Donnerstag, 26. Januar 2012
schlecker verkauft seine marketingleute
es gibt untrügliche anzeichen dafür, dass pleite-schl*ecker seine marketingabteilung mit dem untrüglichen blick für grammatikalisch inkorrekte bildungsferne-schichten-slogans an einen großen energiekonzern verkauft hat.



liebe studenten der kommunikationswissenschaften, hier sehen sie ein beispiel für unterirdisch schlechte werbung. und was lernen wir daraus? viele der ganz großen können uns kleinen intellektuellen-furzern nicht mal dann ans bein pissen, wenn sie direkt daneben stehen.

wollen wir doch mal im duden nachsehen! unser verdacht wird sofort bestätigt: dieses wort "vorweggehen" existiert gar nicht.

wir überlegen mal logisch, was es uns sagen will.
vor-weg-gehen:
vor: im vorherein, im voraus
weg: weg! (schnell weg!!)
gehen: rennen, hetzen, sprinten, sich schleunigst vor den hirnzellenfresser-zombies in sicherheit bringen!!

fazit:

lieber energieriese, genau das tun wir: wir rennen weg. wir verlassen dieses www. wir verlassen dieses land, diese welt und fliehen zum mond. nur um dem moment zu entgehen, in dem deine werbung in unseren briefkästen landet.
ich weiß, wir leben im zeitalter von christian wulff, guttenzwerg, der blonden uschi an der leine und dschungelcamp. aber das entschuldigt nicht, dass ihr das niveau eine ganze verwinkelte wendeltreppe lang in eine marianengrabentiefe schlucht stürzt. da hat ja micaela schäfers linkes silikonimplantat mehr brain.

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Dienstag, 24. Januar 2012
echoes in my mind
positiv. schön. friedvoll und doch spannungsreich. das fasst mein leben und auch den letzten abend zusammen. (den rest muss ich leider zensieren.)

die nacht allerdings war voller merkwürdiger träume. zuerst befand ich in der agentur, wo die decke einsturzgefährdet war und ich erfuhr, bereits sehr lange zeit unter lebensbedrohlichen bedingungen gearbeitet zu haben. es wurde gerade dilettantisch saniert und ich hatte meine zweifel, dass das halten würde.

dann rannte ich über eine brücke. schwarze wolken folgten mir. ich wusste aber, dass ich mich vor dem unwetter retten können würde. ich erreichte mein zuhause, eine sehr große halle mit immensen fenstern. im grunde bestand die hälfte des hauses aus fenstern. man konnte direkt in den himmel blicken, wo das gewitter nunmehr apokalyptische formationen erreicht hatte. ich wusste aber, ich war in sicherheit, und falls nicht, konnte ich ja aus dem haus rennen und mich so retten (letzterer gedanke scheint frei von logik, aber im traum war ich überzeugt, dass es funktioniert).

erneuter szenenwechsel. ich saß mit freunden an einem tisch. das objekt und der objektsohnemann waren auch da. wir verstanden uns wieder gut. das objekt scherzte über die eiszeit, die wir hinter uns hatten. dann servierte es eine suppe mit hähnchen und sojasprossen und hieß mich essen. der geschmack war über die maßen köstlich. im traum merkte ich, wie mau die zeit ohne das objekt war und wie sehr ich es vermisst hatte.

ich wachte auf, hatte noch die erinnerung an den geschmack der suppe auf der zunge und war einen moment lang glücklich, weil ich glaubte, wieder mit dem objekt versöhnt zu sein. die ernüchterung erwischte mich hart und ließ mich den heutigen tag über ziemlich am rad drehen.

was mach ich bloß?

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Sonntag, 22. Januar 2012
k.einen bock geschossen
k. war schlichtweg nicht zu überreden, mit in den club zu kommen. ältere herren brauchen auch mal einen ruhigen abend - ich verstand das.

also männerfreier abend, beschloss ich. einfach nur tanzen und mit dem dj quatschen, um ein paar neue songs im ohr mitzunehmen.

denkste. schon an der tür traf ich den ersten bekannten, der mich jedesmal zu einem date zu überreden versucht. ich kam eine viertelstunde lang nicht dazu, die jacke auszuziehen. irgendwann gab ich mich geschlagen und rückte meine telefonnummer heraus, damit er glaubte, den monolog ein andermal fortsetzen zu können. natürlich würde das nie geschehen.

