Donnerstag, 19. September 2013
[kreativ-aufruf]
ich bin ganz happy mit meinem neuen design. wir wollen ja altes hinter uns lassen, in jeder lage.

kann mir noch jemand verraten, wie ich einen rand (6 px) um den gesamten body ziehen kann?

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Mittwoch, 18. September 2013
praktikanten heutzutage
wir haben eine schülerpraktikantin bekommen. für zwei wochen. ich hatte schon mit den zähnen geknirscht, weil man schülerpraktikanten in der regel jeden furz erklären muss, die ohnehin nur den ganzen tag faul rumsitzen und auf facebook daddeln und warten, dass die zeit vergeht, damit sie ingottesnamen den scheißwisch von praktikumsbestätigung bekommen. dann hauen sie ab und entscheiden sich hoffentlich für einen anderen job, in dem man nicht so viel falsch machen kann. bäckereifachverkäuferin oder so.

unsere schülerpraktikantin ist ein töchterlein aus feinem hause, hafencity ist der wohnort der eltern, mami ist lehrerin und vaddi ist auch irgendein wichtigwichser. töchterlein wird morgens von mami zur agentur gefahren, da die 15-minütige u-bahn-fahrt für die kleine prinzessin ja nicht zumutbar wäre.

die schülerpraktikantin sitzt dann wohlfrisiert und mit der fresse voll in den farbtopf gefallen in ihren markenklamotten rum und macht das, was schülerpraktis so machen: nägel feilen, an den haaren kauen, auf dem iphone rumtippen. ab und an erhält sie aufgaben, bei denen man nicht viel falsch machen kann. wir wollen ihr selbstwertgefühl ja nicht gleich innerhalb von acht stunden schreddern und kompostieren.

sie macht alles halb und halbherzig und kommt am dritten tag nicht mehr zur arbeit. die gf erhält dafür einen empörten anruf von der lieben mami, was uns einfiele, die prinzessin mit derart wenig verantwortungsvollen aufgaben zu betrauen. jedenfalls habe sich das arme hascherl wie das fünfte rad am wagen gefühlt. unter diesen umständen, so die muttiglucke, könne das kind das praktikum nicht beenden.

ich mache drei kreuze, einmal, weil ich die dumme kuh und ihre noch viel verblödetere alte schnalle von mutter so wahnsinnig schnell losgeworden bin, zum zweiten, weil ich mich offenbar richtig entschieden habe und nicht lehrerin geworden bin. die gf zetert noch eine weile, weil sie sich nicht gerne etwas sagen und noch viel weniger gerne etwas vorwerfen lässt, dann beruhigt sie sich auch wieder und es ist business as usual. mit niemandem, der im weg sitzt.

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Sonntag, 15. September 2013
leaving babylon
mit covenant.

herzlichen dank für den tollen abend und dann bis nächstes jahr.

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Samstag, 14. September 2013
destroyer-trip
ich fühle mich wie in einer zweiten pubertät. unausgeglichen und dauerprämenstruell. die katze offenbar auch. sie schnappt im vorübergehen nach meinem fuß wie ein hungriges krokodil. als ich ihr dafür in die augen starre (dominanz/angriff), kratzt sie. freches biest. ich schmeiße sie erstmal aus dem zimmer.

an tagen wie diesem sollte man mir besser nicht zu nahe kommen. ich habe den eindruck, meine wut ist eine alleszerstörende dampfwalze. das passt gut zu meinen heutigen plänen.

denn heute werde ich den neuen man absägen. tut mir zwar leid, aber ich will einfach nicht. da ist nichts, was mich reizt. weder die gespräche. noch der geruch. noch der sex. ich habe beschlossen, in dieser hinsicht nun doch meinen gefühlen zu trauen anstatt auf meinen therapeuten zu hören, der meint, ich wolle nur niemanden in mein leben lassen. nunja, vielleicht hat er damit recht, ein bisschen, aber ich finde, zwei monate beziehungsversuch sind einfach genug. wenn sich dann nichts tut, wenn dann kein vertrauen, kein begehren und rein gar nicht wächst, kann es nicht nur an mir liegen, oder?

