Sonntag, 14. April 2013
objektlos
nachdem ich das objekt vor drei wochen per böser sms die freundschaft gekündigt habe, stand gestern das erste clubbedingte aufeinandertreffen an.

das ganze gestaltete sich recht einfach, da einige freunde anwesend waren, der dj schlechte musik auflegte und ich in nullkommanix betrunken war, nachdem mir der barmann einen kurzen nach dem anderen aufdrängte. der kleine punk schrieb mir zwischendurch eine sms, dass er ebenfalls auf einer miesen party sei, nüchtern noch dazu, da er mit dem motorrad unterwegs war. ich schrieb zurück und mr. shyguy wollte wissen, wem ich da schreibe und ob der angeschriebene etwas mit meinem ausgeglichenen und gesunden äußeren zu tun habe.
"auch", sagte ich und dachte an den freund.
"hast du schon gehört, das objekt will jetzt vielleicht doch mit der objektgespielin zusammenziehen."
ich lachte in mich hinein, dachte, opportunistenschwein, und meinte:
"soll er doch."
"das macht dir gar nichts aus?" fragte mr. shyguy zurück.
"er will raus aus dem wohnheim und ne richtige wohnung. das anliegen besteht, seitdem er gemerkt hat, dass so ein zimmerlein zusammen mit kind schwierig ist. nachdem mein angebot jetzt gestrichen ist, greift er nach dem nächstliegenden strohhalm. so ist das objekt nunmal gestrickt."
mr. shyguy bemerkte, dass ihn meine ruhe beeindrucke, und ich fügte hinzu, mich auch. dann lächelten wir uns an und schauten in die kleine runde.

irgendwann beschloss ich, dass das alles zeitverschwendung sei, holte meine jacke und radelte weit vor ende der veranstaltung nach hause.

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Samstag, 13. April 2013
without herzklopfen
ich verliebe mich ja nicht mehr. und ist ein mann erst einmal mein, verliere ich in der regel das interesse. herzklopfen und dann aus.

das ändert sich offenbar auch nicht mehr. gestern, beim fünf-sterne-essen mit dem freund, überfielen mich leichte fluchttendenzen. ich merkte: ich bin schon wieder nicht verliebt. aber der freund tut trotzdem gut. meine seele ist derzeit so intakt, dass ich endlich wieder mit 8 stunden schlaf auskomme anstatt wie sonst 12 oder 13. ich habe also die konsequenzen gezogen und mich für die vernunft entschieden. ich bleibe. auch ohne schmetterlinge im bauch. vielleicht ist das ja die nachhaltigere art der liebe.

das einzige, was mir derzeit wildes herzklopfen verursacht, ist autofahren. das bekommt mir überhaupt nicht mehr. mir wird sofort schrecklich und anhaltend schlecht. das wird schwierig, da wir ende des monats einen großen journalisten-event haben, den ich leiten muss. 500 km autofahren. das heißt, mindestens fünf stunden übelkeit. und darauf dann champagner und häppchen. ich hoffe, ich kotze keinem der gutangezogenen schnöselmeiers aufs jackett.

vorher aber noch mal schnell in den süden der repulik, meinen eltern das lieb kind machen und vielleicht einen exzess mit dem kleinen punk (der ex-ons) einlegen.

monogam bin ich ja immer noch nicht. egal ob herzklopfen oder nicht. das ändert sich dann erst nach einem herzstillstand.

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Dienstag, 9. April 2013
event-crashing
berlin. acht konzerte, eine party, dreieinhalb freunde, und das alles in 48 stunden. neuruppin forever nicht als film, sondern in form von stau erlebt. nunja. man kann nicht alles so schnell haben wie die geschwindigkeit der zeit, die nur so verfliegt, wenn man glücklich ist.

der freund wird mehr. immer mehr. ich schwanke in meinen emotionen, schwelge zwischen geborgenheit und latenter platzangst. gleichzeitig hat sich ein ex-ons wiedergemeldet, der sich nun doch von seiner freundin getrennt hat. auch mit ihm werden die gespräche länger, die abende später, der schlaf weniger. das wirkt sich negativ auf den serotoninspiegel aus, aber positiv auf das beendete objektverhältnis.

insgesamt ist alles anders. aber ich bin noch immer ich. mit denselben ängsten, nöten und träumen. und ich hoffe, dass ich damit niemandem das herz brechen werde.