kaum betrat ich den nebenraum, stand der drogenberaterbulle vor mir. er knutschte mich gleich und hatte ratzfatz die finger unter meinem oberteil.
"alter, du hast ne frau zuhause sitzen!" rief ich und hielt seine hände fest.
er guckte und guckte und meinte dann betreten:
"aber die liebe ich doch nicht mehr."
"das klang neulich aber anders."
achtung, jetzt kam es:
"aber das war, bevor ich dich getroffen habe."
mir fehlten kurzzeitig die worte. der drogenberaterbulle hatte sich ernsthaft in mich verliebt. von einmal knutschen.
"aber du kennst mich doch gar nicht!" rief ich verzweifelt.
"doch, du bist super", beharrte der drogenberaterbulle.
"ich bin nicht super, ich bin ein wrack", erwiderte ich.
der drogenberaterbulle guckte bedröppelt.
"ich dachte, wir machen uns heute nacht auf und davon."
"was meinst du damit konkret? eher so in richtung vögeln oder in richtung heiraten?"
"naja, auf und davon eben. wir fangen ein neues leben an. zu zweit."
der typ hatte definitiv eine meise und einen schweren realitätsknick, obwohl ich die idee sehr süß und romantisch fand. hört frau ja nicht alle tage. die meisten sagen nur, geile titten, baby, lass uns ficken.
"tut mir leid, ich bin in meinem kosmos ganz glücklich", nahm ich ihm den letzten wind aus den segeln.
der drogenberaterbulle seufzte und fragte dann:
"aber einen kuss krieg ich noch?"
naja, wollen wir ja mal nicht so sein, dachte ich.

und schwupp, hatte ich des drogenberaterbullen zunge am zäpfchen und seine hände schon wieder an meinen brüsten.
exakt in dieser sekunde kam das objekt vorbei. es blieb stehen und guckte. dann schüttelte es den kopf, als müsse es eine halluzination verscheuchen und glotzte dann noch einmal. auf seinem gesicht stand ein großes fragezeichen und deutliches entsetzen. nunja, es kannte mich ja sonst auch nicht mit mittelalten biederen herren in bluejeans, sportschuhen und funktionsjacke.

dann endlich ließ der drogenberaterbulle von mir ab.
"war das dein exfreund?"
ich guckte verwirrt.
"der typ mit den langen roten haaren."
"äh, wieso das denn?"
"der guckte eben, als hätte er mir gern auf die fresse gehauen."
"nein, nein, der ist ganz harmlos und auch nicht mein ex", sagte ich schnell und dachte dabei an die szene damals vor dem supermarkt, wie das objekt den penner vermöbelt hatte.
"na gottseidank, denn der scheint ja ein ganz schweres drogenproblem zu haben."
"äh, kann sein."
"doch, das ist so, der nimmt barbiturate oder opiate oder sowas, das seh ich sofort."
"ich muss mal zur toilette", sagte ich, weil ich das ganz dringende bedürfnis zu verschwinden hatte.

in meiner verzweiflung rannte ich tatsächlich erstmal auf klo. in einer kabine setzte ich mich und seufzte laut. da hatte ich wem das herz gebrochen. und die chancen, dass ich je wieder mit dem objekt sprechen würde, hatten sich dadurch auch nicht unbedingt vergrößert. das objekt teilte genau in freund und feind ein, und zugeknöpfte drogenberaterbullen gehörten sicherlich zu den erzfeinden.
ich seufzte nochmal.
"hallo." jemand klopfte an meiner tür.
ich öffnete.

draußen stand eine frau, ungefähr mitte oder ende 30, rockerbraut, mit riesigen möpsen. sie lächelte freundlich.
"dachte ich es mir doch, dass du das bist."
ich guckte verwirrt.
"sie müssen mich mit jemandem verwechseln."
"nein, nein, sicherlich nicht", sagte die frau. "wir haben uns vor drei jahren in einem anderen club kennengelernt... du warst damals sehr traurig, weil dich gerade dein freund verlassen hatte, und ich hab dir einen tequila ausgegeben."
ich überlegte. die zeit und die umstände waren plausibel. aber ich konnte mich beim besten willen nicht an diese frau erinnern. das sagte ich ihr auch.
"naja, das ist doch aber nicht schlimm", fand die frau. "gehst du auch heute noch einen tequila mit mir trinken?"
sie zwinkerte mir lustig zu und ich schnallte: lesbenalarm.
trotzdem war die gute ja sehr nett und ich dachte, warum sollte ich nicht einen kurzen mit ihr trinken? besser als mit dem drogenberaterbullen rumstehen und dessen grabschhände im auge zu behalten.

