Dienstag, 2. November 2010
magic
der november wird elektrisierend. magisch. habe ich beschlossen.



und es kann nicht dunkel genug werden.

(man möchte dieser verdammten stadt die lichter ausknipsen.)

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Sonntag, 31. Oktober 2010
family tree, subjekt II, objekt und der dritte mann
meine eltern habe ich nun doch noch gesehen. gestern nachmittag, sie kamen gerade aus blankenese, "ein scheußliches viertel, da möcht ich nicht wohnen, mit all diesen treppenstufen!" (o-ton mama), holte ich sie am jungfernstieg ab. wie immer hatte ich dieses gefühl zwischen enormer distanz und enormer verbundenheit, das mich ganz wuschig macht und in einer dieser steifen unarmungen mündet, die ich nicht leiden kann. so tätschelte man sich unbeholfen die schultern, während sich in mir die innere leere wie eine große luftblase breitmachte.

meine eltern waren ebenfalls angespannt und etwas verstimmt. nachdem das reiche-leute-gucken in blankenese schon nicht so funktioniert hatte, fing es auch noch an zu regnen - wie immer, wenn ich mit meinen eltern durch die stadt ziehen möchte. bei regen ist mein vater keinen schritt weit mehr zu bewegen, so wie er sich auch grundsätzlich anscheinend immer weniger bewegen will. so mussten wir trotz bester regen-ausstattung den geplanten bummel auf der stelle abbrechen. obwohl es erst 17 uhr war, machten wir dann mit dem wunschprogramm meiner eltern weiter: essen. ich schlug ein restaurant in st. georg vor, was auf begeisterung stieß, da in st. georg auch promis wohnen.

wie sich herausstellte, trägt meine mutter neuerdings ein hörgerät. das ist allerdings schlecht eingestellt und nutzt daher nicht viel. die unterhaltung gestaltete sich etwas schleppend. ich gab schließlich auf, allzu viel zu fragen, denn meine eltern redeten auch von alleine. sie begannen mit der beschreibung des menus im bordrestaurant des ices, dann folgte die beschreibung des abendessens vom vortag und die farbenfrohe schilderung des frühstückbuffets am nächsten morgen, durchgehend attributiert mit entweder "fein" oder "nix besonderes" - was nicht viel zu sagen hat, denn meine eltern kennen, glaube ich, kein wirklich schlechtes essen. ich sollte ihnen vielleicht mal meine 69-cent-pasta von aldi vorsetzen.

als der kellner kam, um die bestellung aufzunehmen, war es wieder an der zeit des fremdschämens. während mein vater und ich nach überfliegen der spärlichen karte sofort wussten, was wir wollten, konnte sich meine mutter nicht entscheiden. der kellner kam also nach fünf minuten noch einmal. auch dann wusste meine mutter noch nicht so recht, hatte aber bereits einen favoriten: "rib eye vom kalb mit ofenkartoffel". allerdings wusste sie nicht, was ein "rib eye" ist. sie fragte zunächst mich als nicht-fleischfresserin, die ich es mit meinen englischkenntnissen versuchte: "das heißt rippe und auge, also irgendetwas aus den rippen in einer vermutlich ovalen form, so wie ein auge eben aussieht."
meine mutter, mit meinem erklärungsversuch unzufrieden: "ich ess keine augen!"
der kellner, von einem bein auf das andere wippend, unterdrückte ein grinsen. das verging ihm aber gleich, denn er war der nächste, der erklären sollte, was ein "rib eye" sei. der kellner war offenbar fleischlich ebenso wenig bewandert wie ich und wand sich wie ein aal. er holte schließlich einen kollegen zur hilfe. ich nutzte die sekunden dazwischen, um zu sagen: "mama, nimm das doch einfach. es ist irgendein kalbfleisch aus der rippengegend, und rippchen hast du schon oft gegessen, das ist sicherlich nicht viel anders und sehr lecker zubereitet."
"ja weißt du denn, was mir neulich passiert ist? bin ich beim metzger und will kalbsschnitzel kaufen und was packt mir die verkäuferin ein? rinderrouladen. hab ich zurückgebracht. nein, ich will schon wissen, was ich da bestelle. am ende sind das doch augen!"
ich lehnte mich in meinem stuhl zurück. inzwischen versuchten sich drei didaktisch nicht besonders bewanderte restaurantangestellte mit erklärungsmodellen. sämtliche leute glotzten zu uns herüber. am ende verstand meine mutter immer noch nicht, was ein "rib eye" ist, ließ sich aber dann breitschlagen, es doch zu nehmen. ich seufzte. das hätte wir auch schneller haben können. ich bestellte rasch einen martini.

