Donnerstag, 17. September 2009
unterm zirkuszelt der hirnschale
ich jongliere die zukunft durch meinen kopf. möglichkeiten, perspektiven, potenzielles verhängnis?
ich habe das bedürfnis zu besprechen, fragen zu dürfen, jemanden zu haben, der mir jetzt das signal gibt: trau dich. jemand, der ernsthaft an mich glaubt und nicht nur sagt, dann mach mal, weil es ja nicht sein leben ist.

bei meinem momentanen arbeitspensum bleibt ja nicht viel zeit, etwas gründlich zu überdenken. man kann nur springen und hoffen, dass da wasser im becken unter einem ist.

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Mittwoch, 16. September 2009
filmfest hamburg
1000 filme, die ich sehen wollen würde.

any volunteers?

alleine macht das auch keinen spaß.

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Sonntag, 13. September 2009
43 stunden break
der süden hatte mich gerufen.
spontan entschloss ich mich am anfang dieser woche zu einem zweitägigen fronturlaub. das glück spielte mit und bescherte mir fahrer.
am freitag ging es los. zunächst eine katastrophentour über die a7. aus der stadt rausgefahren und schon auf der abfahrt vor dem elbtunnel im stau gestanden. drei stunden allein bis hannover gebraucht. dann weiter bis nach kassel mit stop and go. als ich dann dachte, es würde nun sicherlich besser, kam die horrormeldung: autobahn zwischen kassel und fulda wegen eines brennenden lasters in beide richtungen gesperrt. es bestünde die möglichkeit, eine umleitung zu nehmen. und in diesem moment rauschte das schild mit dem "u" auch schon an uns vorbei. tja, trapped. mäuschen in der falle. das kann ich ja besonders gut.
aber denkste. wie so häufig ist dumm die schlauere lösung. die autobahn war nämlich irgendwie nur auf der gegenseite gesperrt. wir rauschten durch, vorbei am brennenden laster und dem 12-km-stau auf der gegenseite (beeindruckende bilder, wenn ich eines tages mal reich bin, möchte ich ein handy mit ordentlicher kamera drin).

in n. erst umarmungen, dann ernsthafte zukunftsgespräche. das für und wider des themas lehramt erwogen. lösung, notlösung oder no-go? schlauer bin ich nicht geworden. also sacken lassen.

tags drauf dann soziales programm. nachmittagskaffeetrinken, abendkaffeetrinken, konzert und party. excitement und geborgenheit in einem. meine freunde und bekannten wissen alle bescheid, was mich verwundert. sie machen sich gedanken, fragen nach, schlagen vor. nach wochen fällt das gefühl der anspannung von mir ab. ich erfahre, was sich in meiner abwesenheit so ereignete. trennungen, schwangerschaften und mehr. später auf der party dann das wiedersehen mit einer alten freundin, zu der ich jahrelang eine besondere verbindung hatte. der kontakt zu ihr war nach ihrem neuanfang mit einem anderen mann vollständig abgebrochen. jetzt ist sie wieder solo, genauso wie ein anderer freund. wir stehen zu dritt herum und lachen, es fühlt sich an wie damals vor sechs, sieben jahren. die gleichen konstellationen, nur die sorgenfalten sind neu, die gedanken gereifter, und vieles trauriger und doch auch schöner.
und dennoch viel gelacht, von herzen kommend, liebevolle albernheiten und neckereien. was wohl andere denken, wenn fünf menschen zwischen ende 20 und ende 30 versuchen, einander die seelen zu verkaufen?

einer zum anderen : "ein bier für deine!"
der andere zu mir: "meinst du, ich soll den deal eingehen?"
ich: "das sind ja gerade mal 2 euro 50. ich würde mindestens einen kasten verlangen. oder zwei oder noch besser ein faß."
der vierte: "für ein faß kannst du auch meine haben!"
der erste zum vierten: "deine seele will ich nicht. die ist doch wie die badstraße beim monopoly!"
der vierte zu mir: "und du, was kostet deine?"
ich: "ich verkaufe in hälften. eine hälfte macht zwei white russians."

leicht angetrunken und gefühlt mehr als nur 21 gramm leichter dann den heimweg angetreten. am ende der nacht wartet der morgen, erste sonnenstrahlen und das bett mit viel zu kurzem schlaf.

gleich geht es wieder in den norden. aber mir geht es gut.

