Donnerstag, 27. Juni 2013
obsession
dass mit macke immer alles zur obsession werden muss. trinken, rauchen, drogen.
sex. menschen. arbeiten. essen.

alles zu viel. und dann von allem wieder viel zu wenig oder noch besser: gar nichts.

schwelgen und askese. party und kater. freud und leid.

psychopharmaka helfen nicht, die regulationsmechanismen zu erlernen. vielleicht gibt es für sowas auch ein zeitfenster. so eine art anale phase. wer die nicht gut absolviert, bleibt ein leben lang ein hosenscheißer. kennen wa ja, sind wir ja jeden tag von betroffen, von hosenscheißern und reviermarkierern und verbalinkontinenzlern.

fragenfragenfragen.

hätt ich einen draht zum lieben gott, ich würde den den ganzen tag löchern. du sag mal. was haste dir dabei eigentlich gedacht?

eine frage, die ich meiner mutter gerne mal stellen würde: warum haste mich eigentlich nicht abgetrieben? haste nie gemerkt, dass die welt nix für mich ist?
jetzt haste ein kind mit vollmeise. ist doch peinlich vor den nachbarn. und überhaupt.

einen hund aus dem tierheim willste auch nicht, sagst du. weil die sind ja alle gestört. die wurden ja ausgesetzt und haben wasweißich für traumata. wie hast du ein kind großziehen und nie merken können, was das für ein wesen ist? so eines, das die eigene seele irgendwo ausgesetzt hat und sie nicht wiederfindet?

ich frag lieber nicht.
es gibt sowieso keine antworten.
wenn doch, sind sie nicht wahr.
und wenn sie wahr wären, wer garantiert mir, dass ich sie ertrage?

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Mittwoch, 26. Juni 2013
negative energie
"mein team ist faul und nichtsnutzig und tanzt mir auf der nase herum", brüllt die gf ins telefon. am anderen ende der leitung ist aber nicht ihr lover, die beste freundin oder die mama. sondern ein redakteur einer nicht ganz unbedeutenden tageszeitung vom axelschweiß-verlag.

fremdschämen deluxe. ich überlege, die kündigung, die ich für den nächsten monat erwäge, vorzuverlegen. aber das bedeutet unsicherheit. zumal die beiden potenziellen arbeitgeber sich mit vertrag und konkreten zahlen noch bedeckt halten. intelligenz bedeutet, die unsicherheit ertragen zu können, sagte meine lieblingsprofessorin einst. für die derzeitige unsicherheit brauche ich allerdings einen iq von mindestens 200. und hellsehen können müsste ich auch.

während sich die gedanken so überschlagen, verknoten sich fröhlich mein nacken und meine schulter. ich bin mies gelaunt, zumal meine nachbarn wieder mal die nacht zum tag machen und ständig bis fünf uhr morgens singen. für eine offizielle beschwerde brauche ich einen zeugen, sagt die verwaltung. haha, antwortete ich, meine katze hat die auch gehört. die ist so nervös, dass die inzwischen wieder die vorhänge hochgeht. das zählt nicht, findet die verwaltung. ich gebe genervt zu protokoll, dass ich alleine lebe und normalerweise keinen zeugen nachts in meinem schlafzimmer wohnen, da beischläfer beischläfer und keine nachtschläfer bei mir sind. der verwaltung ist das wurscht. ich glühe innerlich wie ein haufen ungekühlter brennstäbe und befinde mich kurz vor dem supergau.

die püppilotta spürt meine stimmung und fährt ein paar beschwichtigungsstrategien. um die beine streichen, schnurren. schnurren beruhigt. auch mich. ohne püppirella würde ich durchdrehen. mit ihr drehe ich zwar auch durch, aber anders. eher äußerlich und schandtatenbezogen. wegen angefressener schuhe, abgefetzter vorhänge und ihrer neuen lieblingsbeschäftigung: meinen schrank öffnen und sich in den winterpullis wälzen. sie ist nervigste und entzückendste wesen in meinem kleinen universum. danke dafür, püppilotta.

