Dienstag, 23. Dezember 2008
blut, nachtschweiß und tränen
heute nacht alpträumte mir, ich sei hochschwanger. ich stand irgendwo, als sich die fruchblase wie ein zellophan-ballon aus mir auszustülpen begann, während das baby selbst wohl noch in mir steckte. im krankenhaus angekommen fragte ich dann eine schwester, ob man das ding nicht einfach aufpieken könne wie eine ganz normale blase. so könne ich jedenfalls nicht rumlaufen. die schwester schüttelte bedauernd den kopf. das dauere jetzt bis zu geburt, meinte sie. wann die sein würde, wollte ich wissen. darauf antwortete man mir lediglich mit einem schulterzucken.

als ich aufwachte, war mein bett klatschnass von kaltem fieberschweiß (immer noch, geht jetzt schon seit fünf nächten so) und ich dachte im ersten moment, jetzt ist sie endlich geplatzt, die doofe fruchtblase aus dem traum.

vielleicht war es ein zeichen. dass fast alles in meinem leben eben irgendwie eine schwere geburt ist. und dass das, was rauskommen soll, einfach oft nicht rauskommt. weil es an doofen schwestern und anderen idioten scheitert. hoffen wir, dass im nächsten jahr ein paar dinge anders werden und ich endlich dieses beschissene karma loswerde.

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Montag, 22. Dezember 2008
sind eigentlich alle arbeitgeber gleich?
ich bin in der ausbildung. ich arbeite seit wenigen wochen in diesem kleinem unternehmen. ich schiebe ungefähr zwei bis dreimal pro woche überstunden ohne zu maulen, ich komme ins büro, wenn ich krank bin und fieber habe und meine ohren so dicht sind, dass ich den anderen am ende des telefonhörers kaum verstehe. weil: außer mir ist dann ja sonst keiner da. für anderthalb tage pro woche unterstützt mich eine 400-euro-kraft. die weiß viel, aber auch nicht alles.
der job macht mir eigentlich spaß. ich gehe morgens gern ins büro. die themen sind interessant und ich darf sehr viel, also arbeiten, nicht freiheitstechnisch. so ein job, den man gut machen kann, wenn man keine hobbies und kaum freunde hat. und keinen partner, hahaha, natürlich.

heute habe ich mal wieder bis halb sieben gesessen. ich wollte gerade zusammenpacken, als meine chefin vom termin aus anrief. eine sache war geplatzt, was ich hatte kommen sehen, weil sie viel zu knapp geplant war wie meistens. während hier die mitarbeiter reinschuften und knappe planung wie ich hier mit überstunden kompensieren, macht die andere seite - in diesem fall eine redaktion - keine überstunden. die haben ihren ausgaben schon im koffer und müssen nicht warten. ein redaktuer macht z.b. auch freitags schon um 16 uhr feierabend. kenne ich ja. war mir klar.
meine chefin rief nun an, um eine telefonnummer zu erfragen, damit sie einen redakteur anrufen können, von dem ich - und ich lag dann auch richtig - sofort sagen konnte, dass der längst feierabend hat.
da ich die texte machen und die kundenseite betreue, aber weniger die medien, musste ich nachsehen und konnte auch nicht gleich sagen, wer der zweite ansprechpartner in der sache war. flippt meine chefin aus. warum ich denn nicht mitdenken könnte und ob mich das alles gar nicht interessiere. ich wolle doch angeblich was lernen. ich rechtfertigte mich, dass ich nicht zum lernen komme, weil ich nur mit arbeit zugeschüttet würde. ja, aber heute sei doch nicht so viel zu tun gewesen. ja, tatsächlich hatte ich heute um 17 uhr zeit, ein projekt vorzuziehen und anzufangen, es mal in ruhe und nicht wie sonst unter enormen zeitdruck vorzubereiten.
und weiter ging es im text. dass man doch von mir verlangen könne, dass ich verantwortung für die firma übernehme und dass ich doch mal was dazu beitragen könne, damit sie wenigstens ein bisschen entlastet ist.
ist, meiner meinung nach, ehrlich gesagt eher der job einer assistentin. einer chefassistentin. die verdient etwa 250 prozent von meinem gehalt.
ich versuchte ihr dann klarzumachen, dass ich nach sieben wochen noch nicht soweit sei. dass ich es für das gehalt auch nicht bereit bin zu tun, ließ ich mal unter den tisch fallen.
ganz im ernst. manche dinge zu fragen fällt mir einfach nicht ein, weil ich gar nicht weiß, dass ich etwas nicht weiß, da ich nicht einschätzen kann, welche wichtigkeit manche sachen haben und wie man sie angemessen bearbeitet. ich nehme schon mal superwichtig für halbwichtig und komme dann vielleicht nicht ganz so professionell rüber. ich mache dinge mit dem mir innewohnenden selbstvertrauen und einer portion gesundem menschenverstand. mehr steht mir mangels ansprechpartner oft nicht zur verfügung. und ich finde, ich mache meinen job verdammt gut, gemessen an diesen umständen.

als ich praktikantin war, wurde mir nach wenigen wochen klar, dass hier jemand versucht, sich eine volontärin zu sparen. heute bin ich volontärin und sage mir inzwischen, da versucht jemand, sich eine assistentin zu sparen. und in mir wächst die wut und der frust. jeden tag ein bisschen mehr.

