Sonntag, 14. November 2010
kon-solide
das glück ist wie ein brief, der aus versehen im falschen postkasten landet. man zögert, ihn aufzumachen und ist dann doch froh. das mit der wohnung hat jedenfalls überraschenderweise geklappt. vielleicht hat sie auch mich gefunden, ein bisschen. ab januar dann.

das subjekt II habe ich nun wohl endgültig vergrault. oder es mich. ich bin gestern noch zu der party gefahren, damit wir uns überhaupt sehen konnten. dort sprang es dann rum und verhielt sich unverbindlich. dann bin ich gegangen, ohne ein wort zu sagen. das fiel ihm aber dann doch auf. sms hagelten auf mein handy ein. ich schrieb, ich sei ins bett gegangen. in wahrheit war ich aber gruppenkuscheln am anderen ende der stadt. irgendwie habe ich eine entscheidung getroffen. das glück ist eine insel. wahrscheinlich bin ich einfach kein typ für festland.

dennoch braucht man ja einen festen bezugspartner. jemanden, für den man verantwortung übernehmen kann. und da meine muttirolle für den objekt-sohnemann sowie meinen neuen schützling a., der ich zurzeit durchs abitur helfe, zeitlich begrenzt ist, werde ich demnächst mal im tierheim vorbeischauen. mir ist nach warmweichflaumigflauschig. und platz habe ich ja künftig. scheiß auf die allergie. dann lebe ich halt mit schnodder. alles nur eine frage der prioritäten.

sieht aus, als könnte die zukunft so werden, dass man angst bekommen muss, wieder etwas von ihr zu verlieren. so halb-schön, sie wissen schon. auf jeden fall nicht mehr so wertfrei, dass man denkt: scheiß auf alles, alles ist austauschbar, und es kann nur besser werden.

jetzt ist erstmal arbeit angesagt. organisieren, streichen, boden renovieren. vermutlich werde ich in nächster zeit wieder mal viel lernen müssen. und warum haben baumärkte eigentlich keine onlineshops?!

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Samstag, 13. November 2010
warum kein schwanz so hart wie das leben ist
i am a hunter, stelle ich fest. meine jahresbilanz bis november beläuft sich bis dato auf 14 opfer, davon vier oder fünf o.n.s. und drei mit beziehungsversuch. ich stelle außerdem fest: ich bin gerade emotional ein bisschen erschöpft. seit fünf wochen ist meine libido zum erliegen gekommen, was hauptsächlich daran liegt, dass ich furchtbar gelangweilt bin.

aktuell bin ich genervt vom subjekt II. es ist der typ mann, der sich selbst als eher introvertiert bezeichnet und nicht so aus seiner haut kann. unser kontakt beschränkt sich auf zwar recht intensives aber nichtsdestoweniger rein virtuelles chatten sowie halbstummes im-club-nebeneinander-stehen. aber erklärungen sind niemals entschuldigungen. ich stellte weiterhin fest, dass mir kontakt auf diese semiautistische art und weise nichts bringt. so lerne ich menschen einfach nicht kennen. ich nehme mir zeit für zweisamkeit. und das verlange ich auch vom jeweils anderen.

inzwischen wissen wir ja: nicht können ist immer bloß die kleine schwester von nicht wollen. und gemäß meinem aktuellen motto "was nicht will, wird willig gemacht" habe letzte woche noch einmal eine offensive gestartet. ich hatte vier tage nichts vom subjekt II gehört. also meldete ich mich per sms bei ihm. kommentar subjekt II: "schön, dass du noch lebst!" - so, als hätte er 100 mal anrufen und meinen gesamten anrufbeantworter vollgequatscht, während ich unzuverlässige schlampe ihn im regen stehen ließ. so ein spruch ist ja der ultimative anknüpfungspunkt für ein freundliches gespräch. ich ließ mich jedoch nicht beirren, sondern machte, immer nach der maxime "konkretes führt am ehesten zum ziel" handelnd, zwei konkrete vorschläge zur auswahl (demokratie ist wichtig in der partnerschaft!) für ein potenzielles treffen. daraufhin folgte schweigen. dann, stunden später, ich war kurz davor, eine freundin anzurufen, kam eine sms mit: "klingt gut". ich freute mich zunächst über diese grundsätzliche, einen halben tag lang wohlüberlegte bereitschaft zum date, bis mir dann auffiel, dass er sich ja für keine der optionen entschieden hatte. fühlte er sich überrumpelt? ich schickte noch eine sms hinterher und fragte, was er denn nun machen wolle oder ob er gegenvorschläge habe. dann wartete ich. als schon zu dämmern begann, kam schließlich eine sms mit "ich geh nicht so gern ins *** oder ins ***, ich mag das nicht wegen der vielen leute und weil es so laut da ist." ich: "deshalb fragte ich ja nach alternativen!!" da es zwischenzeitlich 18 uhr war, befand sich meine gute laune bereits auf holpriger kellerfahrt. doch der gute herr vergeudete noch einmal eine halbe stunde meiner wertvollen zeit, bevor er dann schrieb, "eigentlich muss ich noch was einkaufen gehen."

