Mittwoch, 4. Juni 2014
flucht in alle richtungen
der große zusammenbruch blieb bislang aus. der kopf blendet weg. nur morgens im bett kommen die tränen, dann will der körper nicht aufstehen und der kopf sagt, das macht alles überhaupt keinen spaß, überhaupt nicht, so rein gar nicht, ICH WEIGERE MICH, VERDAMMTESCHEISSENOCHMAL.

nicht nachdenken, lautet das motto. höchstens seitwärts, oder nach vorne.
die katzen streicheln. eine woche gibts noch schnurren und fell und warm in schwarzweiß.
achja, und bloß keine musik.
bloß keine sentimentalitäten anheizen.

ich stürze mich in arbeit. jedes kleine unrentable popelprojekt wird angenommen. seo-texten über golfplätze in europa. wen interessierts - mich nicht, aber kann man ja mal machen.

fallschirmspringen. muss ich ja auch noch.

auf jeden fall springen.
vorzugsweise nicht irgendwo runter, sondern rüber. neues leben oder so.

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Montag, 2. Juni 2014
(ent)scheidung zum sonntag
wie immer schaukelt mich mein schicksal gerne lange hoch bis auf wolke sieben, bevor es mich dann wieder tief fallen lässt.

passend zum merkwürdigen gestrigen abend folgt heute ein zweistündiges telefonat mit dem objekt.

der trip ist hiermit gecancelt.
alle weiteren optionen ebenfalls.

der grund: die emotionalen verstrickungen werden dem objekt zu viel. nachdem nun die gespielin ihr recht auf gemeinsamen urlaub angemeldet hat, fiel dem objekt auf, dass es eigentlich viel lieber mit mir fahren würde. auch der gedanke eines gemeinsamen lebens auf dem lande hat ihn wohl ziemlich geflasht. allerdings ist es, wie ich befürchtet hatte: das objekt will seine beziehung nicht aufs spiel setzen.

ich habe noch einmal alles auf eine karte gesetzt und mut zum großen sprung signalisiert. das objekt seinerseits ermutigt, auf seine gefühle zu hören, urlaubstechnisch wie auch sonst. ihm erklärt, dass ich nicht mit der gespielin konkurriere, weil nicht die "bessere" gewinnt, sondern diejenige, für die sich das objekt entscheidet. dass ich mich nicht dazwischendrängen werde. aber ich habe klar gesagt, was ich mir wünsche. und ich habe ihm gesagt, dass ich ihn liebe.

mehr kann man, denke ich, nicht tun.

lektion gelernt: es lohnt sich nicht zu kämpfen. weil man am ende immer in den arsch gefickt wird.

wie immer in solchen situationen stehe ich unter schock.

die aberwitzige situation, im heranrauschenden nervenzusamenbruch nicht den notanker werfen und die nummer des objekts wählen zu können.

die noch viel aberwitzigere situation, das meine krankenkasse vorgestern weitere therapiemöglichkeiten abgelehnt hat.

die alleraberwizigste situation, dass nun hiermit die größte hemmschwelle zum freitod gefallen ist.

der aberwitzige gedanke, dass man ja nun noch schnell reiseequipment zurückschicken und geld rausholen könnte.

der noch viel aberwitzigere gedanke, dass es genau jetzt zeit fürs bett ist.

der alleraberwitzigste gedanke, dass man doch eigentlich nicht mehr rauchen wollte und dass die eben gequalmte halbe schachtel wieder 100 minuten leben kostet.

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Sonntag, 1. Juni 2014
spaßbremsen
freitag, 23:30 uhr, ich bin todmüde und falle ins bett. kurz vorm einschlafen plingt das handy, sms vom objekt:
"hey, ich gehe jetzt mit t. ins xyz feiern, könnte passieren, dass man sich also begegnet... in diesem kontext ein wunschgedanke: später mehr?"

ungünstig. ich überlege einen moment und schreibe dann zurück, dass ich müde und partyunaffin bin, aber mal sehe, wie ich mich in einer stunde fühle. das objekt schreibt noch eine stark legastenische motivations-sms - ganz untypisches engagement, was vermutlich heißt, dass ihm die eier kurz vorm platzen stehen.

doch auch die motivations-nachricht wirkt keine wunder mehr - als ich gegen halb zwei kurz aufwache, fühle ich mich, als hätte mich ein lkw überfahren. ich schreibe dem objekt also eine weitere nachricht, dass ich nicht kommen werde, aber mich über eine terminliche alternative freuen würde.
"morgen vielleicht, mylady", schreibt das objekt und geht dann off zum weiterfeiern.