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Samstag, 22. Juni 2013
von der liebe zum schlaf
es gibt wenig, was ich mehr vermisse, wenn es mir fehlt. der schlaf ist ein geheimnisvolles land, ein asyl ohne bleiberecht. das macht nichts, denn ich darf wiederkommen, jeden abend, ohne bedingungen.

wenn ich mir sage, ich will etwas schönes machen, gehe ich sehr gerne einfach zu bett. schlafen ist ein probates mittel gegen die alles verschlingende traurigkeit, die immer noch verpuppt in der zirbeldrüse sitzt und nur auf einen tageslichthellen anlass wartet, mein leben wieder in besitz zu nehmen. davon abgesehen ist der schlaf ein alibi-event, wenn mir die menschen da draußen wieder angst machen.

ich träume meist freundlich, als ob mir der schlaf etwas schenken möchte, das ich unbewusst vermisse. ich träume dialoge, freundschaften, beziehungen. ich träume von der liebe, manchmal so realistisch, dass ich beim aufwachen verwirrt bin und den duft meines traumpartners noch in der nase habe. ganz selten nur sind es männer oder frauen, die ich kenne oder kannte. das ist tröstlich, da ich so nicht gefahr laufe, jemanden bzw. eine situation mit jemandem zu vermissen.

wer schon mal 12 stunden am stück geschlafen hat, kennt vielleicht das gefühl, mit dem man sich durch den nächsten tag bewegt. es scheint, als habe der schlaf ein sanftes rauschgift ausgeschüttet, das alles ein wenig weiter weg erscheinen lässt. die reize sind wie automatisch gefiltert, nur das notwendigste erlangt aufmerksamkeit.

der schlaf möchte willkommen sein. ich lade den schlaf ein, zu kommen und sehr lange zu bleiben, indem ich licht und lärm eliminiere. an freitagabenden ziehe ich nicht nur die vorhänge zu, sondern befestige noch eine dicke decke am fenster. ich sperre die katze aus und das handy und verschließe die ohren mit 32db-ohrenstöpseln. zuletzt lege ich ein handtuch vor den spalt unter der tür, weil von hier zuerst tageslicht ins zimmer kriecht. mein schlafzimmer wird zum tempel.

die müdigkeit kommt meist automatisch, sobald der körper dem gehirn zuflüstert, hey, ich spüre bettlaken! und das hirn schüttet freundlich melantonin aus, manchmal so schnell und so viel, dass ich es nicht mehr schaffe, die kontaktlinsen herauszunehmen. in den inzwischen seltenen fällen, in denen das melantonin nur sparsam tröpfelt, nehme ich muskelrelaxer, in schweren fällen und bei einsetzenden panikattakchen tavor. nichts soll dem schlaf die einreise verweigern, keine roten ampeln oder unfälle auf der straße des bewusstseins. die medikamente entfalten ihre wirkung wie eine warme umarmung, der körper fließt in die matratze wie ein geist, die seele diffundiert befreit.

komm, oh schlaf, du todes bruder. rette mir das leben und rette mich vor dem leben.

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Donnerstag, 20. Juni 2013
atomic kitten
total verstrahlt.

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Montag, 17. Juni 2013
lage des blogs
es gab mal eine gute zeit, und das war die phase, als ich die kommentare off hatte. manchmal machen kommentatoren ja spaß, manchmal kommt da allerdings so viel unqualifizierter dünnschiss am stück bei raus, dass ich mich frage, wie das leben als einzeller wohl so funktoniert. (und nein, ziwos haben deutlich mehr zellen und für mich sogar waldmeistereis im gefrierschrank, die sind da jetzt ausnahmsweise mal explizit nicht gemeint.)

bei allgemeinen, bestenfalls polarisierenden einträgen geht es meistens gut. da gibt es spannende diskussionen. bei persönlicheren einträgen fällt mir immer auf, dass es einfach zu viele heckenpenner gibt, die ihr schwaches ego / ihren kleinen schwanz durch miese sprüche aufpolieren müssen. früher ist mir das nicht so aufgefallen, aber vermutlich wird man im alter kompromissloser.

entweder unterbinde ich kommentare wieder ganz oder ich verzichte auf alles, was mit meinem (gefühls)leben zu tun hat. im anbetracht der situation, dass es in kürze vermutlich berufliche veränderungen / verbesserungen geben wird, ist das vielleicht ganz ratsam.

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