Mittwoch, 14. Juli 2010
vom suchen und finden
"was suchst du?"
"etwas, um mir weiter etwas vorzumachen."

(dunkelblaufastschwarz)

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Montag, 12. Juli 2010
denk nicht
"... an die leere, die du hinterlässt, wenn du gehst. denkt lieber an das, was du gibst, während du hier bist."

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Samstag, 3. Juli 2010
effect vs. sustain
fussball hat einen stellvertreter-effekt. die endophinausschüttung funktioniert auch so. stolz macht nämlich ebenfalls glücklich. und das beste: stolz auf andere ist noch nicht mal egoistisch.

m.e.schönste aktion: die abwehr mit dem gesicht auf kürzestdistanz. einsatz muss weh tun. allerdings: von seinem einmalgehalt kann sich ein nationsspieler natürlich fünfmal die nase - und auch den rest - neu machen lassen.

das nächste mal aber bitte wieder public viewing. im moment möchte ich eintauchen eintauchen eintauchen. es geht mir auf eine merkwürdige art und weise so gut wie schon lange nicht mehr. eine mentale frage - wie vermutlich auch bei unserer elf.

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Freitag, 2. Juli 2010
odel verpflichtet
junggesellenabschied in der schanze. eine traube junger traditionalisten wankt durch die straßen. alle tragen ein gelbes t-shirt mit der aufschrift "ich bin noch zu haben". einer von ihnen, ausgerüstet mit einem bauchladen voller knabbereien und schnaps, stolpert unschuldigen passanten auf die füße und bietet lallend und seibernd die ware feil.

"sag mal, wo ist denn der, bei dem drauf stehen müsste, bin gleich nicht mehr zu haben?"
"keine ahnung."
"der ist schon getürmt."
"wenn das da die braut ist, hab ich vollstes verständnis dafür."

"das da" ist eine früh gealterte oder mittelalte frau im viel zu engen pinkfarbenen shirt und viel zu laut kreischend kichernden freundinnen. sie bereitet sich auf das fest der freude vor, indem sie halb verzweifelt, halb vergnügt ihren mann in spe sucht.

"wenn die jetzt schon nicht weiß, wo ihr typ ist..."
"ich hoffe, er hat seine flucht gut geplant und keine spuren hinterlassen."
"wir sollten ihr ein t-shirt kaufen mit der aufschrift: bin bald wieder zu haben."
"aber wer nimmt denn so eine freiwillig?"
"hm."

nachdenken.

"meinst du, die heiratet in weiß? so richtig, wie prinzessin?"
"in ihrem alter?!"
"meine mama war auch schon 36 und hat noch in weiß geheiratet."
"das war ja auch vor 30 jahren. da hatte man noch weniger alternativen. da hat onkel heinzi noch gesagt, wennde nich in weiß heiratest, traudl, dann stribt uns die omma wech! und dann wurde eben in weiß geheiratet, auch wenn traudl mit ihren krähenfüßen im zerknitterten harley-look echt noch gerockt hätte."

wir lesen in der zeitschrift für frustrierte, wirtschaftlich ausgebeutete endzwanziger, dass die ausschüttung des hormons oxytocin für die emotionale bindung zwischen zwei menschen sorgt. oxytocin wird gebildet bei, na raten sie mal? beim f... ähm, liebe machen!

"aber wenn mein typ dann fremdgeht?"
"tut er eh irgendwann."
"bindet er sich dann automatisch auch an die andere?"
"weiß nicht. kommt auf den grad der abhängigkeit an."
"wovon?"
"na, eben ob man sehr abhängig voneinander ist oder ob die trennung ohne große umstände möglich ist. das sind fragen wie: gibt es kinder oder nicht, wie anstrengend ist der kampf um das gemeinsam aufgebaute eigenheim, wie viel ist der ärmere von beiden darum bemüht, die bindung aus rein ökonomischen gründen durch persönliche anstrengungen und einschränkungen aufrecht zu erhalten?"
"und der steuerliche vorteil!"
"und der steuerliche vorteil, wenigstens für den besser verdienenden von beiden."
"ja, würdest du denn heiraten wollen?"
"wenn ich die besser verdienende bin, klar."
"dann sieht du im moment aber ganz schön alt aus."
"du doch auch."
"nee, meiner muss ja alimente zahlen. das geht alles vom einkommen ab."
"aber deiner fickt doch auch alles, was ihm über den weg läuft."
"dann macht ers ja von anfang an richtig. und ich doch auch, oder?"
"das heißt, du würdest heiraten?"
"klar."
"in weiß?"
"in schwarz. und zwar zu gustav mahlers kindertotenlieder."

sinnierendes schweigen.

"hat deiner sich eigentlich mal wieder gemeldet?"
"nö. ich mich aber auch nicht. da bin ich ja inzwischen eisenhart."
"das heißt, du hast dir den zwischenschritt mit der heirat gleich gespart."
"sozusagen. kommt insgesamt sowieso kostengünstiger."
"dann können wir ja jetzt guten gewissens noch einen wein nehmen."
"auf die romantik."
"und auf den sex."
"das wäre dann aber ein paradoxon."
"auf das paradoxon!"

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Donnerstag, 1. Juli 2010
patenta/unte
patentante find ich irgendwie gut. klingt so nach familie.

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rosensonaten/mysterien


sechs, sieben jahre, was so lange hält, bleibt vielleicht für immer. entzweiungen, distanzen, und trotzdem ist es haltbar. mehr als nur verständnis. mehr als "da war mal was". ich bin immer wieder entzückt, und das liegt nicht an der faszination der umstände.

ansonsten bin ich mir ja nicht so sicher, was sich da alles freunde nennt. reicht es, jemanden einmal gekannt zu haben? nicht für mich. aber das sind dann menschen, die waren schon immer so. mit scheinbar ehrbaren prinzipien, aber kein interesse für den menschen an sich, inklusive seiner wut, traurigkeit und leid. in den entscheidenden situationen, in denen es für mich schwierig wurde, hat es sich gezeigt. und dann fragt man sich, warum man diesen menschen danach auch nur noch einen kleinen finger hinstreckte. denn man selbst wird einfach vergessen, sobald man keinen zweck mehr erfüllt.

im letzten winter hat es wieder angefangen. die richtigen menschen kreuzen meinen weg, fallen auf (mich). die entelechie der dinge, der beziehungen, der bedeutungen. "du lebst, du lebst mehr als jeder andere" - ich weiß es, denn ich strahle. man bekommt etwas magnetisches. man wird zum pluspol, für idioten, aber auch für wertvolle menschen.

die amsel am straßenrand, die uns erstarrt anstarrt. "das sind die momente." ja, das sind sie. die momente, in denen wir leben, für die wir leben, und in denen unser leben wild in uns pulsiert.

die frage, wer angefangen hat? immer wieder spannend. aber letztlich: nicht entscheidend.

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