Donnerstag, 18. März 2010
feststellungen zum morgen mittag
jan delay sieht aus ein wie ein kellerkind aus dem zweiten weltkrieg. wozu wurden eigentlich solarien erfunden? und wenn seine augenringe blau wären, hätte ich auf zwei fette veilchen getippt.

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die sonne wird produktiver. ich selbst eher nicht.

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wenn man nach langer zeit der abstinenz wieder mal vorschlaghammer-schmerzsmasher nimmt, kann man gut nachvollziehen, warum junkies nach dem entzug wieder zu fixen anfangen. einfach geil. man fühlt sich selbst am morgen danach noch ruhig, ausgeglichen und glücklich-gesellschaftsfähig. aber vorsicht, nicht, dass man irgendwann so aussieht wie jan delay!

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eben auf der straße. ich bin mit einer einkaufstüte mit ein paar tüten saft und milch bepackt und tappe entsprechend langsam durch den gegend. den typ hinter mir stört das offenbar.
ich: "tschuldigung, aber ich schleppe hier ein paar liter milch mit mir herum."
der typ mit blick auf meine brüste: "das sieht aber nicht danach aus!"

racheimagination: umgekehrte situation, der typ trägt saft und milch bei sich.
typ: "tschuldigung. aber ich schleppe hier ein paar liter saft mit mir herum!"
ich mit blick unter die gürtellinie: "das sieht aber gar nicht danach aus!"

schön, dass ich über meinen eigenen humor immer noch am meisten lachen kann.

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guter ratschlag für trennungskandidaten: "tu was unüberlegtes!"

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search request: "wie man einen mann loswird"

schätzelchen, auch mit viel übung möchte ich mich in dieser angelegenheit nicht als expertin bezeichnen. aber wenn du mal eine strategie hast, wie es schnell und schmerzfrei (die pflaster-abreiß-methode unter den trennungskonzepten sozusagen) geht, lass es mich wissen. danke.

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Montag, 15. März 2010
hermes, erster roboter des olymp
schon oft habe ich mich über die deutsche post geärgert. unzuverlässig und teuer, da weich ich lieber aus, dachte ich mir neulich.
passte auch gerade schön. ich hatte etwas im versandhandel bestellt, das größentechnisch mal wieder für russische milchbäuerinnen konzipiert war. kein problem, denn besagter versandhandel bot kostenlose retouren mit hermes an. mit hermes, so glaubte ich, könne man nichts falsch machen, schließlich handelt es sich bei diesem versandservice um einen ableger von otto. otto ist zwar qualitativ nicht das gelbe vom ei, aber auch nicht unseriöser als andere. probleme mit dem otto-kundenservice hatte ich, von gelegentlichem telefonterror mal abgesehen, nie gehabt.

ich brachte mein päckchen also mika-häkkinen- beziehungsweise jan-ullrich-like mit dem radl in den zuständigen hermes-paketshop, ließ dort das babberl draufkleben, steckte meine quittung ein und war glücklich. solange, bis ich merkte, dass mir mein versandhandel keine gutschrift über die zurückgesendete ware erteilen wollte. nach zwei wochen klopfte ich dort forsch und etwas unfreundlich auf den busch. meine beschwerde-e-mail wurde jedoch innerhalb von 24 stunden bearbeitet. ich bekam eine sehr nette und bemühte antwort. das paket sei noch nicht angekommen, man habe sich bei hermes erkundigt, da der letzte bearbeitungsstatus meines pakets dort schon wochen zurücklag. ich solle doch mal bei hermes nachfragen. ich schaute daraufhin selbst in der online-sendungsauskunft nach: tatschlich, das paket war einsortiert, aber offenbar sei wochen nicht mehr angefasst worden.

ich schrieb zwei e-mails, eine sehr nette an die frau meines versandhauses und eine sehr böse an hermes, den götterboten. in der mail an hermes stand sinngemäß drin, er möge seinen fetten götterbotenarsch mal runter vom olymp bewegen, denn sonst würde ich ihn auf göttlichen nektar im wert des ausstehenden betrags von immerhin 35 euro verklagen.
hermes antwortet mir innerhalb von zwei tagen. das schreiben erfreute mich jedoch weniger. es klang wie aus einem kundenservicemitarbeiter-handbuch abgetippt und bezog sich nicht wirklich auf meine nachfrage. ein gewisser herr boyle hatte sie verzapft. ich dachte, ah, da haben sie bestimmt so einen armen schotten eingestellt, der noch nicht richtig deutsch kann und in seiner not eine vorlage als antwort benutzte.
die vorstellung stimmte mich milde. also schrieb ich noch einmal ein e-mail, etwas gemäßigter und mit ein paar mehr erklärungen darin. beinahe hätte ich noch hinzugefügt, und wenn sie kein deutsch können, bitten sie doch einen kollegen um hilfe oder nutzen sie langscheidts wörterbuch - naja, beinahe, wie gesagt.