während des essens drehte sich die unterhaltung dann zum glück endlich nicht mehr um mahlzeiten. ich erfuhr die neusten krankheitsgeschichten aus unserer spärlichen verwandtschaft. mein vater bekam nach dem zweiten bier kleine augen. meine mutter drehte weiter auf. ich bestellte noch einen martini und begann, mich etwas zu entspannen. am ende des abends zahlte mein vater ohne mit der wimper zu zucken eine horrente rechnung.

auf dem weg zum hotel meiner eltern fragte meine mutter dann fatalerweise nach meinem liebesleben. ich brachte die kurzzusammenfassung der letzten wochen: subjekt weg, objekt seit einer woche in festen händen, subjekt II im anmarsch mit date an diesem abend. meine mutter, die mich trotz allem recht gut kennt, vertrat die forsche meinung, ich sei viel zu objekt-verstrahlt für einen neustart mit subjekt II. nichtsdestoweniger war sie heilfroh, dass das objekt aus dem verkehr gezogen schien.

irgendwann verabschiedete ich mich dann und fuhr in den club, wo ich mit subjekt II verabredet war. kurz, bevor ich ankam, erhielt ich eine nachricht, dass subjekt II noch auf einer privatfeier sei und sich verspäten würde. ich dachte "na gut" und ahnte nicht, dass sich das alles schon wieder gar nicht gut anging.

vor dem club lief ich erst einmal dem dritten im bunde in die arme. der hatte gerade seine freundin nach hause gebracht und wollte jetzt noch etwas gepflegt feiern. vor dem club gab es kunstschnee, mit dem wir uns eine kleine schneeballschlacht lieferten. plötzlich nahm der dritte meine hand und zog mich an den zaun. er guckte mich herzzereißend jungenhaft an und sagte dann: "heute habe ich endlich mal genug getrunken, dass ich dir das sagen kann. ich fand das immer sehr schön mit uns."
"ich auch", sagte ich und war ganz gerührt. ich spürte, dass der dritte gern heute nacht eine weitere fortsetzung unseres abenteuers erlebt hätte. und ich ahnte, dass weder subjekt II noch objekt dabei mitspielen würden.

als ich mit dem dritten endlich die geheiligten hallen betrat, war subjekt II immer noch nicht angekommen. stattdessen kam mir das objekt entgegengeschossen, fröhlich und angetrunken. es knuddelte und küsste mich. ich hoffte, dass sich subjekt II noch fünf minuten zeit ließ, bis ich aus dieser verfänglichen situation entflohen war, und dass auch die objekt-freundin gerade nicht guckte. doch wie sich herausstellte, war das objekt heute ganz alleine unterwegs. das war verwirrend. noch verwirrender wurde es, als das objekt dann ein schätzungsweise 20-jähriges, dümmlich kicherndes girlie anzugraben und abzuschleppen begann. ich guckte und guckte und bemerkte nicht, dass mich der dritte mann beim glotzen beobachtete.
"macht dir das was aus?" fragte der dritte mann mich dann unvermittelt.
"wiebitte?" erwiderte ich und fühlte mich ertappt.
der dritte mann mit dem unglaublich guten zwischenmenschlichen gespür nagelte mich fest, indem er die frage wiederholte.
"naja, es ist mir nicht egal, kannste dir ja denken, aber ich kenne ihn doch und wir haben ja unser agreement. und so ist er eben und ich will ihn auch nicht ändern. ich finde das nur scheiße, weil er doch jetzt wieder eine freundin hat."
"die sind nicht fest zusammen."
"das scheint mir nun auch so. weiß sie eigentlich, was das objekt so abzieht?"
"ich denke nicht. ich hab ihm auch schon oft gesagt, lass es, wenn dir an der frau was liegt. aber er braucht das anscheinend. ist eben ein jäger."
ich dachte an die zarte, blonde objekt-freundin und ihr liebes lächeln und fragte mich, ob sie wusste, worauf sie sich eingelassen hatte und ob sie den lügen des objekts wohl glaubte. sie musste entweder unglaublich naiv oder unglaublich stark sein. oder beides, so ein bisschen wie ich auch.

