Donnerstag, 20. Februar 2014
andächtigkeiten
ich bin in einem workshop mit vielen achsowichtigen und achsoschlauen menschen, als ich spüre, wie mein handy vibriert. eine halbe stunde später ist die veranstaltung zu ende, und nachdem ich noch schnell ein paar visitenkarten ausgeteilt habe, sehe ich nach. das objekt hat mir eine sms geschrieben, von der üblichen lyrisch-objektiven länge. titel der sms lautet "angedacht". ich muss ein wenig grinsen, befinde ich mich doch in einem industriekomplex, der gefühlt luftlinie nur wenige hundert meter vom objektzuhause entfernt ist. also schreibe ich zurück: "gut gedacht, bin fast nebenan."

keine zwei minuten später ruft das objekt an. ich drängle mich an den ganzen anzugträgern vorbei, um eine stille ecke zu erwischen.
"wie viel sind ein paar hundert meter?" will das objekt wissen.
"ich hab nicht genau nachgemessen", sage ich lachend.
"naja...", das objekt räuspert sich, "ich meinte, wie lange würdest du bis zu mir brauchen?"
ich halte die luft an. ich stecke seit dem frühen morgen in denselben klamotten, ich fühle mich alles andere als frisch und vögelbar.
"naja, so... 20 minuten", stottere ich. "also wenn ich laufe. aber hier fährt auch nix."
"dann komm doch vorbei. ich geh noch schnell rüber zu penny und hole kaffee für dich. und ein bisschen schokolade, was meinst du?"
"ich weiß nicht", sage ich. "ich bin durch, ich bin verschwitzt, ich brauche erstmal eine dusche."
"wir trinken einfach nur kaffee und rauchen eine zigarette", beschwichtigt mich das objekt.
"haben wir das schon mal geschafft? in letzter zeit?"
"dann nimm es halt als herausforderung."
"meinetwegen."
"dann bis gleich."

ich gehe auf toilette. in meiner tasche befinden sich wie durch ein wunder parfum und ein abgebrochener kajalstift. einen augenblick später rieche ich zumindest oberflächlich gut und habe wieder mehr ausdruck im blick. dann suche ich die objektadresse mit gpunktmaps. 19 minuten fußweg, da sieh mal einer an, wie präzise ich geschätzt hatte.

draußen regnet es. ich halte mir meine wertvollen unterlagen über den kopf und jogge hochhackig die straße entlang. an der ecke komme ich beim objekt-penny vorbei. aus einem unbestimmten bauchgefühl bleibe ich stehen und luge durch die beklebten scheiben. da steht das objekt an der kasse und kramt konzentriert in seinem geldbeutel. ich grinse in mich hinein und stelle mich etwas abseits neben den ausgang. kurz darauf kommt das objekt heraus und steuert auf sein fahrrad zu, ohne mich zu bemerken. doch dann hält es beim aufschließen inne, dreht sich um und entdeckt mich. und lächelt.

ich fliege ihm in die arme. wir drücken uns und küssen uns.
"was für ein zufall", seufzt das objekt strahlend.
"das hat das schicksal so gewollt", widerspreche ich ihm.
"seit wann glaubst du an schicksal?" verwundert sich das objekt, das mich als eifrige verfechterin der ratio kennt.
"du machst mir meine konstruierte realität zunichte", beschwere ich mich scherzhaft.
dann müssen wir erstmal wieder gucken und lächeln und gucken und lächeln. die ampel wird zwischenzeitlich zweimal grün und wieder rot.

durchnässt stehen wir schließlich im flur der objektwohnung.
"haste sturmfrei", flüstere ich.
"ja", grinst das objekt unverfroren.
dann schält es mich aus meinem mantel.
"wow, business-kluft", sagt es. "sogar mit schildchen, frau doktor morphine."
dann sitzen wir im objektzimmer auf dem bett und reden, rauchen und trinken kaffee mit schuss.
"ich werde echt breit", sage ich irgendwann.
"dann streck dich doch aus", ermuntert mich das objekt. "mi casa es tu casa."
während ich mich in die kissen kuschle, wechselt das objekt ans fußende und lehnt sich gegen die wand. es umfasst meine füße und wärmt sie.