heute befinde ich mich ausgeschlafenerweise in stabiler stimmung und freue mich auf die abendliche option vor. am nachmittag schreibe ich dem objekt, dass ich bereit stünde und mich freuen würde.
keine antwort.
also anrufen. das objekt geht nicht ran.
ich wundere mich, dann fällt mir ein, dass es spätschicht haben könnte. ich warte bis zum regulären spätschicht-ende, dann schreibe ich noch mal, "was ist denn nun?".

endlich meldet sich das objekt zurück. es hat den halben tag verschlafen und befindet sich depressiver stimmungslage. trotz konsequenten stundenlangen zuknallens mit allem, was die objektive apotheke zu bieten hat, sei leider nichts zu machen, sagt es, und einen hoch kriegt es so zugedröhnt jetzt sowieso nicht mehr.

ich habe zunächst mitleid, merke dann aber, wie sauer ich bin und meckere es an, dass ich diese information auch schon heute nachmittag interessant gefunden hätte. dann setze ich noch einen drauf und verkünde, dass ich mir in dieser konsequenz für heute was anderes zum ficken suchen würde. danach ist polen offen, denn das objekt mag weder den vorwurf schlucken noch sich gerne austauschbar fühlen und schnappt seinerseits ein.

wunderbare aussichten. wenn das im urlaub auch so wird, dann gute nacht.

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edit

gegen mitternacht meldet sich das objekt erneut. es hat sich offenbar berappelt und will noch in den club. das ist günstig und ungünstig zugleich, weil ich spontan den typ von neulich bei mir habe.
letzten endes dirigiere ich den typ unsanft hinaus und schlage eine stunde später beim objekt auf, weil das objekt auf dem weg zum club liegt, obwohl ich eigentlich gar keine lust auf den club habe und noch weniger lust, mit dem objekt dort hin zu gehen. aber irgendetwas in mir hat eine entscheidung getroffen.

"ich fand das krass, so mitzukriegen, du hast da jetzt tatsächlich einen anderen kerl..." sagt das objekt unsicher, nachdem wir uns sehr verhalten begrüßt haben.
"tja", sage ich kurz und geheimnisvoll und hülle mich dann in schweigen.
"wie geht das denn so, wenn du sowas machst?" will das objekt wissen.
"naja, anrufen, ausziehen, ficken, anziehen."
das objekt sitzt auf dem bett und schaut an mir vorbei.
"ich war echt so... wow. spannend. und dann hab ich gemerkt, wie ich eifersüchtig bin."
ha! da siehe du nur zu.
"also eifersüchtig jetzt nicht so... so strenggenommen eifersüchtig. sondern wegen dem typen", will das objekt dann relativieren.
egal wie, meine fickpolitik hat ihre nebenwirkung nicht verfehlt.
ich schweige immer noch eisig und angefressen.
"ich habe die letzten beiden tage so in reminiszenzen geschwelgt", spricht das objekt weiter. "dabei sind mir ein paar dinge aufgefallen. die kann ich dir aber jetzt so nicht sagen."
"geheimnisvoll" spotte ich böse. "rumfaken und rumposen kannste ja wirklich gut."
"wie meinste nun das?!" ist das objekt empört.
ich winke ab.
"schon gut, ich denke, wir sollten das hier jetzt nicht ausdiskutieren. sonst haben wir beide einen miesen abend, reicht schon, wenn meiner scheiße wird."
das objekt schaut mich irritiert an, traut sich aber offenbar nicht mehr nachfragen.

wir rauchen noch eine zigarette zusammen, dann drängt das objekt zum aufbruch.
"hübsch siehst du aus", sagt es schüchtern, als ich in die schuhe schlüpfe, und ich will nicht sagen, du auch.

wir schließen die räder auf und radeln dann schon gut angeschickert die breite straße hinunter.
"komm", sagt das objekt, "gib mir mal deine hand."
"wozu das denn", frage ich.
"jetzt zier dich nicht, mach schon."
"dann fallen wir beide auf die fresse."
"quatsch."
das objekt greift einfach nach meiner hand, so, dass ich den lenker loslassen muss. wir schwanken heftig, ich protestiere, doch dann kriegen wir die kurve und grooven uns ein.
"da, rechts", dirigiert mich das objekt.
hand in hand radeln wir durch den lunapark.
"romantisch", findet das objekt.
"ich bin jetzt aber nicht romantisch", entziehe ich ihm flugs meine hand. prompt springt dem objekt die kette ab. fluchend kniet es im dunkeln und friemelt das ding wieder rein.
"wirds denn gehen", frage ich.
"jaja."
"ich wollte dir jetzt nicht meine hilfe anbieten."
"besser so", sagt das objekt, und es klingt so viel mit in diesen beiden worten, sarkasmus, wut, kälte, dass mir ganz schlecht wird.

