Donnerstag, 23. Februar 2012
piesacken
gestern habe ich aus jux und laune das objekt angerufen. ohne erfolg. ich hatte es bildlich vor mir, wie das handy schrillte, der blick panisch über das display schwebte und der zittrige daumen mich daraufhin wegdrückte. anschließend schaltete das objekt das handy ganz aus, um sich nicht mehr konfrontieren zu müssen.
also schickte ich eine sms hinterher: "alter, isch wais, wo du wohns!" vermutlich wartet das objekt seither angsterfüllt darauf, dass es an der haustür klingelt. die vorstellung davon rettet meine restwoche.

die k.-ex, die derzeit die objektive post annimmt, hat mir heute am telefon berichtet, dass schon wieder mahnungen für das objekt eingetrudelt seien. offenbar hat es eine strom- und eine klamottenrechnung nicht bezahlt.
"ich seh da schon wieder gelbe briefe kommen", meinte die k.-ex sorgenvoll.
"vielleicht stecken sie ihn dann wieder in den knast", erwiderte ich schadenfroh.
"ich helf ihm nicht", sagte die k.-ex. "von mir kriegt er kein geld."
"von mir auch nicht."
"trotzdem versteh ich das nicht, wie kann er bloß, er hat doch auch den kleinen!"
"zehn joints und der tag ist dein freund - weißte doch."
"und noch mehr, was wir gar nicht wissen."
"gott bewahre."

vermutlich werden das objekt und ich morgen im rahmen einer party aufeinandertreffen. ohne die k.-ex, die ja derzeit die diplomatische instanz zwischen uns ist. ich rüste mich innerlich schon mal dafür.

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Dienstag, 21. Februar 2012
der alte affe existenzangst
absolut.
atem- und nachtschlafraubend.
bewusstseinstrübend.

klar sehen, du musst doch mal klar sehen! was machen!
statt klarsichtfolie ist da nur noch mattscheibe.

auf und ab, hin und her.
wie eisbären.
die müssen auch mal weinen, kriegen aber nicht mal das auf die reihe. selbst wenn es ihnen bis oberkante unterlippe steht. alles trocken wie der saharawind.

wär lieber ameise, die haben ihre festen straßen. und sind fleißig und redlich.

(überhaupt können wir gerade ganz wenig müssen.)

alles quatsch.
aber alles wirklich so.

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Sonntag, 19. Februar 2012
pieces of february
dass man manch einen guten film einfach nicht sehen kann, weil einer der schauspieler eine bestimmte form von absolut subjektiv empfundener hässlichkeit besitzt.

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enten haben keine spikes an den schwimmflossen. tauwetter ist ihr feind.

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london calling. vier tage notting hill mit k. - ich bin unentschieden. ich hab diesen mann noch nie länger als 16 stunden am stück um mich gehabt. außerdem habe ich absolut keine kohle. anderseits muss ich dringend mal raus. und london war bislang immer gut zu mir.
hach. nur drei tage zeit, um eine entscheidung zu treffen...

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das objekt hat sich nicht auf meine nachricht von damals gemeldet. meinen ungebremsten hass musste die k.-ex gestern abend beim vorglühen auffangen. sie bestätigte mir, dass das objekt erst vor zwei tagen wieder über mich gesprochen und dabei erwähnt habe, wie sehr es die situation bedrücke. dieser heuchler.
im club dann war das objekt auch da, guckte mich sogar unsicher an, ging dann aber an mir vorbei. ich wollte hinterher, um ihm in die fresse zu hauen, doch die k.-ex hielt mich zurück. ich knallte mir ein bier und eine line rein, stürzte komplett ab und fuhr nur eine stunde später nachhause.

die k.-ex, die gute, rief heute an und erkundigte sich nach meinem befinden. um meine derzeit stark niedergedrückte laune zu heben, berichtete sie, dass mit der objektgespieln schluss sei und dass das objekt seinen geburtstag neulich ganz alleine verbringen musste. erschreckend, wie wunderbar sich genugtuung manchmal anfühlen kann.

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Donnerstag, 16. Februar 2012
immer nie am meer
meine zimmerpalme ist der spiegel meiner seele. in letzter zeit wirkt sie schlaff und kriegt braune blätter. ist eben keine herbstzeitlose. vermutlich vermisst sie das meer, auch wenn sie sicher kein ballermann-typ ist.

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mit charles baudelaire verhält es ähnlich wie mit miranda july: man will immer mehr davon. man will am liebsten auch so sein. und weiß sich gottfroh, dass man es nicht ist - hieße es doch, so viel weniger zu staunen zu haben.

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als kind haben mich feuerwehrsirenen immer zum weinen gebracht. nicht wegen des geräuschs, sondern wegen der rührung ob der tatsache, dass da etwas so unbedingte und durchsetzungsfähige dringlichkeit besitzt. noch heute bewundere ich menschen, die sich so wichtig tun können - je mehr, desto weniger sie es tatsächlich sind.

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der selbstekel, mit dem man sich beim älterwerden zusieht. die schludrigkeiten: der einzig rote faden. der ego-taurus im labyrinth, den man gerne als häschen hätte. so aber: besser nicht zu nahe kommen. besser nicht streicheln.

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Dienstag, 14. Februar 2012
morning-low
alles weit weg: das fundament, das firmament. die erdanziehung funktioniert in mehrere richtungen.

schwindel, taumel. das kleinhirn ist noch ganz kalt.

was wohl die schwarze katze im schnee von neulich macht? und das falkenpärchen?

fragen, die man sich besser stellt, wenn man am ende einer woche wieder auftaucht.

jetzt erstmal die luft anhalten.

fucking happy fleurop-tag, to whom it may concern.

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