wie immer dauert es nicht lange, bis die nähe unerträglich wird. die objekthände wandern aufwärts und beginnen, an meiner strumpfhose zu ziehen.
"ich will erst duschen", sage ich und halte dagegen.
"und ich will deine monalisa sehen", beharrt das objekt.
"nein!"
"doch!"
was ich an argumenten habe, macht das objekt durch den einfachen einsatz körperlicher übermacht wett. irgendwann gebe ich mich wonnevoll geschlagen und den objektiven berührungen hin. das objekt selbst hält sich zurück, beobachtet nur und betrachtet meine reaktionen.

danach liegen wir aneinandergekuschelt unter der decke.
"kaffee?" fragt das objekt und reicht mir meine tasse.
"ohja."
"aber verbrenn dir nicht deine lippen. keine von allen", grinst es.
ich boxe es leicht ins gemächt und küsse es.
dann stellen wir wie immer fest, dass es spät ist, fast zu spät schon und die gespielin in zehn minuten nach hause kommt. ich ziehe mich flugs an.
"ich bring dich noch runter", sagt das objekt und springt in die schuhe.

unter der haustür küsst mich das objekt lange und tief.
"sehen wir uns montag? ich hätte den ganzen tag zeit."
ich nicke begeistert.
"dann komm ich gleich morgens zu dir und dann frühstücken wir, was meinst du?"
holla die waldfee. das objekt überrascht mich derzeit ständig von neuem.
"was ist morgens für dich?" frage ich vorsichtig.
"so um neun, halb zehn?"
"da krieg ich noch keinen bissen runter."
"du musst ja keine feste nahrung zu dir nehmen, wenn du nicht willst", grinst das objekt vielsagend.
ich schubse es.
"tschüß. viel spaß heute noch mit deiner vermieterin."
dann renne ich zur bahn.

montag.
ich bin gespannt.

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Sonntag, 16. Februar 2014
mein leben, eine party
seit sechs wochen gehe ich nicht mehr aus. zum einen ist das geld knapp, und an einem wochenende waren 30 euro oder sogar mehr schnell mal verfeiert. zum anderen bin ich im kopf all die personen durchgegangen, mit denen ich mit auf partys unterhalte. und fand heraus, dass ich diese unterhaltungen eigentlich größtenteils langweilig, banal und belastend finde. leute, deren sorgen sich darauf belaufen, wohin sie dieses jahr in den urlaub fahren oder welche farbe das neue auto haben soll, kann ich nicht ernstnehmen.

die entscheidung ist insofern hart, da ich gerade auch sonst nicht viel tun kann. alles, was mit bewegung zu tun hat, bereitet schmerzen. kultur wie konzerte oder theater ist teuer bis unerschwinglich. alleine in kneipen rumsitzen und an einem billigen bier nuckeln, bis mich irgendein suffkopp anspricht, ist nicht so mein ding. wegfahren geht auch nicht immer, also bleibe ich zuhause und versuche, die langeweile auszuhalten und mir einzureden, es sei eine gute übung für später, wenn ich dann im rollstuhl und inkontinent rumsitze und auf den sozialdienst warte, falls es bis dahin sowas noch gibt.

mein therapeut sagt, langweile sei ein prozess, aus dem etwas entstehen kann. ich sehe erste resultate: beispielsweise habe ich mein büro zum raucherzimmer umfunktioniert. mein teppich hat jetzt brandlöcher, was mich motiviert, weiter darüber nachzudenken, ob ich den ohnehin total versifften teppich jetzt nicht doch mal rausschmeiße. anderseits liegt der teppich da, um den kaputten parkettboden zu verdecken. herrlich, sich mit solchen materialistischen problemen beschäftigen zu können! nie zuvor war ein simpler teppich so ins zentrum meines bewusstseins gerückt.