schließlich gibt es andere männer, bei denen ich mich sehr wohl fallen lassen kann. die lederjacke zum beispiel. auch, wenn wir wie asexuelle geschwister intimität total meiden, habe ich 100-prozentiges vertrauen in die lederjacke. ich schlafe gern mit ihr in einem bett, ich halte sie gerne fest im arm - etwas, was der neue mann nie geschafft hat.
vom objekt möchte ich an dieser stelle gar nicht sprechen.

ich habe das gefühl, mein altes ich ist wie ein diplomatisches schneckenhaus, aus dem ich gerade hinauswache in einem zerstörerischen, schmerzvollen prozess. er macht mir angst, denn ich weiß nicht, was danach kommt und ob danach etwas kommt. in meinen alpträumen irre ich einsam durch straßenschluchten, während mich fremde auslachen.

die angst begleitet mich auf schritt und tritt. sie ein kamerad des zorns und sorgt dafür, dass ich mich nach der zerstörung des alten vom neuen fernhalte. so kann nichts passieren. auch nichts gutes.

weil die gedanken so qualvoll und anstrengend sind, laufe ich selbstredend gefahr, an meine neuen medikamente zu gehen. notfall ist ja fast immer. aber ich reiße mich zusammen, versuche das desaster mit mir selbst auszufechten. rufe die liebe lady m. an und fühle mich nach einem zweistundengespräch endlich mal nicht alleine.

wie selten und wie wichtig solche menschen sind. die man noch nie gesehen hat. die einem aber näher stehen als die beste freundin von früher. keine ahnung, was sich genau verändert. da scheint doch mut neben der angst zu wachsen. oder? bitte, lass es so sein.

man braucht doch etwas, an das man glauben kann. bitte.

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Donnerstag, 12. September 2013
klinisch glücklich
meine psychiaterin in der klinik ist krank, also behandelt mich heute ein kollege.
"irgendwo her kenne ich sie doch", sagt der doc zu mir.
"das ist kein kunststück, ich komme seit mehr als einem jahr hierher in die ambulante behandlung", sage ich. "ich kenne sie auch, vom sehen, sie huschen hier ja auch dauernd rum."
der doc lacht. er ist klein, rund, jung und hat einen vollbart. er ist mir auf anhieb sympathisch.

er will wissen, wie es mir geht und warum ich den termin vorverlegt habe. ich berichte, dass es mir theoretisch gut geht, was die depression betrifft, ich aber aufgrund des aktuellen 60-stunden-jobs, des ständigen bewerbens, der konstanten enttäuschungen, der anhaltenden finanziellen knappheit und meiner willich-willichnicht-beziehung, die mir die letzten reste meiner zeit kostet, akut ein bisschen sehr am durchdrehen bin. offenbar brauche ich depressionsbedingt nicht mehr mehrere monate, bis ich panikattacken und ohnmachtsanfälle kriege, das klappt jetzt auch schon früher.

"sie müssen mit ihren kräften haushalten", mahnt er mich sanft, "sie haben nicht dieselben ressourcen wie andere."
"das interessiert aber keinen chef", erwidere ich. "zumindest nicht in meiner branche. endweder man ist ein übermensch, oder man ist weg vom fenster."
"und was erwarten sie jetzt von mir?"
"helfen sie mir, an meine ressourcen zu kommen."
"nein."