wir steigen wieder auf. mein herz wummert wild und schwer. mach was, sagt mir der bauch, bloß nicht, sagt der kopf. der bauch gewinnt. als wir wieder fest im sattel sitzen, strecke ich schüchtern meine hand dem objekt hin. ich spüre sein erstaunen und seine verwirrung mit dem fahrtwind, doch dann nimmt es meine hand, ganz sachte, so, dass wir beide jederzeit beiläufig loslassen könnten.

als wir ankommen, zahlt das objekt für zwei.
"ich geh tanzen", sagt es und verschwindet.
ich unterhalte mich mit einigen bekannten, tanze eine runde, sehe das objekt hin und wieder flüchtig, wie es an einer blonden dürren herumbaggert. dann hole ich meine jacke und gehe.

auf dem fahrrad kommen die tränen, so viele, bis ich nichts mehr sehen kann, ich überfahre ein paar rote ampeln, autos hupen, dann sitze ich auf einer bank, starre in den sonnenaufgang und denke, was für eine scheiße, was für eine bruchlandung von gemeinsamer abendgestaltung, nie wieder will ich mit dem objekt ficken und überhaupt soll es sich gehackt legen mit seiner romantik, die es doch genauso wenig halten kann wie ich.

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Mittwoch, 28. Mai 2014
[technische umfrage]
ich möchte gerne ein tablet haben.
für musik + internetzen + von unterwegs schreiben.

anforderungen:
- halbwegs guter akku
- handlich
- guter sound
- günstig

machen sie mal empfehlungen, bitte.
marke + aussehen egal. preis-leistung entscheidet.
gerne gebraucht, falls jemand von ihnen sowas übrig hat.

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Sonntag, 25. Mai 2014
wochenende deluxe
wie es der schöne zufall so will, treffe ich die bekannte, deren ffm-bereitschaft ich angefragt hatte, im club.
"hey!"
"hallo! schön dich zu sehen!"
ich drücke die bekannte. dann schauen wir uns verlegen an und stehen dumm und stumm herum, trippeln von einem fuß auf den anderen und grinsen dämlich-schüchtern. ich merke, dass meine frage fett und dreist zwischen uns steht und die konversation lähmt. da ich weiß, dass man durch offenheit entstandene verlegenheit nur durch noch mehr offenheit katalysieren kann, sage ich:
"ich finde es ja bombe, dass du so aufgeschlossen bist und dir das mit uns vorstellen kannst."
die bekannte grinst nicht mehr verlegen, sondern sexy und meint:
"jo. obwohl ich sagen muss, dass ich beim objekt ein bisschen angst habe."
"warum?"
"der steckte doch schon überall drin."
ich lache:
"da mach dir mal keine sorgen. wenn der was hätte, hätte ich auch was und ich hab mich eben erst durchchecken lassen. außerdem ist das objekt neuerdings ein ganz großer anhänger von gummis, nachdem ihm aufgegangen ist, dass ich möglicherweise ein kind von ihm wollen könnte."
die bekannte lacht ebenfalls und guckt wieder so, dass ich mich ganz merkwürdig fühle.
"wollen wir was trinken?" versuche ich die situation zu retten.

die bekannte nickt. wir holen uns wodka enery, anschließend gin tonic und dann noch whiskey cola. dann stehen wir breit rum und kichern. ein typ gesellt sich zu uns.
"ihr seid aber zwei schöne frauen."
wir brechen wie teenis in gelächter aus.
"du bissss ja n schräger vogel", sagt meine bekannte zu dem typ.
der typ schaut verunsichert.
"boah, und du bisssssja voll gepierct", säuselt die bekannte. "du hassss... doch bestimmt auchn penispiercing, du?"
ich verschlucke mich an meiner whiskey cola und kann nur noch husten statt lachen.
der typ schaut frappiert:
"das ist ja mal ne kennenlern-frage!"
"nee", sage ich besoffen, "nix kennnnn...lenn, wir sinnich... zum kennlern."
"ah, lesbisch", sagt der typ.
ich kichere wieder, und meine bekannte schaut ganz cool.
"klaa. wir sinnn... zusamm."
sie legt den arm um mich. und küsst mich.