"du musst auch die kleinen sachen würdigen", sagt das objekt dann gerne, worauf ich immer erwidere, dass solch dämlichen phrasen auch meine eltern dreschen und dass mich das stinksauer macht. an bösen tagen füge ich hinzu, dass ich die kleinen dinge durchaus würdige, sonst würde ich ihm schließlich auch nicht den schwanz lutschen.

im kokon der erzwungenen häuslichkeit stelle ich fest, dass das objekt inzwischen nahezu der einzige mensch ist, der mich noch anruft. diese solidarität rechne ich ihm hoch an, schließlich ist es kein vergnügen, mit mir zu telefonieren. meist fange ich an irgendeinem punkt des gesprächs an zu heulen. spätestens dann weiß sonst niemand mehr so recht, was er sagen soll. kann ich verstehen, ginge mir vielleicht nicht unähnlich.

mein lieblingsnachbar hat einen therapieplatz in einer klinik ergattert. in der totalen aussichtslosigkeit denke auch ich oft in richtung flucht. einweisen lassen, alle meine benzos auf einmal nehmen, oder einfach eine tasche packen und weggehen, alles zurücklassen, vielleicht penner werden. mein ordentliches über-ich hält mich allerdings rigide zurück, schickt mich arbeiten, aufräumen, saubermachen, und immer so fort, wie ein wohlerzogener, adrett gekleideter kleiner roboter. hinter der schale tickt eine zeitbombe.

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Freitag, 14. Februar 2014
kokon
die tage im kokon der erinnerung. tage inniger innerlichkeit.

die bilder vor augen, die den herzschlag beschleunigen und ein warmes, nasses gefühl zwischen den beinen verursachen.

träumen, wo es sonst nichts zu träumen gibt.

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Montag, 10. Februar 2014
nightshift
gegen 22 uhr am gestrigen sonntag ruft das objekt an.
"du schon wieder", sage ich.
"jo, ich schon wieder. ist grad so schön ruhig hier, mein sohn ist nicht da, die gespielin ist gerade zur arbeit los, und ich sitz so da und rauch einen."
ich kann mir die szene lebhaft vorstellen und muss kichern.
"erzähl mir was", verlangt das objekt. "wie es dir geht oder sonst was."
"erzähl du mir doch was."
"ich hab gerade so ein schönes kribbeln", sagt das objekt.
"filzläuse", frage ich frech.
"du böses fräulein. gleich gibts die rote karte."
"wir können ja da weitermachen, wo wir das letzte mal aufgehört haben. so zur entspannung."
"du meinst..."
"legen sie hand an, monsieur."
das objekt atmet tief.
"warte mal, ich schmeiß mir dazu einen porno rein."

das objekt beginnt zu wühlen, wird aber nicht fündig.
"scheiß drauf", sagt es irgendwann. "eigentlich reicht mir deine stimme am ohr. sag mal, was du anhast. trägst du einen bh?"
"nein, ich habe gerade geduscht."
"das heißt, du hast noch nicht so viel an?"
"wenn du glück hast, findest du sogar noch feuchte stellen", sage ich zweideutig.
das objekt hält den atem an und seufzt dann tief:
"ich wünschte, deine lippen wären jetzt hier."
"okay... dann stell dir mal vor, ich komme jetzt in dieser einsamen nacht vorbei... um dir einen zu blasen. so ganz ohne anlauf... ich komme rein, du sitzt schon nackt in deinem sessel..."
"moment mal", unterbricht mich das objekt.
"ja was denn?"
schweigen.
dann sagt das objekt:
"komm vorbei. bitte komm vorbei und mach es genau so, wie du es erzählen wolltest."

unverhofft kommt oft.
"na gut", sage ich ein bisschen so, als würde ich dem objekt damit einen reinen gefallen tun.
"aber unter einer bedingung."
"ja?"
"du wirst dir jetzt keinen runterholen."
"okay."
"du wirst auf mich warten. du wirst eine ganze weile warten."
"du willst mich mit meiner vorfreude quälen?"
"yes."
"oh, du biest... dafür lieb ich dich ja schon wieder."
bevor das objekt umständlich erklären kann, wie sehr es sich freut, obwohl es das ja eigentlich gar nicht darf, habe ich schon aufgelegt. dann nehme ich mir alle zeit der welt, wasche haare, schaue einen film zu ende und mache mich dann langsam auf in die nacht.

