Donnerstag, 5. Februar 2009
40,3 grad richtung furzkissen
40,3 wochenstunden arbeitet der durchschnittsdeutsche. die zahl sei so hoch wie seit 20 jahren nicht mehr.
das erzählte der fuzzi von der tagesschau heute. stellenabbau und so seien schuld.
could be. wir haben ja eine scheißangst, selbst einen schikane-ausbeuter-job zu verlieren.
was ich mich frage: zählten da hartz-IV-empfänger auch dazu? und leute, die mit ihren weißen ärschen faul auf ihren erbe sitzen und sich vermieter etc. schimpfen?
egal. ich würde bitte gerne durchschnittsdeutsche werden. denn im bundesdeutschen vergleich habe ich immer noch verdammt ausgeschissen. ich will also weniger arbeiten und mehr verdienen.
aber immerhin, mit meinem nettoverdienst kratze ich schon aufwärts an der armutsgrenze. und heute war ich richtig stolz, als ich bei einer umfrage nicht das unterste feld der einkommensgruppe ankreuzen musste. die lag bei 751€. da bin ich knapp drüber. manchmal bin ich ganz sprachlos ob meiner entwicklung. bald bin ich eine reiche bonzin, kaufe mir ein auto und ein haus am see. und fange an, mir was auf meine materiellen anhäufungen einzubilden und andere leute nach markenbabberln auf kleidungsstücken zu beurteilen wie die yuppi-muttis der hamburger schickeria. bäh. dann bleib ich lieber arm.

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Mittwoch, 4. Februar 2009
noch mal eine lustige anekdote aus dem arbeitsleben
heute hatte ich mal wieder keine mittagspause. das machte mir nicht so viel aus, wusste ich doch, ich würde pünktlich aus dem büro weg kommen. der typ, der meine waschmaschine reparieren soll, wollte heute um 18.30 kommen. theoretisch wäre er schon gestern gekommen, aber ich musste ihm wegen überstunden absagen. also kündigte ich an, ich müsse heute mal pünktlich gehen. soweit, so gut.
der kollegin und die chefin waren heute ab mittag auf dem großen event. ich saß im büro und hielt die stellung. es gibt ja nichts schöneres und man lernt soviel dabei und kriegt einen richtig tollen einblick in die vielseitige welt meines berufs. ist auch wichtig, denn wozu ist man in der ausbildung!
weil ich ab und zu ein fleißiges lieschen bin und lob wie kaffee in mich aufsauge, machte ich ordentlich tempo und rasselte zwei lange texte über komplexe themen in vier stunden runter.
gegen 17 uhr war die veranstaltung zu ende und meine lieben kamen wieder zurück ins büro. ich hielt stolz report, was ich alles erledigen konnte. es wurde auch mit einem halben ohr zugehört - mehr, als ich die letzten tage erwarten durfte.
um 17.57 betrat ich das zimmer meine chefin und fragte, ob alles soweit klar sei und ob ich dann gehen dürfe, kam von meiner chefin nur: "es ist noch nicht 18 uhr!!" sie fing dann an, meine texte zu zerpflücken, aber als es dann 18 uhr war, ging ich tatsächlich einfach.
morgen wirds eine unterredung geben. ich war noch nie so demotiviert.

p.s.: sorry, kommentare sind der identitätsänderung zum opfer gefallen. ;)

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Montag, 2. Februar 2009
ich kotze
montag schon wissen, wie die woche bis freitag aussieht. voll bis zum anschlag. überstunden ohne ende. und das, was ich weiß, ist erfahrungsgemäß noch nicht mal die hälfte.

und nun das geilste: angekackt werden, weil man am freitag nur bis 19 uhr da war und dann nach - wohlgemerkt vollständiger abarbeitung der zuständigkeiten -
einfach nach hause ging. okay, der kollege war bis 19.30 da. der wird allerdings auch nach stunden bezahlt. vorhaltungen gemacht bekommen, dass man ja nur einen bruchteil der verantwortung zu tragen hat.
zusätzliches argument: "und wenn ihr mal abends nach 18 Uhr rüber die in anderen büros schaut, da arbeiten auch noch leute!" ja, vereinzelte versprengte existenzen, denen diese büros wahrscheinlich gehören und die das zehn- bis 20fache von mir verdienen.

ich glaube, es hackt. ich mache hier mindestens 2/3 dessen, was operativ anfällt. mit voller verantwortung. wenn das so weitergeht, suche ich mir eine andere arbeitsstelle.

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Samstag, 31. Januar 2009
sick n tired
es ist freitag. während halb hamburg feiert, sitze ich in der ubahn und fühle mich leer.
freitag, das war einmal der geilste tag der woche. jetzt verbringe ich ihn wie die tage zuvor bis 19 oder 20 uhr im büro. und ich könnte wahrscheinlich mühelos das ganze wochenende durcharbeiten. ein glück, dass ich keine hobbies mehr habe. ein glück, dass ich nicht mehr viel erwarte.

nur manchmal, so wie heute, erinnere ich mich an dieses gefühl grenzenloser aufregung, wenn man vor dem spiegel stand und sich gedanken machte, wie man möglichst schön aussehen könnte. auf welche party man gehen könnte. und wen man wohl treffen würde. wie man dann in die ubahn stieg und der tag eigentlich erst begann.
heute schaue ich kaum mehr in den spiegel. ich ziehe mich mechanisch an, das, was über dem stuhl hängt und renne los. mit dem ergebnis, dass ich nicht sagen könnte, was ich bin, frau, mann oder wesen vom mars. meine wege sind die reine zweckerfüllung. ich habe vergessen zu wünschen. und während mich die sehnsucht nach etwas unbestimmten aufwühlt, kann ich nicht ein ziel formulieren. ich sehe in gesichter und gleite weg. ich schaue jemandem in die augen und pralle auf dem glaskörper ab. ich bin unsichtbar.
wie manisch umkreisle ich die frage: wo bin ich zuhause? die antworten zerschwimmen auf einer quadratmeterfläche so groß wie deutschland. tatsächlich fallen die hemmschwellen von mir ab und ich kann mir vorstellen, an beinahe jedem ort irgendein leben zu führen.
was mir auch fehlt, ist der dialog mit mir selbst, der mir gedanken und formulierungen durch den kopf trieb und immer neue assoziationen formierte. in mir schweigt es. ganz undramatisch.
ich vergieße keine träne.

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Donnerstag, 29. Januar 2009
journalistische aufgaben für heute
"vergiss bitte nicht, dass du den lebenslauf von xy noch ein bisschen pimpst. und das foto von dem geht ja auch gar nicht. total wie ein 70er-jahre softpornoproduzent! schick den mal zum fotografen. und vorher soll der sich was anständiges anziehen. irgendwas, was ein bisschen professioneller und nicht so stinklangweilig aussieht."

ayay. soll ich ihn dann auch noch schminken?

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