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Sonntag, 21. Dezember 2008
pack die badehose ein!
daten vom deutschen wetterdienst für hh:
sonnenuntergang heute, 21.12.08: 16.01 uhr
vorhergesagter sonnenuntergang morgen, 22.12.08: 16.02 uhr

das ewig graue nordlicht macht mir wirklich zu schaffen. in nürnberg geht die sonne sage und schreibe 18 minuten später unter. aber ab überüberübermorgen stehen mir dann hoffentlich klare blaue tage im süden bevor.

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Donnerstag, 18. Dezember 2008
pflasterstein-tussi
heute im supermarkt habe ich mich ertappt. der dunkelhaarige schöne am kühlregal bei den hausgemachten broccolicremesüppchen machte einfach eine verdammt gute figur. vielleicht ein bisschen jung für meine vorzugsalterklasse, aber auf alle fälle eine schnitte.
wollen wir nicht mal einen blick riskieren, fragte ich mangels klönpartner mein alter ego. das alter ego, eigentlich von natur aus rampensau und fast schon aufgeplustert flirty, zuckte kurz zusammen wie ein erschreckter hamster und buddelte sich dann mit maulwurfsartiger flinkheit unter der teppich der scheu. ich stupste es an. 'he, alter ego, du hast die schönsten blauen augen der welt, jetzt richte die aber verdammt nochmal auf den suppenkaspar da vorne.' aber das alter ego schwieg und schlug die augenlider gen bodenfliesen. da zog der supermarkt-mann an mir vorüber und mein blick klebte am schlecht gewischten boden zwischen grünkohl und kartoffeln.
in der stillen kühlen ecke beim ben&jerrys-eis raunzte ich alter ego an: 'das finde ich jetzt aber nicht korrekt! ich habe auch mal einen flirt verdient. ich will ja auch nur mal gucken.'
alter ego lukte unter dem teppich der scheu hervor und sagte dann rotzfrech: 'dann schau dich aber auch mal in den spiegel! augenringe größer als die titten, no-name-klamotten und farbreste an den händen! und so wollen wir einen mann anflirten?!'
ich ware ein bisschen sprachlos und fragte: 'wie meinste das denn nun? bin ich nicht gut genug für die hamburger männerwelt?'
'genau', giftete das alter ego, 'guck dich um, lauter anzugträger und yuppi-muttis in caschmir gehüllt! und du hast noch nicht mal anständige unterwäsche. du bist nur ein mensch zweiter klasse!'
so gemein war alter ego selten zu mir. aber ein zaghafter blick in richtung der stark duftenden damen am ende des gangs gaben ihm leider recht: gegen einen haufen gelifteter, kosmetiksalon-gestylter und mit gold behangener tanten kam ich einfach nicht an. deren söckchen allein kosteten vermutlich soviel wie alles, was ich alles zusammen so anhatte. ich roch auch nicht nach millionen teurem parfum, sondern nur nach penny-duschgel.
das alles machte mich sehr traurig. auf dem nachhauseweg tropften die tränen auf den asphalt und ich wünschte, sie mögen wie die kiesel bei hänsel und gretel im mondlicht blinken und jemanden auf meinen pfad schicken. und tatsächlich. es dauerte keine drei minuten. ich wollte gerade über die grüne ampel radeln, als von links ein wagen angeschossen kam. ich bremste mit rücktritt- und handbremse und schlitterte dennoch ein ganzes stück über den regennassen asphalt. das auto fuhr ungebremst an mir vorbei, geschätzte zwei zentimeter betrug der abstand zwischem meinem vorderrad und den autoreifen. noch in der schrecksekunde hob ich den arm und den mittelfinger und rief "arschloch!".
dann fuhr ich nach hause - noch mal ein stück deprimierter.

am ende des tages bilanzierte ich: meine sozialen kontakte verlaufen gerade irgendwie nicht sehr fruchtbar. alkohol muss ins haus!

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grrrrrr...
1&1 hats zum zweiten mal versemmelt. kein internet, kein telefon. ich werde zur brandstifterin und mörderin und inszeniere für euch "the crow" neu.
promised.
wir lesen uns dann weihnachten wieder, wenn ich den 56k-modem-anschluss meiner eltern bemühe.

p.s.: manchmal neige ich doch zu verrückten, wenn auch praktischen lösungen. also erwarb ich heute web´n´walk von tante rosa. hat 50 tacken gekostet und weitere 5 euronen pro versurftem tag - und ich kann im schneckentempo, aber doch ab sofort wieder bloggen.

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Dienstag, 16. Dezember 2008
nur um es zu erwähnen:
ich habe gestern mein allererstes fenster fertig gestrichen! mit den falschen pinseln und billigfarbe zwar, aber sonst genau nach anweisung. das ergebnis ist wenigstens weißer als der zustand zuvor (der war fahlgelb). ein fachmann würde sicher keine luftsprünge machen, aber für ein laienauge sieht es bei gedimmtem licht und von weiter weg jetzt gar nicht mal soooo schauerlich aus...

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little steps
wie in kleinen schritten sich dinge rehabilitieren.
auch wenn die wunden sich noch nicht schließen wollen und alleinsein immer wieder von der frage begleitet ist, wohin mit dem leben oder dem kleinen stück davon, den die arbeit freilässt, ich gewinne raum. ich kann wieder ich sagen.

die schwierigste frage schiebe ich noch ein stück an die zukunft: wer will mein du sein?

p.s.:
achja, und soll ich nochmal mit mr. wichtig ausgehen? der will ja auch bloß ficken. eigentlütsch. wer weiß. aber das, was ich nicht weiß, wäre noch viel schlimmer.

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