aus dem einen tequila wurden dann allerdings rasch zwei und dann drei. ich fühlte mich angetüddert und saß auf dem barhocker, während die frau neben mir stand und den arm um mich gelegt hatte. meine nase befand sich direkt vor ihrem enormen dekollete.
und halleluja, wie sollte es anders sein, kam das objekt mit einer leeren bierflasche, die es an der bar abzugeben gedachte, auf uns zu. es guckte wieder verdutzt, starrte mit offenem mund und schüttelte erneut den kopf. vermutlich dachte es, ich hätte mir die olle zur abschreckung des drogenberaterbullen zugelegt.

"ich muss dann mal wieder", stotterte ich irgendwann.
"wohin denn?" fragte die frau und ließ mich nicht los.
"zu meinem freund."
"ach scheiß doch auf die männer."
den satz hätte ich zu einem anderen zeitpunkt ausgesprochen gerne unterschrieben, eine million mal vervielfältigt und flugblattartig in den straßen hamburgs verteilt. aber heute eher nicht.
"war nett, dich kennengelernt zu haben", sagte ich artig und verdrückte mich.

ich versteckte mich beim dj. hinter den turntables tippte ich eine nachricht an k.:
"komm doch noch vorbei. du musst doch bloß einmal um die ecke latschen. und die party ist total spitze und es sind lauter tolle leute hier."
für einen guten zweck durfte man auch ein bisschen schwindeln, fand ich.

k. antwortete jedoch nicht. das war okay, fand ich, da es bereits vier uhr morgens war und k. sicherlich schlief. mein verständnis löste jedoch meine probleme nicht. so verbrachte ich den rest des abends auf der flucht vor dem drogenberaterbullen und der merkwürdigen frau.

das objekt schlich noch mehrmals an mir vorbei und betrachtete mich aus trauriger distanz. früher war ich einfach hingegangen und hatte mich knuddeln und knutschen lassen. und das objekt hatte mit seinen starken armen, ein paar sprüchen und deutlichen reviermarkierungen alle lästigen sabberer vertrieben.
es machte mir also immer noch etwas aus. die erkenntnis war niederschmetternd. ich registrierte die blicke des objekts und wusste, dass es auch ihm noch wehtat. aber ich würde daran nichts ändern. wenn, dann musste es zu mir kommen und sich entschuldigen und dann könnten wir ja vielleicht lustige smalltalk-bekannte werden, wenn auch nie wieder freunde.

irgendwann, es war schon spät, nahm ich meine jacke und ging einfach los. ich lief durch den regen, bis meine füße wehtaten und der kopf müde war. erst dann suchte ich eine bushaltestelle und nahm den nächstbesten bus richtung zuhause.

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Freitag, 20. Januar 2012
it´s k. sin
durch den regen, durch die nacht.

ich treffe k. an der unterführung, wo wir uns schon im sommer begegnet waren. ich bin nervös, doch als k. ankommt, sehe ich auch auf seinem gesicht eine gewisse anspannung. keiner lächelt, keiner will der erste sein, der küsst. ein profanes hallo, das schnell in die verlegene frage mündet, wohin jetzt, wonach ist dir, worauf hast du bock. die antwortmöglichkeiten werden eingeschränkt durch die allgemeine überfüllung, die donnerstags in den kneipen herrscht, da die temperaturen nun doch gesunken sind und tische und stühle draußen fehlen.

dann sitzen wir in einer lokalität dritter wahl und gucken verlegen, bis uns der kellner zwei wodka red bull bringt. es ist sehr viel eis in den gläsern, aber der alkohol entfacht ein feuer und taut uns auf und k. erzählt von seiner kindheit auf dem dorf vor den toren hamburgs, seiner arbeit und seiner liebe zu london.
irgendwann hält k. inne und guckt wieder und beginnt so schön zu lächeln, bis sein sonst so ernstes gesicht strahlt, und da greife ich seine hand, die auf dem tisch neben dem glas mit den geschmolzenen eiswürfeln liegt, beuge mich über den tisch und küsse ihn.
wir sehen einander wieder lange an, grinsen wie die osterhasen, bis k. mein gesicht mit beiden händen zu sich zieht und mich zurückküsst.

