Dienstag, 1. Dezember 2009
unter null
das leben kann ein arschloch sein. aber da ist es ja in bester gesellschaft.

verdammt kalt heute.

anrufe in abwesenheit mit rufnummernunterdrückung machen mich panisch.

menschen, die mein geld wollen, auch.

ich bin ein widersprüchlicher mensch. angst, auf der straße angefahren zu werden. aber bei einfahrenden s-bahnen todessehnsucht entwickeln.

ich bin ein mensch, der im moment von allen seiten angreifbar ist. ich glaube, ich war nie nackter.

zu erheiterung des tages trugen folgende referrer bei:

- sex site blogger de
- wer leckt mich
- backlink-spam einer seite mit heiratsanzeigen für liebhaber von thai frauen

ich brauche keine 100. gib mir so 80, baby, oder wenigstens 50. alles unter 20 wird nämlich schwierig. dafür nehme ich nichts in den mund. nicht mal den satz: ja, ich will dich. nicht für weniger als 20 prozent. 20 prozent vertrauen.

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Montag, 30. November 2009
*

clint mansell/kronos quartet - requiem for a dream - lux aeterna

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Sonntag, 29. November 2009
11-88-s.o.s. - mach mich an!
das nachtleben hat mich wieder, als wäre es nie anders gewesen. meine schlafphasen reduzieren sich am wochenende auf vier bis sechs stunden, und so sehe ich dann auch aus. kellerbleich, aber strahlend. wer auf morbiden charme steht, fährt voll drauf ab.

gestern im club fragte mich mein zukünftiger wichtiger geschäftspartner, was sich frauen eigentlich so wünschen, als anmachespruch - also, wenn es gewissermaßen um die kaltakquise geht.
"meine netteste anmache ever ist eigentlich immer noch die, die vor 11 jahren zu meiner ersten langjährigen beziehung führte. der mensch kam plötzlich auf mich zu und sagte, er wolle mich nicht doof anmachen, er wünsche sich einfach nur, sich ein bisschen mit mir zu unterhalten."
"aha."
"was ich gut daran fand, ist, dass sich da jemand sehr wohl dessen bewusst war, dass man(n) furchtbare fehler beim ansprechen machen kann. und er hatte schiss, dass er bei mir einen machen würde. dafür bekam er bei mir sofort 100 respektpunkte. keine halbwegs kluge frau der welt hätte ihn für einen hirnamputierten aufschneider gehalten."
mein brandneuer geschäftspartner nickte, noch nicht ganz überzeugt. um ihm zum demonstieren, wie man es vielleicht besser nicht machen sollte, gab ich eine anekdote aus der jüngsten vergangenheit zum besten.

vor einigen stunden, als ich noch alleine rumstand, kam eine fürchterliche krücke auf mich zu. er sah aus wie beavis von beavis and butthead und war mir schon unangenehm aufgefallen, weil er sich ständig auf tuchfühlung bewegte und sein gesicht dabei immer in unmittelbarer nähe meines busens hatte.
"hey, du standest doch vorhin noch da drüben", grinste er mich zur begrüßung schief an.
"ähm, ja, korrekt", stammelte ich und wandte mich ab. er hierher, mit dem gesicht wieder schön meinen busen anpeilend.
"was machst du denn hier?"
spitzenfrage. was macht frau in der disco? ich suchte die beiden, mit denen ich verabredet war. diese realität gab mir eine gute vorlage für eine kleine lüge.
"ich suche meinen freund."
beavis sah kurzfristig aus, als hätte ich ihm in die eier getreten. dann grinste er wieder unverschämt sein hässliches grinsen.
"soll vorkommen. dann wünsch ich dir viel erfolg, hähähä!"
und weg war er. allerdings nicht für lange. ich hatte mich gerade in nähe der tanzfläche postiert, als er wieder angedackelt kam.
"na, haste deinen freund schon gefunden, hähähähä!"
was für eine spacke.
"der kommt später", sagte ich kurzangebunden.
"dann bin ich ja mal gespannt, hähähähähä!"
was bildete der sich eigentlich ein? ich drehte eine runde und stellte mich woanders hin, wo ich hoffte, dass mich beavis nicht finden würde. sonst würde er mich vielleicht wie die katze in die waschmaschine stecken? frau weiß ja nie.
dennoch gab auch dieses versteck - hinter zwei großen typen in einer dunklen ecke, wo nur noch zwei leere bierkästen standen - keine sicherheit her. beavis hatte mich schon wieder entdeckt.
"na, wo isser denn nun, dein freund! isser verschollen, hähähähähä!"
so, und nun reichte es mir, mein freundchen. ich trat ganz nah an beavis heran, senkte mein haupt auf höhe seiner visage, sodass er seine nase aus meinen brüsten nehmen musste, und zischte:
"sag mal, hast du IRGENDEIN PROBLEM?!" eigentlich wollte ich noch hinzufügen, ob er von meinem imaginären freund was in die fresse wolle, aber da war beavis schon verschwunden. zum glück tippte mir in diesem moment auch meine verabredung auf die schulter und führte mich zur bar, um mir meinen künftigen geschäftspartner vorzustellen.