heute erhielt ich eine antwort von einer kollegin des schotten. sie ist, ihrem namen nach zu urteilen, in sachen deutsch eine muttersprachlerin. doch leider war auch ihr schreiben lediglich eine servicemitarbeiter-handbuch-kopie. eine passage deckte sich sogar wortwörtlich mit der ihres schottischen kollegen!
da wurde mir klar: hermes, götterbote und gott der tagelöhner und der diebe, war in wirklichkeit ein roboter, der sätze aus servicemitarbeiter-handbüchern gespeichert hatte. entsprechend konnte dabei nur blech rauskommen. ich war so wütend, dass ich am liebsten diesmal klitschko-like zu hermes gestürmt und dem roboter-götterboten den verkackten chip aus seinem dosengehäuse geprügelt hätte.

doch man muss ja cool bleiben und strategisch denken. beim strategisch-denken fiel mir jedoch nicht viel ein. ich versuchte, eine friedliche assoziationskette zwischen "ich will mein scheißgeld zurück" und "ich will blutige, verheerende rache" zu bilden. es gelang mir nicht. gerne hätte ich einfach bei der hermes-hotline angerufen und meine wut wenigstens in den hörer gebrüllt. aber die hotline kostet ein schweinegeld -
69 cent/minute, wenn ich mich recht erinnere, also ganz üble abzocke. aber so ist das beim gott der tagelöhner und diebe, irgendwo muss es ja herkommen, das blech für all die roboter.

somit blieb ich vorerst auf meinem problem sitzen. schließlich bin ich ja eine deutsche, auch noch aus der ex-brd, also kann ich das helmut-kohl-like zelebrieren, auch wenn mir zum aussitzen ein bisschen arschvolumen fehlt. ansonsten könnte ich eduard zimmermann von xy einschalten, oder wahlweise radio eriwan.

oder hat jemand von ihnen eine bessere idee?

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Sonntag, 14. März 2010
fütter mein ego/don´t feed me up
we have tested and tasted too much, lover,
through a chink too wide there comes in no wonder.

(...)

(patrick kavanagh, "advent")

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Freitag, 12. März 2010
unschuldig
heute hat die werbeflut einen gutschein für "mytoys" in mein postfach gespült. diesen namen mit kinderspielsachen zu assoziieren war jetzt irgendwie nicht mein erster gedanke.

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Donnerstag, 11. März 2010
sounds, sparkling somewhere sunnier
bloggertreffen im kleinen kreise, ohne roten teppich, aber dafür mit rotem sofa in grünem salon. obwohl ich mich nach einem desaströsen tag furchtbar ausgeknipst fühlte, startete die stimmung senkrecht nach oben durch.

spät ist es geworden. die müdigkeit lässt sich kaum in worte fassen. ich glaube, ich bin frühjahrsmüde.

überhaupt festgestellt, bloggertreffen müsste man wieder einführen. sogar meine frau nachbarin sehe ich nur noch zwischen tür und angel, weil sie das wohnzimmer voller männer hat und unser hochanständiges haus damit völlig verkommt. tztz.

wachrocken will ich mich. wachpoppen vielleicht auch, allerdings schleift mein körper meinen kopf morgens meist mühsam hinterher und bohrt den finger vergeblich in den einschaltknopf. exstase von fuß bis kehlkopf oder so. ja, ich weiß, irgendjemand grübelt jetzt sicher darüber nach, wie dieser zustand wohl mit der fähigkeit zu schlucken korrespondiert. nicht denken, probiert´s doch einfach aus. mit ungeputzten zähnen wird die herausforderung noch größer.

lieber weiter mit musik.

irgendwo zwischen interpol, the good the bad and the queen und digitalism.



und weil melancholie auch immer schön ist:


über geschmack diskutiere ich nicht.

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