wie immer, wenn mich menschen traurig machen und sie in meiner achtung zu sinken beginnen, wurde ich müde. dann tippte mir jemand von hinten auf die schulter. ich fuhr herum und wollte das subjekt II freudig begrüßen - doch vor mir stand ein blonder bengel von schätzungsweise 20 jahren.
"hey, ich wollte nur sagen, sie sehen voll gut aus!"
er grinste ein wenig unsicher und sehr niedlich. ich musste lachen:
"hey, ich bin voll alt!"
er grinste noch breiter:
"das macht aber nichts."
ich wechselte ein paar worte mit dem buben, bis er dann begann, mich etwas aufdringlicher zu umwerben und mich einzuladen, mit ihm und seinen kumpels über den kiez zu ziehen. ich lehnte ab und floh schließlich auf die tanzfläche - wo ich endlich subjekt II traf. großes hallo, anschließend gemeinsames tanzen. alles gut?

mitnichten. gerade, als sich eine zufriedene ruhe in mir breitmachen wollte, tauchte das objekt auf und fuhr mir in die parade, indem es neben mir zu tanzen und mich dabei anzublinzeln begann. dummerweise hatte es erfolg damit. subjekt II verschwand. das objekt packte mich und gab mir einen kuss. ich war zu perplex, um zu reagieren. was war das für ein scheißspiel? überraschenderweise eilte mir die neue objekterungenschaft des abends zur hilfe. die hatte das kleine intermezzo wohl beobachtet und musste ebenfalls ihr revier markieren. das tat sie, indem sie sich auf das objekt stürzte und es gewissermaßen von der tanzfläche knutschte. das objekt guckte doof aus der wäsche. tja, siehste mal. mit den eigenen waffen schlagen, nenne ich das.

den rest abends verbrachte ich damit, die positive stimmung zwischen mir und subjekt II zu reanimieren. das klappte nicht so recht. zwei bier später bekam ich kopfschmerzen und verabschiedete mich nach hause. dort lag ich dann lange wach und dachte über mein verrücktes, konfuses leben mit family, subjekt II, objekt und dem dritten mann nach. glücklich macht es mich nicht. aber wenigstens bleibt alles aufregend.

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Samstag, 30. Oktober 2010
could we?
could we be?



may. be.

one day it will have to be what i´ve been missing all my life as it seems.

es gibt da ja jemand. eine art neues subjekt. nennen wir es mal subjekt II. es arbeitet bei mir um die ecke und kennt mich aus dem club. ende 30, geschieden, hauptstädter, freier kreativer. definitiv interessiert. schafft es sogar anrufen, was die meisten hamburger jungs ja nicht tun, aufgrund allgemeiner unverbindlichkeit und sozialer prokrastination. (meine telefonnummer muss innerhalb der letzten 11 monate in unzähligen papierkörben dieser stadt gelandet sein.)

diverse faktoren rufen mich jedoch zur vorsicht, mich jetzt rasch und leichtfertig in eine neue bindung oder nicht-bindung zu stürzen.