meine welt dreht sich einmal um 360 grad und kommt dann wieder zum stillstand. aber hallo, da kann ja jemand küssen!
"noch fragn", sagt die bekannte tough zu dem typ.
"ihr seid zwei süße schlampen", sagt der und schaut uns geierig an.
meine bekannte flüstert mir ins ohr:
"ey, lasssssnsss... bloß abhauen, der ist ja voll schräg."

sie nimmt meine hand und geht los.
"wo willlsssn hin", rufe ich, da zieht sie mich schon richtung klo.
"welche kabine willssu?"
"ganssss. hintn. da warich neulch mitm objekt."
die bekannte lehnt sich gegen die fliesen und schaut mich genervt an.
"geh mir dochma weg mitn männan."
"warum? iswas mit deim typ?"
die bekannte hat einen sehr anstrengenden eifersüchtigen freund.
die bekannte schaut frustriert:
"isssnichma. is schlussss."

und sie fängt aus heiterem himmel an zu weinen. ich nehme sie in den arm. sie schnieft ein bisschen und fängt sich dann wieder. ich reiche ihr klopapier und sie schnäuzt sich:
"dabei is das son wichser. under hat voll kleinnn schwanz."
ich muss schon wieder kichern. warum war mir nie aufgefallen, wie cool die bekannte eigentlich ist?
"hassdu einglich n foto vom objekt da?" fragt sie mich dann.
"warumn das?"
"weilch ma sehnwill, wie der aussieht."
"kennssssu doch."
"nee! nackich!"
ich schaue perplex.
"ichab doch keine nacktfoddos von dem!"
"wie? warum dennich?"
ich lache.
"na ich kann dem dochnich sagn, hey, zieh dichma aus, ich will foddos machn."
"abba bevorich dem sein schwanz blase, willich doch wissn, obsich das lohn!"
ich kann mich vor lachen kaum mehr auf den beinen halten.

wir stehen uns gegenüber und grinsen besoffen-angesext. dann sinkt mir die bekannte wieder in die arme und kuschelt sich an.
"du riechsooo gut."
ich schnuppere ebenfalls.
"duauch."
wir stehen eine weile rum und knutschen ein bisschen.
"is echt schön mit dir", sage ich irgendwann warm.
"unnn du hass voll die krassn augn", sagt die bekannte.
"is mir nie so aufgefalln."
"dasiehssema."

als wir wieder rausgehen, habe ich magenflattern vom küssen und vom alkohol und von den neuen entwicklungen. schade, dass das objekt heute nicht da ist, denke ich mir und schreibe ihm eine sms: du verpasst wieder mal das beste.

um halb sieben ist die party aus. wir gehen noch mit zu einem anderen bekannten, der im wohnwagen lebt. der bekannte macht kaffee, dazu gibt es chips und schoki.
"krass gesundes frühstück", sagt die bekannte und lässt sich die chips aus der tüte in den mund rutschen.
"endlich kann ich das wieder machen. bei meinem scheißtyp war ich ja die ganze zeit auf nulldiät, weil der nur ganz dünne frauen mag."
"das objekt mag vollblutweiber. es macht sich sogar immer sorgen, wenn ich in meinen trauerphasen abnehme."
"der hat ja auch so ne fetti uschi als freundin."
"ich habe aber nicht so ne wampe wie die!"
ich haue die bekannte ein bisschen.
"aua", kreischt sie, "wenn du mir wehtust, musste das nachher wieder wegmassieren."
"ohoh", sagt unser bekannter und zieht die augenbrauen hoch. "werdet ihr etwa lesbisch?"
"neee", sage ich.
"nee", sagt die bekannte. "ich war mal eine ganze zeitlang mit ner frau zusammen, aber so auf die dauer... fehlt mir da der schwanz."
ich nicke.
"für mich wär das auch nix für immer."

gegen halb zehn watscheln wir zu s-bahn.
"jetzt noch ne stunde nach hause", jammert die bekannte.
"wo musst du eigentlich hin?"
"maschen."
"wow! warum wohnste denn da?"
"naja, ist billiger, so mit kind."
"stimmt, du hast ja ein kind. hab ich gar nicht mehr dran gedacht."
"ja, der wartet bestimmt schon auf mich. tut mir ja immer leid, dass ich so ne rabenmutti bin."
"sonst hätte ich gesagt, ich beherberge dich", sage ich leichthin.
die bekannte schaut mich an.
"du bist echt süß. richtig richtig ne süße."
wir nehmen uns noch mal in die arme und küssen.
"bis bald, du."
"komm mir gut nach hause."