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Freitag, 5. April 2013
freunde bleiben
"ich denk an dich", gesteht mir der freund. und: "ich fand das wochenende mit dir sehr schön."
dito, muss ich zugeben.

es wird schwer, freunde zu bleiben. denn da war ein kuss. oder zwei. und das, obwohl wir uns seit sechs jahren kennen.

wir spinnen rum und träumen. das können wir beide gut. obwohl der freund so ein manager-macker ist, die mir in den letzten jahren suspekt geworden sind. obwohl ich so gestört bin und weiß, der sichere hafen ist für mich nur ein goldener käfig.

zusammen essen gehen, nächste woche. weil ich sushi möchte.
zusammen in urlaub fahren. weil es der freund sich wünscht.
zusammen alt werden. wenn gott will.

sicher ist nur eines:
ich hab so ein verdammt schönes kribbeln im bauch, wenn ich dich im kopf habe.

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Montag, 1. April 2013
einfach nur schön
am donnerstag bin ich schon morgens in der arbeit fast am heulen und überlege die ganze zeit, ob ich wieder in die psychiatrie gehen soll. aber mich mit pillen vollstopfen lassen ist nicht das, was mir vorschwebt, also lasse ich es. irgendwie überlebe ich bis samstag, dann setze ich mich in den zug und fahre einfach weg. zu einem freund.

der freund holt mich am bahnhof ab. er findet, dass ich gut aussehe und so, als hätte ich keine probleme. ich lächle angestrengt, bis wir zuhause sind und gegessen haben.
"dann erzähl mal", sagt der freund.
und ich fange an zu blubbern. von den zwischenmenschlichen katastrophen der letzten wochen. von der großen erschöpfung und meinem ständigen kreiseln um weiterleben oder lieber nicht weiterleben wollen sowie dem unerklärlich überzeugendem gefühl, bald sterben zu werden.

der freund hört zu und schaut mich dann ein bisschen erschüttert an.
"du bist ziemlich am ende, hm?"
ich nicke und mir steigen die tränen in den augen.
"und du klingst so, als ob dir der gedanke an den tod überhaupt nichts ausmacht. das würde auch erklären, dass du dein leben und deine gesundheit so aufs spiel setzt."
ich nicke wieder und die erste träne tropft aus meinem linken auge. ich wische sie energisch weg.
"weißt du, was dein problem ist?" fragt er. "du hast lauter menschen um dich herum, die dir deine energie wegfressen."
die tränen beginnen, mir über die wangen zu laufen.
"nicht heulen, bitte, ich kann doch keine frauen weinen sehen", schmunzelt der freund. da muss ich lachen und dann doch leider weinen, und der freund lässt mich einfach, streichelt meine haare und gibt mir irgendwann ein taschentuch und einen aufmunternden blick, der mir sagt, putz dir die nase und schau auf die schöne seite des lebens.

der freund ist in der glücklichen situation, glücklich zu sein. er hat seine frau und seinen alten dunstkreis verlassen und hat sich eigene, neue freunde gefunden. er hat mit sport angefangen und überhaupt sein ganzes leben neu aufgestellt.

wir gehen aus und ich lerne seine clique kennen. ich lerne seine kinder kennen, zwei wunderbare menschen, die nur ein paar jahre jünger sind als ich. der freund kocht mir mein lieblingsessen und lässt mich in seinem bett schlafen und in seinem pool baden. bei allem, was er tut, strahlt er so viel ruhe und zuversicht aus, dass mir ganz warm ums herz wird.

als ich am zweiten abend auf dem sofa lümmle und den kopf auf seine brust lege, weiß ich, dass der freund ein freund ist. und dass es mir vielleicht irgendwann auch wieder gut gehen wird. so wie ihm.

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