1. das allesentscheidende: der geruch. ich habe leichten schnupfen und konnte auch gestern bei körperkontakt noch nicht feststellen, ob diese pheromone mich dazu bewegen könnten, ihm und mir die kleider vom leibe zu fetzen. ich tröste mich mit dem gedanken, dass es sogar beim objekt rund vier bis wochen wochen gedauert hat, bis eine umarmung umgehenden vögeltrieb hervorrief. vielleicht muss sich geruch ja auch erst "setzen" dürfen? ich bin nicht sicher. beim subjekt I vom sommer ist der willenloses-ficken-trieb nie so richtig eingetreten. entsprechend fade war dann auch das sexleben, was mir jedoch nicht so viel ausgemacht hatte, dem objekt sei dank. jetzt sieht das allerdings anders aus.

2. das objekt. seine exfreundin und er scheinen seit vergangener woche tatsächlich wieder ein paar zu sein. einerseits niederschmetternd, anderseits befreiend: jetzt kann ich die sache mal zum abschluss bringen und muss mir keine sorgen mehr machen, ob das objekt volltrunken vor ein auto läuft oder mit einer überdosis ins krankenhaus eingeliefert wird.
anderseits verhält sich das objekt schon wieder ambivalent, indem sich anschleicht und mich auf quasi-unverfängliche stellen küsst, während seine kleine prinzessin eben mal pullern ist. das gibt uneindeutige signale und immer wieder ein paar tropfen oxytocin in mein leeres, quietschtrockenes glas.

3. das subjekt II-objekt-verhältnis. es ist sozusagen von herzlicher feindschaft geprägt. subjekt II wirft dem objekt seine allgemeine promiskuität vor sowie die tatsache, dass es fast wöchentlich ein anderes männlein oder weiblein oder beides beglückt. das objekt hält seinerseits nicht viel vom subjekt, angeblich sei subjekt II ein arschloch (ohne begründung, reine objekt-menschen(un)kenntnis). während das objekt sich einen spaß daraus macht, mir zweideutige blicke zuzuwerfen und süffisant zu grinsen, grollt das subjekt II, das sich zu eifersucht und monogamie klar bekennt, was mir etwas atemnot verursacht.

4. die jetzt-wieder-freundin des subjekts. man möchte glauben, unser verhältnis sei ähnlich wie das von subjekt II und objekt von hass und häme geprägt. mitnichten. gestern trafen wir im raucherraum aufeinander. obwohl keine von uns besonders viel sagte und wir einfach nur nebeneinander standen, waren wir uns wortlos unbegreiflicherweise sympathisch. zum abschied nahm sie meine hand in ihre beiden hände, was ich als eine schöne und warmherzige geste empfand. ich glaube, ich leide unter einer art stockholm-syndrom. das verhindert, dass ich den beiden künftig hasserfüllt aus dem weg gehe.

und nu?
raten sie mir mal.

heute abend treffe ich subjekt II wieder. ich fürchte, es wird auf ein eindeutiges pro-oder-kontra-bekenntnis hinauslaufen. und ich bin nunmal nicht der typ, der wimpernblinkernd und blümchen-like säuselt: "schatz, bitte gib mir noch ein wenig zeit!"

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Freitag, 29. Oktober 2010
sag "mama"
meine eltern sind in der stadt - für ein wochenende. ich bin von der arbeit nach hause gehetzt, um mich rasch frisch zu machen und ihnen den treffpunkt mitzuteilen. doch es wiederholt sich, was ich das letzte mal schon erlebte: sie sind jetzt - um halb acht uhr abends - schon zu müde, um sich noch mit mir zu beschäftigen.

gut, sie hatten eine anreise mit dem ice hinter sich. aber ich habe einen 10-stunden-tag hinter mir. und ich bin nicht wie sie um 9 uhr, sondern um sieben aufgestanden.

manchmal versteh ich das nicht. ist das noch liebe?

