Donnerstag, 23. Juli 2009
ja leckt mich doch am arsch
erster urlaubstag, der wecker klingelt um sieben. ich muss zur blutprobe.

das wetter ist um diese zeit schon nasswarm. kein regen, aber die luftfeuchtigkeit legt sich sofort zusammen mit den luftschadstoffen auf die haut. ekelhaft. hamburg halt.

bei der blutprobe dann schwindel. hatt ich noch nie. meine ärztin fragt und fragt. ich versuche zu erzählen, bin dann aber schon wieder in tränen aufgelöst ob soviel anteilnahme und stammle rum. irgendwas läuft nicht richtig mit mir, im kopf, im körper. als wäre das hirn flüssig, es rinnt mir mit rotz und wasser aus der nase.
heute abend dann die expressblutwerte, hoffentlich, sonst muss ich zwei wochen warten.

jetzt gleich zum orthopäden. uff.
diese stadt, dieses leben schafft mich. aber ich wollte es ja so. mit offenen augen ins fadenscheinige (un)glück gerannt.

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Mittwoch, 22. Juli 2009
ab morgen...
hab ich urlaub.

zur einstimmung: drei arzttermine.

1. zahnarzt zwecks überprüfung und reparatur der weißheit. dafür bitte morgen früh daumendrücken. könnte sonst teuer werden. danke.

2. orthopäde zwecks verschreibung neuer drogen und checken der unsäglichen verspannungen. daumen können entspannt bleiben, denn da kann nichts mehr rauskommen, was mich noch erschrecken könnte.

3. hausarzt zwecks allgemein jämmerlichen zustand. denn entweder habe ich sowas wie depressionen oder eine schilddrüsenunterfunktion. für letzteres spräche, dass ich ohne viel zutun immer fetter werde. jedenfalls stimmt irgendwas gründlich nicht. da beide alternativen scheiße wären, lieber für einen gesund-befund die daumen drücken.

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Montag, 20. Juli 2009
hotel life
ich habe jetzt die gesamte nord- und ostseeküste abgegrast, inklusive aller vorhandener inseln und sonstigem kroppzeug. ich will doch nur ein hotel. für zwei tage.

und glauben sie mir, ich habe nun alle unbezahlbaren hässlichkeiten gesehen. das sind möbel und teppiche, wie man sie nicht einmal auf dem sperrmüll (fürth)/flohmarkt (hamburg) findet. das sind betten, denen man auf fotos ansieht, dass sie bettwanzen und schimmel beherbergen und quietschen, obwohl sie hart wie stahl sind. alle textilien sind plastikblau, die tische und regale pressspahn-buche-imitat. es ist der stil, in dem sehr zurückgebliebene hartz-IV-ler mit abgebrochenem hauptschulabschluss und migrationshintergrund ihre sozialwohnungen einrichten.
und die kacke kostet locker 160 tacken pro person und nacht.

nee, leute. schlecht und billig hab ich den ganzen tag. und ich bezahle keine monatsmiete für eine nacht.

es gibt einen einzigen lichtblick. der ist in polen. 650 kilometer von hier. die sommerresidenz von otto von bismarck. traumhaft schön. kostet nen appel und ein ei. nur kommen wir da nicht hin, selbst wenn wir den irren weg auf uns nehmen würden. weil sie uns unterwegs wahrscheinlich das auto klauen werden. dann müssen wir eine kuh mieten und einreiten. obwohl: das wär schon wieder lustig.

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Sonntag, 19. Juli 2009
lied zur nacht
manche mögen sie ja pathetisch finden oder langweilig oder deutschtümelig. für mich sind kirlian camera immer wieder eine offenbarung. im gegensatz zu anderen urgestein-bands wie dm werden sie auch nicht ideenlos.


p.s.: und das neue album (04/09 erschienen) von trisomie21 ist auch gar nicht übel.

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Samstag, 18. Juli 2009
psychiatrische notrufdurft
draußen vor der tür turnt ein erwachsener mann mit nichts als einer windel am leib. im mund hat er einen schnuller.

an der uni, wo ich mittags oft meine streifzüge mache, gibt es einen mann mit bloden locken, der irr lacht und, sobald er ein mädchen sieht, "fotze!" schreit.

der budniverkäufer, den ich heute nach einem waschmaschinenreiniger fragte, entpuppte sich als äußerst erzählfreudiger ex-marine-soldat. zum thema potenziell verkalkte waschmaschine gibt er zum besten, wie er einst mit dem vorschlaghammer kalkbeläge in einem schiff entfernte. nichtsdestotrotz sind seine empfehlung gold wert und meine waschmaschine spuckt seitdem literweise braune kalkbrühe.

2:26 uhr: die freunde von windelmann haben ganz offensichtlich auch einen ganz enormen schaden an ihrer festplatte. sie schreien und singen seit mehreren stunden so laut, dass ich trotz geschlossenen fensters nicht pennen kann. ich fürchte, ich muss auswandern für den rest der nacht.

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