um halb eins komme ich bei objekt an. ein kurzer blick aufs handy zeigt, dass das objekt zwischendurch angerufen hat und zwei smsen geschickt hat, ob ich denn schon unterwegs sei. ich grinse mir einen und spüre mal wieder: macht ist sexy.
oben im haus steht das objekt an der tür und zieht mich hinein in den flur.
"du hast ja noch alles an", stelle ich fest.
"komm erst mal an. ich hab dir einen tee gemacht."
ich stutze:
"ich dachte, du wolltest ficken?"
da blickt das objekt schüchtern auf und meint:
"ich kann das so nicht, ich will, dass es dir gut geht, ich kann nicht mit dem gefühl, dass ich dich hier einfach nur für eine nummer antanzen lasse... es kostet mich die totale überwindung... weil du mir was bedeutest."

wir setzen uns erstmal auf das bett und schauen uns eine weile einfach nur an.
"hübsch siehst du aus", findet das objekt.
ich lächle und strecke die hand nach seinem hosenbund aus.
"langsamer", bittet das objekt.
ich halte inne. das objekt zieht mich in seinen schoß und küsst mich. die objekterektion drückt gegen meinen schenkel, während das objekt meine bluse aufknöpft und dann den reißverschluss an meinem rock aufzieht.
"du sau", sagt es, als es meine strapse entdeckt.
mit einem satz ist es aus den hosen und drückt mich in die kissen.
"du legst es drauf an", flüstert es mir ins ohr.

wir ficken so hemmungslos und berauscht wie beim letzten mal. hinterher habe ich das gefühl, dass wir sämtliche grenzen gesprengt haben. dem objekt scheint es ähnlich zu gehen:
"du hast den schlüssel."
"was meinst du?"
"den schlüssel zu mir."
ich grinse stolz und glücklich und das objekt streichelt mein gesicht.
"und du bist die erste frau, die mich in den arsch fickt."
"du bist der einzige mann, der das im moment bei mir darf."
"und du löst so zwiespältige emotionen in mir aus", grübelt das objekt weiter.
"was meinst du?"
"einerseits will man einfach nur über dich herfallen, weil du so derbest provozieren kannst... und andererseits bleibt du immer so... verletzlich. ich habe immer das bedürfnis, dich zu beschützen."
"du bist mein lover, nicht mein psychotherapeut."
"ich bin dein freund."
"ja, auch das, und das macht mich sehr froh", sage ich und küsse das objekt.

dann steht das objekt auf und geht in die küche, um etwas zu kochen. kurze zeit später wir sitzen am tisch und essen.
"es ist erst kurz nach drei", sagt das objekt. "wir haben noch ganze zweieinhalb stunden, ist das nicht schön?"
"ja."
"das war die beste idee ever, dass du heute noch vorbeigekommen bist."
"find ich auch."
"und ich bin immer noch geil."
ich stehe auf und setze mich beim objekt auf den schoß.
"dann lass uns doch gleich in die nächste runde gehen."

nach runde zwei sind wir ziemlich ausgepowert und kuscheln uns einander. das objekt zeigt mir alte urlaubsfotos von sich und dem sohnemann.
"wir fahren da fast jedes jahr hin", berichtet das objekt, "da kann man herrlich klettern. und ringsum ist alles wie urwald."
"wie im märchen", finde ich, "da erwartet man jeden moment, dass irgendwelche trolle oder hobbits auftauchen."
"damit liegst du gar nicht so falsch. die chroniken von narnia wurden hier gedreht."
"und da schlaft ihr dann draußen?"
"ja, hier so auf den felsen."
"hast du keine angst um den kleinen?"
das objekt schüttelt den kopf und schaut mich dann lange an.
"du solltest nächstes mal mitkommen. das wäre schön."
"du meinst so für ein wochenende?"
das objekt schüttelt abermals den kopf.
"wir sind da mindestens zehn tage."
zehn tage mit dem objekt und seinem lütten durch grüne wälder hüpfen, in flüssen schwimmen und geheimnisvolle orte erkunden scheint mir wie die verheißung fürs paradies. mein herz beginnt wild zu klopfen.
"ich kann aber nicht klettern."
"das bring ich dir bei, so schwer ist das nicht."

als ich gegen fünf langsam in meine klamotten schlüpfe, fühle ich mich wie im traum. beim abschied halten wir uns noch lange in den armen. so nah waren wir uns kaum in unseren besten zeiten, denke ich, schweige aber, weil ich das objekt nicht verunsichern will. als ich seinen blick erhasche, weiß ich jedoch, dass es ihm ähnlich geht.