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Donnerstag, 28. Oktober 2010
für robert-schmidt-fans und so

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besuch von der fernseh-stasi
vor rund einer stunde kam ich nassgeregnet, kalt und müde von der arbeit nachhause. kaum hatte ich die tür hinter mir geschlossen, klingelte es. nanu, dachte ich mir, da will mir wohl meine liebe nachbarin aus dem ersten stock wieder mal mein päckchen hinterher tragen? treudoof öffnete ich die tür - und blickte auf ein offiziell aussehendes kärtchen, auf dem "ndr" stand.

leider war ich viel zu verdattert, um sofort zu schnallen, dass es sich um die fernseh-stasi handelte. um diese uhrzeit, denken sie mal! aber vermutlich hat die fernseh-stasi inzwischen spione im schichtdienst.
bevor ich die tür also wieder zuknallen konnte, fragte mich der typ sehr freundlich aber bestimmt und wie aus der maschinenpistole geschossen, ob ich für meine rundfunk- und fernsehgebühren angemeldet sei, da ihm keine anmeldung vorläge. ich sagte dummerweise wahrheitsgemäß "nein". immerhin war ich seit neun jahren erfolgreich den krallen der gezler entkommen und noch nie von einem gebühreneintreiber persönlich belästigt worden.
"ich habe aber weder fernseher noch radio", sagte ich ehrlich. "wissen sie, ich mache nur ein unbezahltes praktikum, da kann man sich sowas nicht leisten." das war zwar gelogen, aber gut. ich machte meine großen augen noch größer und versuchte es mit der mitleidsmasche.
"aber sie haben einen pc!" triumpfierte der fernseh-stasi-spitzel.
ich wollte schon nein sagen, als ich gerade noch merkte, dass meine tür zum wohnzimmer offenstand und der bildschirm meines niegelnagelneuen (einkommenssteuersenkenden) laptops durch die dunkelheit des raumes strahlte.
"ähm, ja", wand ich mich.
der fernseh-stasi-spitzel hielt mir einen längeren vortrag darüber, warum ein pc gleich ein radio gleich ein fernseher ist sowie weshalb unbezahltes fernsehen oder auch schon die theoretische möglichkeit unbezahlten fernsehens eine ordnungswidrigkeit darstellten - während ich grübelte und grübelte, wie ich aus dieser nummer wieder herauskommen könnte.
"aber ich habe kein internet", log ich.
"aber ihr rechner ist internetfähig!" schlug der spitzel mein argument tot. "alle neuen rechner sind das!"
dann fing er an, meine daten aufzunehmen. ich fühlte mich so hilflos ausgeliefert wie damals, als ich das erste mal beim schwarzfahren in der s-bahn erwischt wurde.
"wie lange halten sie denn schon geräte zum empfang bereit", fragte mich der spitzel.
"ähm, ich bin gerade erst eingezogen", log ich.
"also seit september?"
"sagen wir mal oktober", grinste ich frech.
der typ zog die augenbrauen hoch. es war klar, dass er mir kein wort glaubte.
"können sie das nachweisen?"
"klar", sagte ich lässig. ich wusste nicht wie, aber der spitzel insistierte auch nicht weiter auf dem nachweis.
"wie lange wohnen sie denn schon genau hier", wollte mein ungebetener gast dann wissen.
das geht sie einen feuchten scheißdreck an, wollte ich gern sagen, entschloss mich dann aber, weiterhin dreist zu lügen.
"seit zwei wochen", sagte ich also.
"aha, wo haben sie denn vorher gewohnt?"
"bei meiner freundin", erwiderte ich. "die ist seit der trennung aber nicht mehr so gut auf mich zu sprechen."
der typ guckte groß, und ich musste achtgeben, nicht laut zu lachen.

"wollen sie von unserem bequemen bankeinzug profitieren", drängte mich der spitzel am ende dazu, meine kontodaten zu offenbaren.
"nein, ich bevorzuge rechnungen" erwiderte ich, "am monatsende bin ich sowieso immer pleite."
dann musste ich einen wisch unterzeichnen. ich tat es, mechanisch, denn was hätte ich sonst machen sollen?

"auf wiedersehen", sagte der spitzel, während ich innerlich grollte. was für eine unverfrorenheit, mir meinen feierabend so zu zerstören.
den durchschlag des zettels, den der spitzel mir aushändigte, knüllte ich zusammen und warf ihn in den müll. mit der rechnung würde ich das natürlich nicht machen. denn die wird zurückgehen - mit "empfänger verstorben" drauf.

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