klare ansage. ich schaue dumm.
"was haben sie denn gedacht", grinst der doc.
"keine ahnung. verschreiben sie mir ritalin, irgendwas, was mich zu einer schnellen, leistungsfähigen arbeitskraft macht", grinse ich zurück.
"ich habe eher ans gegenteil gedacht", sagt der doc.
ich gucke gespannt.
"haben sie ein suchtproblem?"
das erste mal, dass ich das so direkt gefragt werde.
"äh, warum, sehe ich so aus", versuche ich locker zu bleiben.
"naja, ich muss das wissen", beschwichtigt der doc.
"also so direkt nicht. ich habe mal sehr viel speed genommen, das war wohl auch ein auslöser der depression."
"also nehmen sie drogen?"
"nein, nicht mehr."
"wie lange nicht mehr?"
ich rechne.
"18 monate", antworte ich und bin selber ganz perplex.
"aha, und wie haben sie damals entzogen?"
"gar nicht. einfach nicht mehr genommen."
der doc zieht die augenbrauen hoch.
"das ist außergewöhnlich."
"aber es stimmt."
"ich sage ja nicht, dass es nicht stimmt. aber dann haben sie offenbar einen starken willen und das ist gut."
ich muss geschmeichelt grinsen.
"also nehmen sie keine drogen mehr?" fragt der doc nochmal nach.
"nein", sage ich. "ab und zu kiffe ich, das ist alles."
"also nehmen sie doch drogen", lacht der doc.
"na gut, also wenn dreimal im monat kiffen drogen nehmen ist, dann nehme ich drogen."

der doc kritzelt in seine akte.
"sie schreiben das jetzt nicht auf, oder? das ist doch lächerlich. mein exlover kifft zehn joints am tag."
"das ist alles nicht irrelevant, sondern zeigt, wie sie ihre probleme lösen, also zumindest dreimal im monat gar nicht."
"ich löse ständig probleme! und ich muss aber auch manchmal schlafen und das geht nicht, wenn man dauernd probleme wälzt, und deshalb rauche ich eben ab und an mal einen."
der doc lächelt beschwichtigend.
"schon gut, sie rauchen ja kein heroin. wie sieht´s aus mit alkohol?"
hui. ich nicke nur.
"täglich?"
"hm... nee."
"wie oft?"
"fünfmal die woche?"
"das ist viel."
"mann! ich trinke zwei gläser wein, dann bin ich eh schon am pennen mit den tabletten. das sind alkoholmengen, die trinken meine eltern auch!"
der doc schaut erleichtert.
"naja, gut, das ist nicht allzu viel, obwohl ich ihnen vor dem hintergrund der medikation dringend abraten muss."

ich gucke genervt.
der doc ist wieder ganz entspannt und erklärt:
"ich frage so genau, weil ich ihnen ein medikament geben werde, das sehr schnell süchtig macht. bei ihrer vorgeschichte bekommen sie auch kein rezept, sondern hier direkt was aus meinem notfallkoffer."
"was für ein medikament?"
"benzodiazepine."
"aha."
"wie haben sie das speed damals genommen? geschnupft?"
ich nicke.
"okay. dann bekommen sie jetzt keine tabletten zum schlucken."
"sondern?"
"die können sie im mund zergehen lassen, das heißt, die können sie nicht mit der kreditkarte zerkleinern und anschließend durch die nase ziehen."
der doc will mich verarschen, denke ich.
"ich habe noch NIE ein medikament durch die nase gezogen!"
"ich bin nur vorsichtig. nicht, dass sie an liebgewonnene rituale anknüpfen."
"haha."

ich bekomme vier tabletten ausgehändigt.
"nur wenn es nötig ist und niemals mit alkohol zusammen nehmen!"
"okayokay."
und dann kommt die überraschung.
"und jetzt schreibe ich sie für den rest der woche krank."
ich mache den mund auf, um zu protestieren, aber der doc hebt die hand und bedeutet mir zu schweigen.
"sie haben hundsmiserbal bis gar nicht geschlafen, sie stehen unter einer enormen anspannung, sie gehen jetzt nach hause, nehmen eine tablette und legen sich ins bett."
wie auf knopfdruck fühle ich mich plötzlich ganz entspannt und ungeheuer müde, sodass ich auch gleich gähnen muss.
"sehen sie", sagt der doc, "ihr körper weiß schon, was er braucht. und sie haben sternchenpupillen, gerade so, als hätten sie drei nächte durchgerockt."

an der anmeldung bekomme ich den gelben schein und einen folgetermin, weil mich der doc vor dem wochenende noch mal sehen will.

fast beschwingt fahre ich nach hause, melde mich krank und lege mich ins bett. kurz darauf bin ich im reich der träume und wache erst 14 stunden wieder auf.

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