"psycho", fand meiner neuer geschäftspartner. "das ist ja zum weglaufen."
"es gibt aber auch angenehme, ungewöhnliche anmachen, die zu nix führen", erwiderte ich und erinnerte mich an den dorf-hoschi vom vorabend.
der hatte mich angesprochen, als ich mich auf der treppe nach oben gerade über den zigarettenautomaten streckte, um einen flyer aus den kartenständer zu angeln. als ich spürte, dass jemand neben mir stand, drehte ich mich um. da war dorf-hoschi, 21 jahre, halblange blonde haare, blaues t-shirt, turnschuhe und verdammt unschuldig.
"kannst du mir mal erklären, was nu metal ist", hielt er mir unvermittelt einen flyer direkt unter die nase. ich nahm ihm den zettel aus der hand, kramte in meinem hirn nach meinem wissen aus der musikredaktion und versuchte mich in musikalischer zeitgeschichte. dorf-hoschi hing sichtlich an meinen lippen, steuerte den ein oder anderen netten und sogar klugen kommentar bei und platzte dennoch fast vor bewunderung. mich allerdings beschlichen beinahe mütterliche gefühle, vor allem, als ich hörte, wo er herkam, und ich bestand darauf, ihn zu seinem auto zu bringen, weil es kalt und finster war und sicherlich schreckliche schurken auf den straßen des kiez auf naive kleine dorf-hoschis lauerten. außerdem hatte ich ja auch noch den heavy-metal-jüngling im schlepptau, den ich bei seiner mama abgeben musste.

"aber ihr habt euch doch nett unterhalten", sagte mein zukünftiger wichtiger geschäftspartner.
"trotzdem, wenn du einer nicht musikalisch bewanderten frau eine solche frage stellst, stellst du in der regel nur ihre unkenntnis bloß. kaum eine wird dir auf anhieb sagen können, was nu metal oder postpunk oder french wave ist. und dann haut sie ab, weil sie dich für einen schrägen vogel hält, der sie verarschen will."
"dann weiß ich ja nun bescheid", sagte mein künftiger partner. "fehlt nur noch eins..."
"was denn?"
"man müsste eben auch die eier haben und mal eine ansprechen!"
"ich denke mal, die meisten frauen wissen schon, wie schwierig das ist. ich zolle jedem respekt, der mich anspricht, wenigstens ein kleines bisschen."
"auch beavis?!"
"ich habe ihm knapp, aber höflich geantwortet. ich hätte ihm auch meinen wein ins gesicht schütten, wild um mich schlagen und hysterisch zum türsteher rennen können."
"ich wäre wahrscheinlich an so eine tante geraten..."
"have a little faith. das sage ich jedem."
"du kannst das aber auch."
"was?"
"jemanden an der hand nehmen."
ich lächelte.
"ich bin auch bloß die mutti der nationen."

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Sonntag, 29. November 2009
zahlengenie
die sache mit dem finanzteil im businessplan ist die größte katastrophe, die mir seit meinem examen begegnet ist. ich bin ehrlich ratlos. diese beknackte software ist unentschlüsselbar. mein lieblingsfeld heißt "sonstiges" und taucht unter jeder rubrik auf.

jetzt muss ich gleich los, in irgendjemands fremden armen weinen einen lieben bekannten treffen, den um rat fragen und mich seinem und vielleicht bald auch meinem neuen geschäftspartner vorstellen. das ganze dann heute hoffentlich bei etwas besserer musik.

vor meinem fenster lungern komische gestalten. geht ma weg da, bitte. sonst komme ich raus und ihr müsst zahlen.

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st.-pauli-nachrichten
der kiez wird mir wider willen zunehmend sympathischer.

natürlich war die party wieder scheiße, mit schrubbenden emo-kiddies und musik zum hämorrhoidenbluten. aber ich stelle fest: um-die-20-jährige finden mich offenbar sehr toll. gut, dass ich nicht lehrerin geworden bin.

sehr netten heavy-metal-jungen und sehr netten dorf-hoschi kennengelernt. mit der großzügigen vergabe von telefonnummern muss ich aber künftig vorsichtiger sein. obwohl, dank der hamburger unverbindlichkeit ruft ja eh keiner an. neulich habe ich schon überlegt, meine telefon-flat zu kündigen, weil ich die höchstens für meine mama brauche.

da ich eine verantwortungsbewusste endzwanzigerin bin, habe ich die buben eben noch nach hause gebracht. ordnung muss sein. mit reingegangen bin ich aber nicht, weil ich die mutti nicht wecken (und beunruhigen) wollte. ("kind, was hast du denn mit der alten frau da?!") außerdem stehe ich ja nur auf reife semester mit totalklatsche. kann ich auch nix gegen machen: hoffnungsloses ich, hoffnungsloser fall.

und jetzt? gehe ich mal diesen unglaublich smoothen sambuca-kiffe-mdma-radfahren-rausch auspennen.

morgen dann der finanzteil des businessplans. frau hat ja auch noch ein unternehmerleben.

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Mittwoch, 25. November 2009
why do the stars fall on me?
wer wohl im augenblick aus meinen mund spricht, fragte ich mich gestern erstaunt, während ich mir selbst zuhörte. der allmächtige selbst? und wen machte er aus mir? markinische löwin oder nietzsche (nietzische?)? aber vielleicht bin ich jetzt so. vielleicht wird man so, wenn man auch sonst ständig kämpft, um würde, um geld, ums überleben. man wird sehr pur und tritt seine ganz nutzlose geheimnisumwitterte aura, die man sich eine pubertät lang mühselig aufgebaut hat und auf die man so stolz war, wenn man erfolgreich mit ihr verführte, in die nächste öffentliche mülltonne, weil es schnickschnack ist, den man sich nicht mehr leistet.

wo der ernst aufhört, beginnt das spiel. sagte mozart, glaub ich, und klimperte dabei auf den tasten. so schön.

67840 - You've got my number


c´est pour toi. parce que c´est à toi de décider d´une rencontre. mais négliges pas: tu as seulement recu un cadeau sans aucune obligation. alors, c´est plus facile que tu penses.

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