ich war fassungslos. da hatte dieser mann nun sechs oder sieben stunden gebraucht, um an den punkt zu kommen, dass er sich zwar grundsätzlich gern mit mir treffen würde, vorzugsweise da, wo es keine menschen und nichts lautes gibt, dass er aber ja gar nicht konnte, weil er noch einkaufen muss. spektakulär! ich frage mich immer, wie solche menschen im berufsleben bestehen können. aber das sind dann wohl diejenigen, denen ich täglich hinterhertelefoniere: "guten tag, ich habe vor zwei monaten schon mal nach diesem und jenem tv-mitschnitt angefragt... ja, vor vier, drei, zwei und auch letzte woche haben sie uns zugesagt, dass sie ihn uns schicken werden, aber es ist immer noch nichts angekommen...", während mir der kunde stinksauer im nacken sitzt und denkt, ich wäre hier die unfähige.

auf dem weg heute zur post kam mir ein typ entgegen, schätzungsweise in meinem alter, sehr groß, sehr hübsch, sehr markenbeklamottet. er telefonierte. offenbar ging es um das frühstück. als er an mir vorüberzog, rief er verzweifelt ins telefon: "ey, digger, du musst einfach nur das wasser kochen und dann da die eier reintun!!" und ich spürte, dass ich nicht die einzige war, die sich mit lebensunfähigen menschen herumärgert. ich hoffe, der kumpel am anderen ende der leitung hat die anweisung richtig verstanden. verbrühte hoden stelle ich mir nämlich schmerzhaft vor.

passend zum thema und weil das leben so verdammt schön hart sein kann:

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Donnerstag, 11. November 2010
nachspiel (care-ful)
es muss gegen halb zehn gewesen sein, als das telefon klingelte. es zeigte keine rufnummer an, also dachte ich, es sei meine mutter. am anderen ende der leitung hörte ich erstmal nur straßenlärm. und dann die stimme des objekts.
"hey... ich hab gerade arbeit aus und dachte, ich ruf mal an."

ich war mehr als verblüfft. das objekt besitzt kein telefon, kein internet und ein maximal temporär funktionierendes handy, das zudem meist ausgeschaltet ist, weil das objekt im drei-schicht-dienst arbeitet und daher zu mehrmals wöchentlich wechselnden tag- und nachtzeiten schläft. wir schicken uns aus diesem grund lediglich hin und wieder sms und telefonieren nur in extremen ausnahmefällen und das auch nie länger als zwei minuten, weil dann einer von uns beiden entweder kein guthaben oder dank billiganbieter keine verbindung mehr hat.

ich war also stark verwundert und stellte gespannt die lauscher auf.
"wo bist du denn gerade?" fragte ich entsetzlich kreativ.
"an der klinik", nuschelte das objekt. dann wurde die verbindung unterbrochen.
drei minuten später klingelte das telefon erneut.
"hey, ich bins nochmal, ich hatte kein kleingeld mehr, ich bin in der telefonzelle, und son typ hat mir eben geld gewechselt, damit ich dich nochmal anrufen kann."
"soviel engagement bin ich ja gar nicht gewohnt", sagte ich sarkastisch.
"du bist gut drauf, hm", erwiderte das objekt.
"im moment schon", antwortete ich.
das objekt atmete tief ein. "aber am wochenende warste das nich, was", sagte es dann zögerlich.

