Sonntag, 15. Januar 2012
special k., klappe II
man trifft sich bekanntlich immer mehrmals im leben. k. ist dabei stets für eine überraschung gut.

nachdem der freitag recht unspektakulär verlief und ich frühzeitig im bett war, um 12 stunden am stück zu schlafen, war der samstag deutlich aufregender.

alles fing damit an, dass ich spontan eine jacke für 70 euro kaufte. 70-euro-klamotten kaufe ich sonst nur, wenn ich a) nicht auf haushaltsgeräte oder zahnkronen spare, b) vier wochen um das objekt der begierde herumschleiche und es mir dabei jedesmal begehrenswerter erscheint und c) es definitiv in den nächsten wochen nicht reduziert zu haben sein wird. kurzum, die zeichen standen auf großzügigkeit.

am abend dann rief mr. shyguy an, ob ich in den club gehen wolle und ob wir uns vorher träfen. ich sagte zu. mr. shyguy meinte daraufhin, er sei so gegen mitternacht bei mir.

mitternacht, kein mr. shyguy in sicht. ich schickte eine sms: wo bleibst du? kurze zeit später bekam ich eine rückmeldung. es stellte sich heraus, dass mr. shyguy gerade ein date gehabt und die zeit vergessen hatte. das date war am anderen ende von hamburg, aber mr. shyguy meinte, er würde mich trotzdem abholen. um eins sei er spätestens da.

ein uhr, kein mr. shyguy. acht minuten nach eins klingelte das telefon. mr. shyguy war dran.
"ey, du musst mir mal helfen. ich bin hier irgendwo, wo ich noch nie war und hab keine ahnung, wie ich zu dir komme."
mithilfe von g.oogle maps lotste ich mr. shyguy vom bakenhafen bis zu mir.

um viertel vor zwei saß ich endlich im auto. dann klingelte mein handy. k. war dran.
"hey, ich bin breit, kommt ihr vor dem club noch vorbei und nehmt mich mit?"
man muss dazu wissen, dass k. ungefähr 200 meter vom club entfernt wohnt und diese ansage daher deutlich den pegel widerspiegelte.
"oh gott, jetzt wird das noch später", murmelte mr. shyguy.
"selber schuld, hätteste eben schneller vögeln müssen."
"mann, ich hab die nicht gevögelt, die ist erst 20."
"um so schlimmer! das hast du dir entgehen lassen?!"
"ey, wenn die sich in mich verliebt, hab ich die an der backe!"
"unternehmerrisiko."
mr. shyguy grinste:
"freches stück, du."

um kurz nach zwei schlugen wir endlich bei k. auf. dann wankten wir zu dritt zum club.
am eingang bezahlte k. für mich mit. das war mir peinlich und unangemessen, aber sehr lieb, wie ich fand.

obwohl wir uns vorgefreut hatten, war drinnen leidergottes tote hose. die gegenveranstaltung hatte diesmal deutlich die mehrheit der leute abgezogen. dafür war endlich mal platz zum tanzen.
gegen fünf wurde die musik immer schlechter. ich war zwischenzeitlich nach drei drinks ziemlich blau, k. wieder nüchterner.
"sag mal, willst du jetzt wirklich noch mit dem bus fahren?" fragte er.
"hmmmmmm", sagte ich nuschelig.
mr. shyguy feixte:
"du lallst auch schon richtig."
ich schwieg beschämt.
k. erbot sich:
"du kannst auch bei mir schlafen."
mr. shyguy lachte:
"du kannst auch bei MIR schlafen."
"nä, du wohnnsuu weit wech", antwortete ich mr. shyguy.

ergebnis der diskussion war, dass ich gegen halb sechs von k. fest untergeärmelt aus dem club gezerrt wurde.
dann saß ich bei k. auf der couch und bekam eine cola.
"spinnsu, da kannch doch nich schlafn, da is doch kofffffin drin."
"dann hast du morgen aber einen kater."
"ja, vati."
k. lächelte und setzte sich neben mich.
und dann kam es: k. küsste mich.
danach er sah mich an und sagte:
"weißt du eigentlich, wie froh ich bin, dass ich dich kenne?"
ich verweilte unterdessen in schockstarre.
und weil ich nichts sagte, küsste mich k. noch einmal.

in diesem moment explodierte die lust in mir. das hirn setzte aus und die instinkte übernahmen die regie. sekunden später waren wir nackt und wälzten uns auf dem boden.
k. sah mich an. den löwe-frisst-antilope-blick kannte ich sonst nur vom objekt. dieser blick war mir wohlvertraut. und überrascht stellte ich fest, dass mein vertrauen diesen moment wie eine bassline trug und ich anders als bei so manchen o.n.s. nicht in einem konglomerat von unbehagen versank.