als ich die letzten meter richtung haustür schlappe, klingelt mein handy. das objekt.
"morgen morphine", sagt es, "bist du schon wach oder immer noch wach?"
"letzteres."
"mensch. das scheint ja ein schöner abend gewesen zu sein."
"ich bin ein bisschen verzaubert. aber ich weiß nicht, ob das mit dem dreier klappt. die ist grad frisch getrennt und hat bedenken wegen deiner vielweiberei."
das objekt lacht geschmeichelt.
"wer ist denn eigentlich die holde?"
ich sage es ihm.
"hm, bei der hätte ich auch bedenken. die ist zwar äußerlich cool, aber bei der trügt glaub ich der schein. innerlich ist das ne ganz ganz liebe, die hängt sich dann vielleicht an uns und sowas wird meist schwierig."
"na hör mal, ich bin auch lieb!"
"ja, aber weißt du, du bist abgeklärt. du siehst die dinge, wie sie sind und weißt, worauf du dich einlässt."
"dass du mich da mal nicht überschätzt."
"niemals. aber sag mal..."
"ja?"
"die gespielin ist ausgeflogen und kommt erst morgen wieder. willste nicht nachher rumkommen? dann hätten wir die ganze nacht gemeinsam und könnten sogar zusammen schlafen."

das wochenende entpuppt sich soeben als super-wochenende. irgendwas scheint mit meinem schicksal nicht zu stimmen, oder mr. murphy ist besoffen.
"ja, klar!" sage ich hocherfreut. "ich muss aber erstmal ne runde schlafen."
"mach das. ich will sowieso noch mit meinem lütten basketball spielen."
"aber verausgabe dich nicht, vaddi."
das objekt lacht.
"ich ess nachher ein steak, dann hab ich wieder genug eiweiß für dich."
"na gut."
"dann klingel doch mal an, wenn du wach bist. und dann kommste rum. in aller ruhe."
"fein, bis später."

gegen 21 uhr schlage beim objekt auf. es kommt gerade aus der dusche, als ich die wohnung betrete.
"legen sie ab, madame."
es heißt mich aus schuhen und jacke schlüpfen, dann kniet es vor mich und zieht mir jeans und slip aus.
"es gibt für die nächsten 15 stunden ein neues gesetz: die total nacktheit", grinst es.
"das ist ja löblich, dass der gesetzesgeber das gleich so anschaulich vorlebt!"
"immer. apropos, warst du wählen?"
"klar. das herz schlägt links."
"braves frauchen. was möchtest du essen?"
"was gibts denn?"

das objekt macht eine reihe von menüvorschlägen und stellt sich dann an den herd. ich sitze daneben und beobachte das nacktkochen.
"du hast den schönsten arsch, den ich je bei einem mann gesehen habe."
das objekt dreht sich um und grinst geschmeichelt.
"und das, wo ich mich heute so dabei ertappt habe, dass ich dir gerne gefallen würde."
"du hast dir sogar den bart gestutzt."
"ja."
"ich vermerke es mit einem fleißsternchen."

als das essen vor sich hinköchelt, findet das objekt, dass es zeit für die vorspeise sei.
"auster", fordert es mit glänzenden augen.
es hebt mich hoch, setzt mich auf die anrichte neben dem herd, drückt mir die beine auseinander und geht dann auf tauchstation. kurze zeit später explodiere ich in wonnevollen zuckungen.
"geil", findet das objekt, "und mach dich schon mal drauf gefasst, dass ich dich heute noch in den arsch ficke."

dann essen wir.
"wie findest dus?"
"lecker."
"du stocherst aber rum."
ich halte inne und lausche in mich hinein. mit schrecken bemerke ich, dass der appetit eher höflichkeit gegenüber meinem gastgeber ist und dahinter nach wochen der fröhlichkeit wieder die altbekannte schwarze front lauert. aber ich will die nicht, denn ich will hier sein, glücklich sein und mit dem objekt in die vollen gehen.
das objekt hat aufgehört zu essen und betrachtet mich kritisch.
"da ist doch was? du bist doch ganz befangen."
ich merke, wie mir die tränen in die augen steigen, nicht wegen der traurigkeit, sondern weil das objekt immer so viel an mir sieht und dann so lieb fragt, sodass ich mich zuhause fühle.

