wissen.)

jedem das seine. aber man darf denen, die die offiziell-irre-stempel verteilen, nicht alles glauben. echt nicht.

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milchmädchenrechnungen
jetzt gibts doch kein wohngeld. weil ich ein arbeitszimmer hab. ich dreh noch durch. hatte schon alle rechnungen mit +160 € gemacht.

selbstständigkeit ist echt das letzte.

vor zwei wochen habe ich dann auch noch so ein superjobangebot erhalten. für 12 € / stunde texten. als freie natürlich. ich hab dem dödel dann mal vorgerechnet: wenn ich monatlich 160 stunden für 12 euro arbeiten würde, hätte ich brutto 1920 €. abzüglich steuern sind das etwa 1400-1500 €, abzüglich der mindestversicherungen für selbstständige rund 1000 € netto. hab ich den typ gefragt: "hand aufs herz, würden sie als akademikerin mit sechs jahren berufserfahrung dafür morgens aufstehen?" musste er verneinen und war dann auch ein wenig beschämt. allerdings wollte er auch kein neues angebot in den raum werfen. geiz ist für die meisten immer noch geil. und wenns um texten geht, reicht vielen auch, wenn sie das einer hartzenden hausmutti als eineuro-job an die backe drücken, die dann copypaste was aus dem netz zieht und dem ganzen ihre individuellen rechtschreibfehler verleiht.

den erhofften job in berlin kann ich ebenfalls knicken. gefühlte antipathie auf beiden seiten trotz hervorragender übereinstimmung zwischen anforderungsprofil und persönlicher qualifikation.

also pest und cholera, wie immer. nicht als auswahl, sondern als komplettpaket.

meine urlaubsvorfreude, die ich nach den zerschmetternden objektnews mühselig wieder aufgebaut hatte, schwindet. alles fühlt sich schon wieder nur noch müde an und sinnlos.

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Montag, 23. Juni 2014
[hamburg, berlin und umgebung]
ab dem 4. juli mache ich mich auf den weg, freunde und blogger besuchen. geplant ist die nördliche hemisphäre, aber auch so ein abstecher richtung düsseldorf sollte drin sein, bevor es schließlich richtung alte heimat frankenlande geht.

wer zeit und einen platz auf der couch hat, kann mir gerne schreiben (emily-button links) und was verabreden. ich seh dann, was möglich ist. autogrammstunden sind nicht eingeplant, denn blogs kann man so schlecht signieren. aber sie können mir einen kaffee spendieren und später ihren enkeln erzählen: "damals... ich kannte sie! sie hat auf UNSERER couch geschlafen... auf diesem kissen da!" und einen kleinen morphine-blogger-heiligenschrein für mich aufstellen.
oder so ähnlich. oder ganz anders.

don´t be shy.

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