nach dem akt legte k. die eine hand um meinen hals und zeichnete mit dem zeigefinger der anderen meine aorta nach. das tier in seinen augen war verschwunden. sein blick war wach und sanft, die geste zärtlich.
ich genoss den augenblick und verbot mir das nachdenken.

wir gingen zu bett. ich schlief ein und träumte, dass ich an k.s seite ging. weitere freunde von k. waren um uns herum. ich kannte sie nicht, aber sie waren freundlich zu mir. k. begann, geschenke für die freunde zu kaufen. jeder bekam ungefragt das, was er sich irgendwann mal gewünscht hatte. ich merkte, dass ich genau das träumte, was ich an k. auch in der realität schätzte: dass er zuhörte, sich an viele scheinbar unwichtige details erinnerte und immer großzügig war.

es gibt vermutlich nichts, was das glück toppen könnte, wenn man aus solch einem traum erwacht und den geträumten menschen direkt neben sich findet. oder vielleicht doch? nüchtern begann sich die gedankenspirale wieder zu drehen: was war nun eigentlich mit der k.-ex? und was war mit der lederjacke? heilloses gefühlschaos breitete sich aus.

ich tippte k. an.
"duhu?"
"hm."
"was ist jetzt eigentlich mit deiner ex?"
"wie kommst du denn nun da drauf?"
"ihr hattet doch noch was miteiander."
"das ist vorbei."
"und sonst so?"
"was sonst? nichts sonst. wir sind befreundet, das ist alles."
zumindest eine sache war schon mal geklärt.

jetzt war es an mir.
zunächst musste ich herausfinden, was die lederjacke konkret von mir oder anderen wollte.
dann musste ich herausfinden, wohin das mit k. gehen könnte.
und zuletzt würde ich mich entscheiden müssen.
gott verdamm mich.

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Freitag, 13. Januar 2012
rezept: ein kuchen für jeden anlass
jägermeisterkuchen

zubereitung:

koste zunächst den jägermeister und überprüfe so seine qualität.

nimm dann eine große rührschüssel und schlage darin die butter schaumig.
probiere nochmals den jägermeister und überprüfe, ob er wirklich von guter qualität ist. gieße dazu das glas ganz voll. wiederhole dies einige mal.

füge einen löffel zucker hinzu und probiere, ob der jägermeister immer noch gut ist.

hau zwei eier und getrocknete früchte in die schüssel. mixe den schalter aus. prüfe den jägermeister auf seine konsistezzzzz.

malte den schickser an, wenn das blöde obst im trixer steckenbleibt löse das mim traubenzieher.

jetzt schmeissie zzzitrone in den hixer und drück deine nüsse aus.

fette den ofen ein und drehihn um 360 grad. schlag den mixer bisser ausssgeht.

wirffff die schschüssel aus dem fffenster.

überprüfeeen restlichen jägermeisssster.
geh ins bett und scheissss aufen kuchen.

deine schuhe kannsu anlassen...

viel freude beim backen!

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Donnerstag, 12. Januar 2012
die dialektik von rosenkohl
gestern ein date mit der lederjacke. nett. sehr nett. und seltsam. wenn typen am wochenende keine zeit haben, haben sie eine freundin. das sagt mir die erfahrung. gewissheiten habe ich keine. solange ich nichts weiß, muss ich meine illusionen nicht zerstören. solange ich nicht frage, muss ich auch ihm nicht antworten.

trinken am mittwochabend ist eine beschissene idee. bis zwei uhr nachts durchmachen auch. heute verkatert im büro gehockt, wenigstens keine langeweile.

dem objekt per post seine sachen geschickt. jetzt ist die wohnung objektfrei. und ich hab keinen grund mehr anzurufen und zu sagen "los, komm vorbei und hol deinen scheiß hier raus!" die einzige verbleibende frage ist, wann ich meine sachen zurückbekomme. aber ich steh ja nicht so auf antworten derzeit.

herrenbesuch, der sich heute ankündigte, ist die einzig große vorfreude. mit dem herrenbesuch sind fast alle fragen geklärt. und seine antworten können mich nicht mehr schrecken. und überhaupt wird die zeit zu kostbar sein, auch nur eine sekunde mit einem negativen gedanken zu vergeuden.

männer erinnern mich an rosenkohl. rosenkohl ist, wenn man ihn kurz kocht, hart und bitter. kocht man ihn lange, schmeckt er wie feuchtes laub. es ist nie so ganz perfekt.

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Montag, 9. Januar 2012
115.306 stimmen für wulffs rücktritt
hätten wir eine demokratie, wäre lügen-wulff längst geschichte.