"versprichst du mir was", sagt k.
"was denn", frage ich zurück.
k. sieht sich vorsichtig um.
"dass du in diesem laden nie was isst."
ich stutze.
"wieso das denn?"
"der kellner hat eben in den salat geniest."
ich muss lachen.
"dann lass uns doch noch woanders hingehen."

wir wechseln die lokation und tanken caipirinhas. dann sind wir blau und knutschen hemmungslos. wir haben den letzten platz auf der fensterbank, zwischen kissen, decken und jacken. es ist laut und warm. alles verschwimmt zu einer süßen wolke aus atemluft, rohrzuckerresten im glas und nebel im kopf. als k. das nächste mal dazu kommt, luft zu holen, sagt er:
"ich rufe uns ein taxi, kommst du mit zu mir?"
das lasse ich mich nicht zweimal fragen.

auf der rückbank des taxis steckt mir k. die hand in den schlüpfer. ähnlich wie das objekt mit seinen spontanen kurzübergriffen bringt er mich innerhalb von sekunden zum orgasmus. der taxifahrer grinst in den rückspiegel. ich bin voll, ich bin geil, es ist mir egal, ob sich der taxifahrer gleich einen auf uns runterholen geht.

wir stolpern in k.s wohnung und zerren uns die kleider vom leib. dann vögeln wir uns im schein von drei kerzen auf dem schwarzen teppich im wohnzimmer die seelen aus den leibern.
wieder bin ich überrascht, dass sich unsere neigungen und anwandlungen so gut ergänzen. das war mir im objektverblendeten sommer gar nicht richtig aufgefallen. ich fühle mich ganz da, ganz nah dran. k.s blick ist schattig, durchdringend und zugleich gefangen in erregung, seine berührungen mal rau und heftig, dann wieder zart. wir sind beide switcher, genießen hingebungsvolle liebkosungen ebenso wie den aggressiven rausch.

erst gegen drei liegen wir in k.s kaltem bett.
"wann musst du morgen aufstehen?" will k. wissen.
"so gegen sieben, und du?"
"neun."
fast alle meine liebhaber liegen morgens, wenn ich ins büro renne, noch im bett und können weiterschlafen, weil sie spät zu arbeiten anfangen, schichtdienst haben oder die vorlesung schwänzen können. ich finde das ausgesprochen gemein.

ich schlafe sofort ein. k. schnarcht leise, doch es weckt mich nicht. hin und wieder wacht einer auf, weil der andere sich dreht. wie schon die nächte zuvor schlafen wir eng umschlungen, was mich wider erwarten kein bisschen nervt.

k. bemerkt nicht, dass mein wecker klingelt, ich in rock und bluse schlüpfe und mich für die arbeit fertig mache. erst als ich auf dem bett sitze, um mich zu verabschieden, wird er wach. er zieht mich an sich und sagt dann unvermittelt:
"ich will aber keine feste beziehung."
ich muss lachen.
"hab ich irgendwas dahingehend gesagt?"
"nein, aber du weißt ja... ich hab erst neun jahre hinter mir."
"keine sorge. ich bin kein mensch, der fünf tage die woche mit dir zusammenglucken will."
außerdem ginge das auch nicht, weil da noch ein anderer mann ist, ergänze ich im geiste.
"ich mag dich trotzdem unheimlich gerne", fährt k. fort, "ich genieße deine nähe wahnsinnig. und du weißt auch, dass ich sonst nicht der typ bin, der rumfickt."
genau dafür liebe ich dich.

ich erhebe mich mit schweren knochen und leichtem herzen:
"ich muss los."
"ja. ich stehe jetzt auch auf."
k. bringt mich noch zur tür, ein letzter kuss, dann renne ich zur s-bahn. der alltag kriegt mich jedoch noch lange nicht wieder.


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Donnerstag, 19. Januar 2012
schneewit(t)chen
jetzt gehen wir den ritter klarmachen.

der ritter kommt durch den regen und ich hoffe, er hat keinen schnee mitgenommen.

der abend soll ja eher labamba werden, wahlweise ein wenig bluna.

im moment bin ich allerdings müde vom büroterror und kann mir gar nicht vorstellen, wie ich heute noch anständig ficken soll. die k.-ex spricht immer gerne von "performance" und davon, ob die gut war oder nicht.

ich brauch alk, ich kriege minderwertigkeitsgefühle.

morgen dann mehr.

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