Samstag, 21. August 2010
bursting into each other
sex, der schon wieder grenzen sprengt, weil er körperliche, geistige und seelische intimität in kaum gekanntem ausmaß impliziert.
intensität, die körperlich weh tut.
eine nacht, von der man vermutlich wochenlang zehren wird.

danke dafür. und danke für dein vertrauen.

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Sonntag, 15. August 2010
zwei mal zwei
I

weinende männer schockieren mich. also im positiven sinne. trotzdem ist frau, als icke-frau, dann im ersten moment immer ein bisschen hilflos. denn meistens werden die großen heuler aggressiv, weil frau sie in so einem intimen moment ertappt, so einem augenblick, in dem der schwanz ganz klein in seiner hülle hängt.
also erstmal diskreter rückzug in eine umarmung, fragen auf später verschieben, dann frage an die option des nicht-antworten-müssens knüpfen. mann aus der reserve locken. problem analysieren. problem nicht lösen können, aber trotzdem trost spenden. gestern hat das erstaunlich prima funktioniert. ich glaube, ich habe mir wieder einen kleinen orden verdient. eigentlich bist du die perfekte kombination aus kumpel, hure und mutti. schon wieder ein bisschen schmunzelnd dahingesagt.

II

das objekt besucht seine familie für ein paar tage. die objekt-heimat ist ein beliebtes urlaubsziel, für das die bürgerliche mitte und oberschicht ein horrentes geld auszugeben bereit sind. ich war selbst schon da und habe neben schnöseln in pseudolässigen designer-badelatschen, sansibar- und hilfiger-gekleideten kiddies und langen reihen von mercedes-eierschaukeln vor allem die natur und die wunderbare landschaft bestaunt.
das objekt teilt meine begeisterung so gar nicht. düsterer blick on: das ist auch nur so eine reise in die vergangenheit, nach der ich dann wieder froh bin, hier zu sein. düsterer blick off. zwischen den zeilen und in den unwahrscheinlich grünen augen, die seit gestern wieder fahrig und verzweifelt dreinblicken, schreit mir schon wieder ein vater-problem entgegen. prompt liege ich richtig. wieder haben wir eine baustelle. prima. baustellen mit vater-problemen haben erfahrungsgemäß die beschaffenheit von erdöl-bohrlöchern: man muss sehr tief buddeln, bis überhaupt mal was sprudelt. und sprudelt es dann, ist die quelle in nullkommanix wieder versiegt, während am ende dann nichtsdestoweniger ein hässlicher krater bleibt, der sich nicht schließen lässt. viel spaß, frau morphine, wünsche ich mir selbst.

III

die ersten mutti-vaddi-zwistigkeiten. während das objekt eilig und schlampig sachen in eine reisetasche haut, um gleich darauf wieder alles auszuräumen, weil es vergessen hat, was es schon eingepackt hat, mache ich mich nützlich und das schlachtfeld von küche klar schiff. schließlich haben wir nicht mehr lange, bis das objekt zum zug muss. doch das objekt nimmt mir den spüllappen aus der hand und sagt streng: "du setzt dich da hin, dir war vorhin schwindelig!" ich bekomme energy-plörre als kaffee-ersatz und beobachte zwei minuten das verpeilte kofferpacken. dann mache ich mit der küche weiter, während das objekt kritisch schaut, ob ich nicht doch ohnmächtig über die herdplatten sinke. ich habe gerade den immensen geschirrhaufen aus der spülmittellauge gezogen und zum klarspülen bereitgestellt, als das objekt nach einem glas voller schaum greift und sich ein wasser eingießen will. ich reiße es ihm aus der hand: "spinnst du?" das objekt schenkt sich unbeirrt wasser ein und trinkt dann tatsächlich die spülmittel-homöopathie. dann sagt es bestimmt: "wir machen jetzt mal im männer-modus weiter!" es packt das nicht klargespülte geschirr und stellt es zum trocknen auf. "igitt", sage ich und das objekt grinst wie ein frecher kleiner junge und gibt mir einen feuchten kuss in den nacken. und alles, was ich denken kann, ist: eines tages wirst du mir das herz brechen. und zwar nicht nur so ein bisschen.

IV

zwei mal zwei machen noch keinen flotten vierer, nein, sondern summasumarum vier stunden schlaf an diesem wochenende. bravo. ich übertreffe mich immer wieder selbst. bestimmt werde ich bald krank. mir ist so.


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Donnerstag, 12. August 2010
ein mann ein wort
"ich warte darauf, dass noch irgendwas passiert, bevor ich 40 bin. bis dahin vertreibe ich mir die zeit mit trinken."

ich stell dir den wodka kalt.

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Montag, 9. August 2010
freier fall
gegen alle warnungen und wider dem gesunden menschenverstand gehen das objekt und ich in die dritte runde.

es ist aufreibend. drei minischritte vorwärts und einen großen zurück. es ist aussichtslos: don´t hunt what you can´t kill.

wie kann man einem menschen glauben, der sich selbst so wenig glaubt? der, wie er sagt, unter tausend einschießenden gedanken steht und nicht mehr erkennt, welcher davon für die realität tragfähig ist? welcher für den anderen noch ertragbar ist?

er weiß, dass er mir auf dauer nicht genügen wird. doch er hat einen hunger in mir geweckt, der sich sucht, was ihn stillt. und immer noch ist er der einzige, den ich will. i can´t help.

ich verschwende meine energie, um zu beobachten, um situationen einzuschätzen. um nicht sagen zu müssen: du sollst dich ändern. und: werd erwachsen! denn: ich will auch nicht, dass das jemand von mir verlangt. denn wer das fordert, risikiert, dass der andere sich selbst verliert. es muss doch sein können, dass zwei menschen einander genügen, wie sie eben sind.

die kleinen erfolge entschädigen für vieles. ich weiß, was ich an ihm mag und das ist leidergottes nicht wenig.

bizarr: ich habe immer mir einen mann gewünscht, bei dem ich nicht bleiben muss. dies ist einer der wenigen, der genau das zulässt und sogar wünscht. und plötzlich will ich bleiben. zumindest so ein bisschen. und er ahnt es, ein bisschen. du hast so viel liebe in dir. und auch er läuft nicht weg. nicht für immer. noch nicht. wir stehen auf einer dünnen eisscholle im klimawandel der emotionen. es knackt bedrohlich und es bricht immer wieder. wie lange wird es gutgehen?

das wochenende war jedenfalls wild. eine summe der exzesse: alkohol, drogen, sex. ich habe zwei leben, die sind unvereinbar. so wie er und ich. aber im moment liegt genau darin der reiz.

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Freitag, 6. August 2010
there´s a light that never goes out
kleine alligatoren, die irgendwie die dinosaurier überlebt haben. ich mache die lebendfütterung, achtmal täglich.

bitte notieren: man sollte mich nie auf schüler loslassen. und teamunfähig bin ich übrigens auch. scheiß auf den edlen vorsatz: never fuck the company. heute dem praktikanten (knackige anfang 20) in der küche beiläufig die hand in den nacken gelegt. stundenlang an der handfläche geschnuppert. spekuliert, ob ich einfach mal fragen sollte.

schöne dinge, die ich einmal sagen können möchte:

[...] and if i'm lost?
i will find you.
and if you can't?
i will never stop looking. [...]


ich brenne immer noch. unter der wand aus asche schlummert ein vulkan.

see me, see mee, hope you see me.

ich füttere alligatoren mit meinem blut. heißt das, ich habe die menschen überlebt?

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