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Mittwoch, 9. September 2009
thinking to matsch
damit kommt man auch nicht weiter.

aber schöne lieder findet man. und geniale filme.

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Dienstag, 8. September 2009
mitmischen: ein teurer spaß
seit ich fünf jahre alt bin, möchte ich politikerin werden. natürlich alleinherrscherin. ich wäre auch nett. als fünfjährige wollte ich, dass mir alle menschen immer briefe schicken könnten, die ich dann lesen und beantworten würde. das machen zeitungen so, wusste ich, und manchmal drucken zeitungen was ab, was die leser so schreiben. ich würde dann hin und wieder gesetze erlassen, die dem entgegenkommen, was in den briefen so steht, dachte ich mir. das fand ich fair.

leider haben wir immer noch eine milliarden verschlingende parlamentarische bürokratie demokratie oligokratie einiger weniger reichen, unter anderem derer, die im bundestag sitzen und sich an steuergeldern laben. somit wurde und wird das nichts mit meinen plänen. als ersatz stellte ich mir so ab meinem 12. lebensjahr vor, wie es wohl wäre, in eine partei einzutreten. bis ich dann erfuhr, dass das ja geld kostet. das wäre in etwa so, als würde ich vor der klassenzimmertür einen euro in den türschlitz werfen, um am englischunterricht teilnehmen, sarkastischen tadel empfangen und hinterher die tafel putzen zu dürfen. das erschien mir, einer sehr ökonomisch denkenden jugendlichen, von grund auf falsch.

aber was kostet eigentlich so eine mitgliedschaft? im naiven irrglauben ging ich von jeher davon aus, dass die mitgliedsbeiträge bei sozialen parteien auch besonders sozial sein müssten. die ergebnisse meiner recherche aber verblüfften mich.

was kostet ein neues kostüm für angie? gar nicht mal so schlimm: bei meinen einkommensverhältnissen wäre ich mit 5 bis 10 euro im monat dabei.
die gasprom-anhänger sind sogar noch etwas günstiger: nur 5 bis 8 euro pro monat. das sind schon fast ostpreise.
auch die waldschrats liegen mit einem prozent des nettoeinkommens ungefähr im oberen mittelfeld des bereichs. hätte billiger gehen können? nee. denn wer atomkraftwerke abschalten will, muss erstmal in einen haufen windräder investieren und gegebenfalls auch in die leute, die sich davorstellen und kräftig pusten. und biokarotten wachsen auch langsamer als die genmanipulierten.
etwas überrascht war ich dann von den nationalen banalsozialen. eigentlich hätte ich so etwas erwartet wie: "deutsche zahlen fünf euro, nachweisliche arier dürfen kostenlos mitmachen und ausländern kostet die mitgliedschaft 500 euro im monat." falsch, ganz falsch: alle zahlen mindestens 10,50 euro monatlich. soviel kostet vermutlich ein anständiger kasten weißbier.

zum schluss die absoluten raketen unserer parteien: rosamunde von-dem-brunnen und rosamunde macht-ne-welle.
die partei, die eigentlich am sozialsten von allen sein müsste, verlangt von einer frau mit meinem einkommen 12, nochmal: ZWÖLF tacken monatlich. das funktioniert dann wirklich nur noch mit mindestlohn. und mir scheint, der will auch irgendwie finanziert werden.
überraschungssieger nummer zwei ist rosamunde im gelben schlüpfer: sie verlangt nur 0,5 prozent des bruttolohns und liegt damit deutlich unter dem beitragssatz der rosa konkurrenz. ein bisschen hexerei ist dabei: bis etwas über 2600 euro gilt der einheitliche satz von 8 euro, aber auch damit ist die partei extrem güngstig. wer hätte das gedacht.
zum schluss noch die schnäppchenpartei, die sich vermutlich durch ebay-verkäufe noch was dazuverdient oder ein parteiinternes wirtschaftswunder ihr eigen nennt: nur 36 euro im jahr verlangen zensursulas henker.

und damit, liebe blogger, lernt ihr was für leben: es kommt nicht auf billig oder teuer, sondern auf das preis-leistungs-verhältnis an! und wenn wir das mal unter zuhilfenahme von wahlversprechen und parteiprogrammen betrachten, kann man ohne zu lügen sagen: geschenkt wäre noch zu teuer.

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