(quelle: gmx.net)

wenn man einen guttenberg aus dem amt kicken kann, müsste das doch bei einem wulff auch gehen! und zwar fix, bevor opportunistenschlampe angie die bildungsfernen schichten wieder mit falschen wahlversprechen narkotisiert - flatscreen-fernseher für alle oder so.

und wenn es friedlich nicht geht, dann auch anders. denn wenn die pestbeule bleibt, wird sie irgendwann auch den rest des körpers infizieren.

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Sonntag, 8. Januar 2012
special k.
am freitag versammelte sich die silvesterrunde zuzüglich einiger anderer menschen, die ich teils vom sehen aus dem club kenne, anlässlich des geburtstages der k.-ex. die k.-ex hatte k. beauftragt, für mich heikle esserin extra zu kochen (ohne fleisch, ohne allzu viel laktose und ohne knoblauch), was mich unglaublich rührte. dafür hatte ich mit mr. shyguy für ein größeres geschenk zusammengelegt und hatte s/m-shops abgeklappert, um genau das zu bekommen, von dem ich wusste, dass die k.-ex es sich schon länger wünschte.

gegen neun startete das gelage. nachdem wir uns mit dem dinner eine grundlage geschaffen hatten, floss der alkohol in strömen. k. hatte nicht nur mein spezielles essen gekocht, sondern der k.-ex auch noch mein momentanes recht teures lieblingsgetränk verraten, dass nun im kühlschrank für mich bereit stand. ich umarmte die beiden und dankte ihnen für diese besondere aufmerksamkeit. dann saß ich zwischen mr. shyguy und h., die nette bekannte, die auch an silvester anwesend war, geklemmt und genoss die wärme und die freundlichkeiten.

was mir auffiel, war, dass das objekt fehlte. schließlich gehörte es immer noch zu diesem kreis und hatte ein verhältnis mit der k.-ex.
ich fragte die k.-ex.
"mit dem objekt ist es aus", sagte sie. "meine tür bleibt für diesen menschen zu."
wie sich herausstellte, hatte die k.-ex einen teil des geldes, das sie dem objekt geliehen hatte, noch immer nicht zurückbekommen. sie hatte ihm daraufhin gedroht, die letzten reste seines hab und guts verpfänden zu lassen.
"schlaft ihr nicht mehr miteinander", fragte ich.
"nee. das hat für mich jetzt echt den reiz verloren. er kann sich bei mir nicht mit sex freikaufen. außerdem denk ich, der hat eh schon wieder eine neue."
"und was ist mit der objektgespielin?"
"die fickt er nicht mal mehr. behauptet er zumindest."
"ach, der mann lügt doch, wenn er den mund aufmacht", sagte ich.
"man muss dazu sagen, dass die gespielin auch nicht so blöd ist wie wir. die sucht ihm keine wohnungen und die leiht ihm auch keine kohle."

ich lernte zwei weitere menschen kennen, die der k.-ex sehr am herzen liegen. den mann kannte ich bereits vom vorbeihuschen, weil er auch mit dem objekt befreundet war. seine frau hatte ich noch nie bewusst gesehen, während sie behauptete, mich vom sehen aus dem club zu kennen, aus der zeit, als ich mit k. zusammen war. ich guckte und guckte, denn es war eine der schönsten frauen, die ich je gesehen hatte, die, wie sich herausstellte, die gleichen essgewohnheiten hatte wie ich. wir verbrachten die nächsten stunden zusammen und erzählten uns die absurdesten geschichten zum thema als-ich-einmal-gezwungen-war-fleisch/wurst-zu-essen.

dann fragte mich die schöne, ob ich zufällig lsd dabei hätte. ich erklärte, dass mir halluzinogene drogen todesangst bereiten und ich deshalb noch nie welche genommen hatte. sie erzählte mir, dass sie wohl öfter pilze nähme und gab eine lustige geschichte von ihrem mann zum besten, der sich einmal auf einem trip mitten auf eine tanzfläche gesetzt hatte und nicht mehr wegekommen war, da er glaubte, seine hände beziehungsweise finger seien wie wurzeln mit dem boden verwachsen.
"du verstehst, dass ich niemals irgendwo als menschlicher baum enden möchte", lachte ich.
"naja, ich nehme auch nie so viel, dass ich komplett die kontrolle verliere."
"aber das ist doch eine unheimliche gratwanderung... zwischen gut und nicht mehr gut."
"klar", strahlte die schöne.
ich guckte nur. angstfreie menschen machen mir immer ein bisschen angst, stellte ich fest.

