Samstag, 22. November 2008
zuhause
schon zum dritten mal geträumt, dass ich in meinem bett im jugendzimmer bei meinen eltern aufwache. zum dritten mal schon im traum identifiziert, dass es sich nur um einen traum handeln kann.
von kinderstimme geweckt worden, die immerzu "papa!" ruft. als ich in unterwäsche den flur betrete, stehen zwei fremde männer dort und schrauben die küche meiner mitbewohnerin zusammen. auch das kind ist real. ein blonder fünfjähriger grinst mich frech an. peinlich berührt drücke ich mich die wand entlang vorbei ins bad. dort finde ich in einer großen wasserlache all das vor, was ehemals über die einzelteile der küche gestapelt war.

noch zwei wochen. dann darf ich hoffentlich endlich dieses ständige zu-gast-wahlweise-unerwünscht-sein beenden. dafür gab ich mein letztes geld. noch 25 euro für diesen monat.
auch weihnachten wird sehr karg. dafür aber friedlich. wünsche mir einen himmel genau wie heute.

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Mittwoch, 19. November 2008
blaue stunde

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Dienstag, 18. November 2008
against luftschlösser
extreme seifenblasen-platzen-lassing. da steht eine neben sich und staunt, wie die, die ja ich ist, wacker realitäten zurechtschaufelt. mit soviel mut und zuversicht, dass ihr ganz schwindelig wird dabei. die aufgaben der kommenden wochen werden nicht einfach werden.

1. irgendwoher schnell 500 euro kriegen
2. zum dezember umziehen -> umzughelfer finden
3. gas-, wasser- und stromanbieter in hamburg ausfindig machen -> ideas für hh, anyone?
4. kühlschrank und wama kaufen


ich bin ganz aufgeregt. schlafen muss ich gar nicht mehr.

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Sonntag, 16. November 2008
*
und schließlich kapituliert man doch. es scheint eine innere kraft zu geben, die einen in den entscheidenden momenten mobilisiert, eine art selbstschutz. man rennt und rennt und kommt dann dort an, eine merkwürdige entschlossenheit redet dir den mund, lässt deine hände dinge zusammentragen. nicht aufzuhalten. nicht durch tränen, die strömen, sobald du orte voller erinnerung passierst, nicht durch eine vertraute umarmung, die dich sonst hätte versöhnen können. etwas tief im körper weiß wohl, wann die seele detoniert.

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seemannsknoten
wie seemannsknoten schlingen sich die gedanken, halten vergangenheit, ist- und soll-zustand nur noch vage auseinander. ich wünschte, ich hätte den mut, alle magie und schicksal zu leugnen und glück ausschließlich auf das zu reduzieren, was man selbst mit beiden händen bewirkt. augen und ohren zu verschließen vor einem größeren sinn, vor der tiefe der dinge und einfach ackerbau betreiben an der kargen oberfläche, die man sich schön redet.
weiß ich´s doch längst besser und habe achtung und demut empfinden gelernt. fakt ist, ich kann wollen, was ich will und mich verausgaben, wenn der boden schlecht ist, wird es nur mickrige pflanzen geben oder gar keine. und kein zauber dieser welt, keine vielversprechenden samen werden die naturgesetze zerbrechen.
doch will ich nicht glauben, dass wieder alles nur ein testlauf war, ein höhnischer himmlischer mittelfinger. es hieße, alles aufgeben. mich dazu.

nirgends, geliebte, wird welt sein, als innen. unser leben geht hin mit verwandlung. und immer geringer
schwindet das außen.


aus: rilke - siebente elegie

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Freitag, 14. November 2008
ufer
da drunten am wasser tümmelt es sich, schwarz und weiß wirbeln durch die lüfte. gefächerte schwingen, flirrende federn und zärtliches krächzen grüßen den jungen winter.
raben und möven, vor grauen bäumen vermischen sich gegensätze. wenn es immer so einfach wäre, so anmutig und schwebend. ich bin dankbar für den moment, der mir leben nach allem abschied verheißt.

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