jetzt war ich wirklich perplex. obwohl das objekt ein sehr liebevoller und zärtlich-leidenschaftlicher mensch ist, ist es doch eher unbekümmert und tendiert nicht dazu, sich um anderen erwachsene menschen allzu große sorgen zu machen. und falls doch, flutete garantiert der nächste shot drogen oder die nächste flasche wodka die unangenehmen gedanken weg.
nun aber erlebte ich eine mir bis dato völlig unbekannte objektseite.
"du brauchst jetzt auch gar nichts zu sagen. aber du sollst wissen, dass ich das mitbekommen hab, ich kenn das doch, ich weiß doch, was du gemacht hast." wie immer, wenn das objekt aufgeregt ist, weil es unsicher ist, wie das gesagte ankommt, beginnt es leicht zu stottern.
"warum hast du denn nichts gesagt", fuhr es dann fort. "ich hab das doch schon letzte woche gespürt, dass bei dir was nicht stimmt. und du kannst doch nicht einfach dein leben so aufs spiel setzen."
"jetzt übertreib mal nicht", erwiderte ich. "normalerweise bist ja wohl du derjenige, der sich zudröhnt."
"aber nicht mit sonem mist."
"das waren ja keine harten drogen."
"das sind sehr wohl harte drogen", donnerte das objekt. mein widerspruch blieb mir im hals stecken. so viel strenge hätte ich im anbetracht seines leichtfertigen eigenen drogenkonsums nicht erwartet.
stille. ich lauschte. war die verbindung wieder abgebrochen? nein, ich hörte das objekt atmen.
"entschuldige, ich hoffe, du bist mir jetzt nicht böse", sagte es dann.
"so ein quatsch, warum denn, du hast doch das recht, deine meinung zu sagen."
"nein... weißt du... ich wollte so gern am samstag mit dir sprechen..."
"du warst ja beschäftigt." (das objekt hatte am samstagabend mal wieder zwei tussen mit unterschichtenniveau abgeschleppt.)
das objekt seufzte: "ich weiß... aber du bist doch sonst diejenige von uns beiden, die die fahne hochhält. du hast so viel kraft. du bist die jeanne d´arc. und das am samstag hat mich einfach umgehauen." das objekt atmete schwer aus: "du, maus, ich mach mir sorgen."
das verschlug mir vollends die sprache. und es kam noch besser.
"ich hab mir was überlegt", sagte das objekt dann. "ich weiß, ich bin nicht immer erreichbar... aber ich werde jetzt mein handy erstmal immer anlassen, okay? dann kannst du immer anrufen, wenn was ist. und wenn ich es mal nicht hören sollte, weil ich schlafe, dann schreib mir... so lange und so viele nachrichten du willst. ich melde mich dann gleich, wenn ich sie lese."

das objekt war ein freund. ein wahrer freund. das schnallte ich in diesem moment. so verworren unsere lovestory auch immer war, das objekt hatte etwas wichtiges begriffen, ohne, dass ich es hätte erklären müssen: ich bin nicht gut darin, um hilfe zu bitten. weil ich ein verdammt schlechtes gespür für mich selbst habe und meistens schon untergegangen bin, bevor ich merke, hey, das und jenes ist aber gerade nicht gut für mich.

ich war gerührt.
"danke", stammelte ich.
"hör auf damit", sagte das objekt unwirsch. "ICH muss dir danken. du gibst mir so viel und ich hab das gar nicht verdient."
"doch", sagte ich, "du weißt gar nicht, wie sehr."
"vielleicht", antwortete das objekt sehr sanft. "du aber tu mir bitte einen gefallen und pass auf dich auf. und bitte mach das nie wieder."
"ja", schniefte ich.
"bis bald", sagte das objekt. "bis ganz, ganz bald."

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Samstag, 6. November 2010
sounds of silence
liebes blog,

gestern gab es (leider/glücklicherweise) keinen sound for november. ich habe nämlich mist gebaut und liege heute flach, seit nunmehr über 36 stunden wach, mit herzrasen, kreislaufkaputt, zehn liter mineralwasser im magen und in einer geistig nicht allzu guten verfassung. manche dinge sollte man also besser bleiben lassen. gut, dass ich endlich mal auf die schnauze gefallen bin.

gestern war ich ganz alleine mit subjekt II auf einer depeche mode party. war lustig, schätzungsweise 50 % der besucher kamen vom anderen ufer und der main-dj war selber mal gast (tanzte aber nicht, wie so viele djs). high und in ich-könnt-die-welt-umarmen-laune habe ich mir fleißig eingeredet, ich sei tatsächlich schwer verliebt in das subjekt II. haut aber nicht so ganz hin, habe ich heute wieder nüchtern für mich befunden. whatever. lass uns freunde bleiben. versuchsweise zumindest.

nach exakt null minuten schlaf war ich dann bei einem wohnungsbesichtigungstermin - in einem haus in der straße, wo ich einst mit dem cabman wohnte. es ist sogar dieselbe hausnummer. zufälle bzw. genossenschaftswohnungen gibts! wenn ich demnächst fleißig spare, wohne ich vielleicht ab nächsten jahr im dachgeschoss, in komfortablen zwei zimmern, auf 40 qm und duschklo mit fenster.
die anreise mit dem fahrrad entpuppte sich nach so wenig schlaf und mit restchemie im blut als gefährliches und gesundheitsgefährdendes unterfangen. die rückreise brachte ich dann in der u-bahn zu - mit schlingerndem magen und wackligem kreislauf. frau gönnt sich ja sonst nichts.

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Freitag, 5. November 2010
so 80er
sounds for november IV.



damals war ich fünf. auch kein schönes alter. 17 müsste man noch einmal sein. oder 23. davor und danach kam irgendwie nichts mehr wirklich nachhaltig gutes. oder überhaupt irgendetwas nachhaltiges.
vielleicht bin ich ja zu streng. aber ich will mehr. viel mehr als das. also. was ist das verdammte geheimnis?

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