Montag, 7. Juni 2010
odyssey europa II and III are out now
kirlian camera geben tanzbaren stoff für lange nächte. ick freu mir wie die eiskönigin!!



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Sonntag, 6. Juni 2010
der mann, das geheimnisvolle wesen
viele männer, die ich kennen lerne, leiden unter starken minderwertigkeitsgefühlen. sie neigen deshalb dazu, in der phase des kennenlernens und bandeknüpfens eine künstliche mystische aura um sich herum zu erzeugen. sie kennen das vielleicht aus der magisch-numinosen welt der kinder, die einem erzählen, sie hätten ein ufo landen sehen, um aufmerksamkeit zu erheischen. das problem ist nur, dass die betreffenden leider schon jenseits der 30 sind. und während frau bei einem vor fantasie sprudelnden kind lächelt, möchte sie dem typ einfach nur gepflegt die vorderzähne einschlagen.

es gibt unterschiedliche strategien, mit denen männer versuchen, geheimnisvoll und interessant zu wirken.

1. die platte lüge. vor zwei wochen im club erzählte mir jemand, er sei musiker und pianist und habe auch schon dieses und jenes lied komponiert. leider verfüge ich über eine solide klavier-ausbildung habe und erwischte ihn eiskalt bei quinten und terzen. zwei stunden später stand er bei einer anderen frau, der er das gleiche erzählte. an ihrem debilen grinsen konnte ich festmachen, dass sie selbst keine musikalische früherziehung genossen hat.

2. die beschönigung.
"ich bin im verkauf tätig" -> "ich sitze bei aldi an der kasse."
"ich bin stolzer vater." -> "ich habe der alten ein balg angehängt, bin dann abgehauen und sehe mein kind seitdem zweimal im jahr."
"ich bin mitte 30." -> "ich werde morgen 40."
"ich bin musiker." -> "ich habe musiksoftware auf meinem pc installiert."
"ich bin künstler." -> "ich habe eine digicam und photoshop."
"ich bin total sportbegeistert." -> "ich hänge täglich vor der glotze und gucke fußball."

3. undurchschaubarkeit durch herumeiern.
"ich hätte dich ja theoretisch angerufen, aber ich KONNTE einfach irgendwie nicht." -> "ich hatte jeden abend eine andere ische in der kiste, die meine eier entsaftet hat."
"ich glaube, viele frauen haben angst vor mir." -> "bitte erzähl mir, wie unheimlich cool ich bin."
"planung erzeugt immer so eine erwartungshaltung. ich fände es viel romantischer, wenn wir uns zufällig wieder begegen würden." -> "ich habe zu viel zeit und ein problem mit verbindlichkeiten. die tatsache, dass wir in einer 1,7-mio-einwohner-stadt leben, macht die wahrscheinlichkeit eines zufälligen wiedersehens gerade so erträglich."
"lass uns zu dir gehen. ich würde dich ja gern mit zu mir nehmen, aber irgendwie fühlt es sich nicht richtig an." -> "meine wohnung ist ein saustall und kleenex ist auch alle."/"meine alte und die blagen sind zuhause."
"ich muss auch mal meine dunkle seite ausleben." -> "ich bin ein totaler langweiler und habe nur diese eine seite, deshalb komme ich auch sonst nicht klar im leben."
"ich kann dir jetzt nicht sagen, ob ich frei bin." -> "ich habe eine olle zuhause und bin am überlegen, ob sie mit dir betrüge."

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Samstag, 5. Juni 2010
still still
die verzweifelte situation und das ständige suchen bewirken, dass man irgendwann gar nicht mehr sieht, in was für einem hamsterrad man sich bewegt. man rupft am gordischen knoten herum wie ein krankes huhn. je nach perspektive hat er eine größe von einem fußball oder einem hochhaus. die welt schwankt. die stadt ist in einer stunde heimat, in der anderen zwangsexil. man hört auf, seinen eigenen sinnen zu trauen. der spiegel wird zum feind. alice im horrorland. es ist jederzeit alles möglich, nur geht es nie gut aus. die eisen im feuer sind zahlreich, doch haben sie leider allesamt den schmelzpunkt von speiseeis.

ich wünsche mir nur eine sache oder eine person, bei der meine rasenden gedanken einmal kurz zum stillstand kommen. nur eine atempause, um den fokus neu zu finden. bitte.

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Mittwoch, 2. Juni 2010
blondie goes president?
wenn die ursel präsident wird, verliere ich meinen letzten glauben an dieses land.

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Dienstag, 1. Juni 2010
nichts geht mehr
montagmorgen. ich stehe im bad und beobachte den morgenauswurf, wie er richtung ausguss wandert. am liebsten wäre ich gar nicht aufgestanden. das fieber ist auch wieder zurückgekommen. aber den berg arbeit kann mir schließlich keiner abnehmen.

im büro habe ich ein großprojekt abgeschlossen. keine rückmeldung. das muss bedeuten, es war gut. sonst hätte man mich sicherlich schon wieder mehrere köpfe kürzer gemacht. zum glück leide ich inzwischen unter rückgraterweichung.

an den u-bahn später geht gar nichts mehr. betriebsstörung, bitte beachten sie die lautsprecherdurchsagen. nach geschlagenen zehn minuten erfahren wir von einem feuerwehreinsatz. taxis und busse stünden als ersatzverkehr bereit. das freut mich für die taxifahrer, wann machen die denn schon mal so ein massengeschäft?
neben mir am völlig überlaufenen taxistand wartet eine alte schrulle mit blauem lidschatten und rosa lippenstift. "komm mama, lass uns doch zu fuß gehen", sagt ihre - vermutlich - tocher. "es ist doch nur eine einzige station." doch die alte klunkerbehangene pissnelke, die wahrscheinlich bloß shopping gehen oder rechtzeitig zum champagnerfrühstück kommen will, erwidert: "kommt überhaupt nicht infrage! jetzt habe ich schon einen euro dreißig für die fahrkarte ausgegeben!" das lehrte mich wieder einmal, warum reiche immer reich bleiben: sie bleiben so lange und so rücksichtslos auf ihrem geld sitzen, bis sie alles elend um sie herum überdauert haben. ich selbst stehe da, habe einen dringenden termin und von meinen paar groschen eine fahrkarte für zwei euro fünfundsiebzig gekauft. ich drehe mich um und nehme das fahrrad, obwohl es regnet und ich todkrank bin. 'wenn ich morgen tot bin, ist die drecksschlampe schuld', denke ich bei mir und wünsche ihr ein qualvolles dahinsiechen in einem altersheim.

nach dem wochenende habe ich akute entzugserscheinungen. sex ist so eine idealdosis nähe & zärtlichkeit. habe gelesen, dass der mensch pro tag vier umarmungen braucht, um sich glücklich zu fühlen. ich hoffe, ich habe am samstag genug davon getankt, um über die runden zu kommen. ich fürchte, ich habe den narren an dieser bizarren situation gefressen.

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