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Sonntag, 9. Februar 2014
führungspositionenbesetzer
wie ich des öfteren feststelle, ist die mehrzahl der menschen in führungpositionen ohne führungskompetenz. das liegt meist daran, dass diese führungspositionenbesetzer an ihre stelle gelangen, weil sie ihren vorgänger oder den oberchef von gemeinsamen saufgelagen und puffbesuchen kennen, ein auf dem arbeitsmarkt sonst nicht vermittelbares mitglied der oberchef-familie sind, oder sich einfach selbst per unternehmensgründung zum chef gemacht haben.

man kann sich nun aussuchen, was am schlimmsten ist. in den ersten beiden genannten fällen ist der führungspositionenbesetzer eventuell nur ein kleineres lästiges übel, das sich durch inkompetenz und faulheit zugleich auszeichnet und sich dessen bewusst ist. dies können mitarbeiter jedoch recht einfach durch das gern geforderte "proaktive handeln", also das übernehmen von chefaufgaben, kompensieren. der führungspositionenbesetzer wird in diesem fall still und tatenlos sein immenses gehalt einstreichen und dem oberchef beizeiten davon berichten, wie gut es in seiner abteilung mit ihm als führungpositionenbesetzer funktioniert.

schlimmer ist es, wenn sich der inkompetente führungspositionenbesetzer kompetenz zuschreibt und sein team, das er seine fehlentscheidungen auszuführen zwingt, für inkompetent erklärt. die einzige möglichkeit für den arbeitnehmer besteht dann darin, die fehlentscheidungen auszuführen, sie während überstunden wieder zu korrigieren und weitere überstunden darauf zu verschwenden, die eigenmächtigen korrekturversuche erfolgreich zu vertuschen. das funktioniert wirklich prima, ich habe selbst lange so gearbeitet. den größten fehler, den arbeitnehmer in dieser situation begehen können, ist, darauf zu vertrauen, dass sich ihre expertise und der gesunde menschenverstand mit der zeit von selbst durchsetzen werden. vergessen sie es. der führungspositionenbesetzer wird sich in seinem führungsanspruch beschnitten fühlen, ganz egal, wie überzeugend das ergebnis ihrer leistung ist. da er spürt, dass sie ihm hochhaus überlegen sind und damit indirekt an seinem stuhl sägen, wird er sie schlechtmachen, wo es nur geht, und ihnen jeden kleinsten fehler solange unter die nase reiben, bis sie selbst an ihrem verstand zweifeln.

führungpositionenselbstbesetzer, also unternehmensgründer, schreiben sich in jedem fall immer eine hohe führungskompetenz zu. diese gründet sehr häufig darauf, dass sich die betreffenden aufgrund mangelnder sozialer und fachlicher fähigkeiten selbst nie in ein team integrieren konnten und sich grundsätzlich für unfehlbar halten. statt solider lösungen proklamieren sie ihre "visionen", die sie allerdings als visionäre persönlichkeiten selbstredend nicht in die realität umzusetzen vermögen. hier sind dann die angestellten gefordert, aus jeder noch so unbrauchbaren idee gold zu machen. das klappt mehr oder minder gut, je nach dem, wie schlecht die idee wirklich ist, wie manipulierbar die zielgruppe ist und wie produktiv die exekutive die idee umsetzt. auf jeden fall wird der führungspositionenselbstbesetzer erfolge als resultat seiner visionen verbuchen, misserfolge hingegen mit fehlern in der exekutive begründen und ahnden.

die bekanntesten managementkonzepte sind übrigens hier sehr treffend zusammengefasst.

p.s.: ich möchte nicht ausrechnen, wie viele burnout-fälle sich verhindern ließen und wie viele milliarden euro gespart werden könnten, wenn man einige führungspositionen einfach abschafft.

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