gegen drei, als wir schon reichlich betrunken waren, beschlossen wir, noch aufzubrechen und spontan auf irgendeine party zu gehen. das vergnügen währte allerdings nur kurz, da die k.-ex die mischung von alkohol und drogen liebte und sich zwei fette lines reingedonnert hatte. daraufhin gab es ein kleines techtelmechtel mit der security, mit dem ergebnis, dass wir alle vor die tür gesetzt wurden.
während wir auf taxis warteten, stand ich neben k. k. guckte zu seiner ex, verdrehte genervt die augen und meinte dann zu mir:
"du verstehst, warum wir nicht mehr zusammen sind."
"dir ist das zu überdreht, hm?"
"das heute ist noch harmlos."
"ah", sagte ich und fragte nicht weiter.
k. legte den arm um mich.
"du bist auch komplett wahnsinnig und kompliziert, aber immer vernünftig... da liebe ich so an dir."
"ich mag dich auch immer noch", lächelte ich.
dann schlüpften wir in das ankommende taxi.

k., die k.-ex, mr. shyguy, die schöne und ihr mann und ich fuhren alle wieder zurück in die wohnung der k.-ex. mr. shyguy und der mann der schönen zogen sich auf die couch zurück, um zu schlafen, während ich mit dem rest in der küche saß und noch ein bisschen aufräumte.
als die k.-ex im bad verschwunden war und k. gläser in einen schrank räumte, fand er einen joint.
"genau das richtige zum einschlafen", fand er und zündete das ding an. beim ersten zug hustete er ein wenig, nach dem zweiten flüsterte er:
"teufelszeug. ich muss mich ablegen."
und schwupps war k. im schlafzimmer verschwunden.
die schöne und ich guckten uns verwundert an. dann machte ich den fehler und nahm ebenfalls einen zug.

es kam mir vor, als hätte ich feuer inhaliert. innerhalb von sekunden legte sich mein hirn in dicke watte.
"was ist denn?", fragte die schöne und packte mich am ärmel.
"das ist KEIN gras", flüsterte ich.
jetzt war die schöne neugierig geworden und nahm mir die tüte aus der hand.
"olala", sagte sie nur.
"das ist kein gras, oder?"
"nee. aber was ist das dann?"
"dope", sagte ich. "ganz heftiges dope, denk ich."
"meinsssu", verdreht die schöne die augen.
"komm", sagte ich. arm in arm wankten wir ins schlafzimmer und krochen zu k. unter die decke. k. murmelte im schlaf und zog mich an sich, während sich die schöne in meinen freien arm kuschelte.

als ich am mittag des nächsten tages aufwachte, zog ein duft von gebratenem gemüse und pilzen durch die wohnung. ich wollte aufstehen, was gar nicht so einfach war, da ich in die arme und beine der beiden anderen verschlungen war. beim versuch mich zu befreien weckte ich meine mitschläfer.
k. grinste, gab mir einen guten-morgen-kuss und seufzte:
"das ist ja ein männertraum hier... meine beiden lieblingsfrauen."
die schöne kicherte und fragte dann nach einer zahnbürste.

geduscht und mit geputzten zähnen begaben wir uns schließlich in die küche, wo der mann der schönen und mr. shyguy die reste des vergangenen abends in ein feudales brunch verwandelt hatten. die k.-ex kam von draußen herein und brachte eine tüte mit brötchen.
"ich hab einfach durchgemacht", lachte sie. "war ja eh kein schlafplatz mehr frei."
als sie den aschenbecher vom tisch nehmen wollte, entdecke sie die reste des joints vom vorabend.
"habt ihr DEN etwa geraucht?" fragte sie entsetzt.
k. nickte.
"das war der hammer. ich hatte das gefühl, eine eisenbahn rast durch meinen kopf. danach war alles ganz stumpf. ich hab mich hingelegt und ich war sofort weg."
die schöne und ich bestätigten das.
die k.-ex kicherte.
"den hat mein nachbar gedreht. das war eine spezielle mischung. er hat mir den geschenkt und meinte, ich soll den bloß niemals alleine rauchen."
"die warnung macht sinn", sagte k.
"das war dope, oder", fragte ich.
"ja", sagte die k.-ex.
"boah, ich fühl mich wie fukushima", sagte ich.
"dann esst mal was ordentliches", sagte die k.-ex.

nach dem köstlichen brunch ging es uns besser.
"sehen wir uns später", fragte mich k., als ich in meine jacke schlüpfte und gehen wollte.
"ich weiß nicht, ob ich heute in den club gehe", meinte ich. "ich fühl mich ein bisschen durchgefeiert."
"naja, falls du doch gehst, komm vorher bei mir vorbei."
"okay."
k. guckte mich an und ich spürte die spannung in seinem blick. die sache mit k. blieb ein schmaler grat zwischen freundschaft und attraktion.

zuhause blinkte der anrufbeantworter. die lederjacke hatte mir drei nachrichten hinterlassen. mein herz machte einen warmen hüpfer. ich gab mir noch eine halbe stunde, dann rief ich zurück und sagte der lederjacke, wie gern ich sie hatte.

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