das objekt ist aufgesprungen, nimmt mich in den arm und streichelt mich sanft.
"ich heule nicht, weil ich traurig bin", sage ich.
"sondern?"
"wegen dir."
das objekt ist perplex.
"also nicht weil du was falsch machst", sage ich. "sondern weil du mit mir so viel richtig machst."
das objekt muss stolz lächeln.
"gestern", schniefe ich, "gestern hat mir jemand gesagt, dass ich ja so nett und lustig und angenehm bin. aber nur, wenn ich besoffen bin, weil sonst bin ich eiskalt und distanziert."
das objekt schaut mich prüfend an.
"wer sagt denn sowas?"
"das ist doch egal."
"dann muss es jemand gewesen sein, der dich ganz schlecht kennt."
"aber es stimmt, ich bin distanziert."
das objekt schüttelt den kopf:
"man muss nur wissen, wo man dich abholen muss. das ist bei dir vielleicht etwas kniffliger herauszufinden, weil du sehr gute masken hast und schnell umschwenkst, aber im grunde genommen reicht dafür eine ganz normale durchschnittliche portion emotionale intelligenz."
ich schaue das objekt an:
"also denkst du, dass ich nicht distanziert bin?"
das objekt schüttelt den kopf und küsst mich dann tief. dann greift es nach meiner gabel, spießt eine tortelloni auf und hält sie mir hin:
"los. einen happs für papa."
ich muss lachen. dann schaffe ich es doch, den teller leerzuessen.

anschließend zieht mich das objekt ins schlafzimmer.
"komm", sagt es, "leg dich ab, machs dir gemütlich."
es legt sich zu mir, nimmt mich wieder in den arm und streichelt mich.
"ich will, dass es dir gut geht, hörst du? auch wenn du mich total anmachst, ich kann mich zurückhalten."
ich nicke dankbar, kuschle mich an und versuche, mich zu entspannen. ich merke, wie die schwarze front langsam wieder ins nichtfühlbare versinkt.

ich stecke meine nase in die objektive achselhöhle und inhaliere.
"was machst dun da?" willst das objekt belustigt wissen.
"pheromone inhalieren", sage ich und lasse meine finger über die breite objektbrust wandern. das objekt lächelt mich an, greift nach meiner hand und drückt sie zart. die geste ist so liebevoll, dass ich plötzlich das ganze zutrauen spüre, das ich für das objekt hege. ich ziehe sein gesicht zu mir heran und küsse es tief. beim küssen fühle ich, wie dem objekt das blut in den schwanz schießt. das ist so sexy, dass ich meine hemmungen endlich über bord werfe.
"ficken?" frage ich, und das objekt zieht mich begeistert in seinen schoß.

später richten wir uns zur nacht.
"wie lange ist das wohl her, dass wir miteinander eingeschlafen sind?" fragt das objekt.
ich denke kurz nach.
"17. märz 2013."
das objekt lacht:
"wahnsinn. dass du dir das merken kannst."
"tja, ich bin eben ein weibchen."
"ein vollweibchen."
"ein weibchen mit vollmeise?"
das objekt lacht.
"komm her und halt die klappe. ich bin noch total im hormonrausch, ich fühle mich ganz zittrig und muss dringend schlafen."
ich krabble auf das objekt und lege mich in seine arme. dann schlummern wir ein.

wie auch früher, wenn ich beim objekt war, wache ich als erste auf. der objektwecker klingelt um 9:30 uhr - ungehört. ich rüttle am objektarm. keine reaktion. erst, als ich den schwanz in die hand nehme, schlägt es die augen auf.
"oh", sagt es.
"frühstück, bitte", sage ich.

das objekt steht auf und macht tee.
"möchtest du auch einen shake?"
"was für einen?"
"ich hab pfirsiche... und bananen."
"banane."
es gibt vollkornbrot und leinsamenmüsli und alles, was das bio-herz begehrt.
"sag mal, haste nen naturkostladen leergekauft?"
"ich entdecke das gerade so für mich."
"ich fühle mich schon fast vergiftet, so gesund schmeckt das alles."
das objekt steht auf, holt einen wodka aus dem eisfach und kippt ihn in meinen shake. dann dreht es einen joint und reicht ihn mir.
"besser?" grinst es.

eine stunde später sind wir schon etwas breit. leider ist aufbruch angesagt, denn das objekt muss noch arbeiten.
vor der tür küssen uns wir zum letzten mal. dann zieht ein jeder seine wege. wege, die sich hoffentlich bald wieder kreuzen werden.

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