Dienstag, 1. Juli 2008
ich bin gott
nee, muss ich jetzt doch wieder dementieren. die hornissen sind zurückgekehrt.
der herrgott hat meinen hochmut sofort bestraft. hätt ich mir doch denken können, so als theologin.

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Montag, 30. Juni 2008
es lebe: spanien!
ja, was machen die denn.
mehrmals hatte ich das bedürfnis, da auf den platz rennen, um für die deutsche mannschaft ein paar schilder aufzustellen mit "da drüben steht das tor!" drauf.
nach den ersten 20 minuten war mir schon klar: das ist nicht zu gewinnen ohne einen 180-grad-turn-round.
schlüsselfigur der versagenskonstellation: ballack, die kuhäugig glotzende, konturlose milchsemmel. dass sowas wie ballack eine mannschaft führen darf, kommt auch nur in einem land vor, in dem jemand wie angela merkel bundeskanzlerin werden kann.
in sachen totalausfall folgte dicht darauf die peinliche leistung eines kuh-raki, der mal besser auf seiner bank geblieben wäre und nur durch ungeschickt-auffälliges foulen auf sich aufmerksam machen konnte.
und mertesacker, ein kleiner tipp: wenn man nichts mehr blickt, liegt das unter umständen daran, dass einem der bart in die augen wächst.
glanzfigur des abends war einzig und allein marcel jansen, der wirklichen einsatz zeigte, aber sich gegen die 10-mann-lethargie nicht durchsetzen konnte. auch die altbewährten wie schweinsteiger, klose und lahm blieben weit unter ihren möglichkeiten.
lehmann und eine portion riesenglück wendeten schließlich ab, dass wir eigentlich mit 5:0 verloren hätten.

geht nach hause, jungs.

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bavarian prophecy
und jetzt ist der nutzlose, hässliche ballack doch wieder dabei. und damit einer weniger, der für uns ein tor schießen könnte.

(ich verspreche, ich lösche das wieder, wenn er heute sein tor macht. aber ich fürchte, es wird nicht nötig sein.)

prophezeihung aus der pause: wir verlieren.

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geht tanzen

beweg deinen arsch und tanz den napoleon bonaparte. oder so.

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Samstag, 28. Juni 2008
vom roten und vom grünen lämpchen
die sonne scheint, und weil wir heute mal keine rückenschmerzen haben, haben wir eben erkältung, so die vorstufe der totalen verschnodderung: komisches grippegefühl im körper und einen schädel wie nach einem wettsaufen. draußen vorm fenster leben die kinder und die kinder den vatis der kinder auf, weil blockfest ist und alle schön kreischen und mit fußbällen um sich schießen. irgendwie kann ich mir nicht recht vorstellen, dass da noch jemand richtig versauten, dreckigen sex hat. "was meinst du, hase?" frage ich den kater. der kater hängt auf der couch, hört weg und guckt der laufente oskar im fernsehen zu, der von herrchen zu zwei anderen enten in einen käfig gesetzt wird.

alles sieht ganz harmlos und harmonisch aus da vor unseren fenstern. dabei habe ich heute gelesen, dass zwei bis vier prozent aller menschen im laufe ihres lebens opfer von inzest werden. also nicht die feuchtfröhliche verbotene-liebe-variante, sondern die dicke-kampusch-medienmaid- oder auch die fritzl-monster-version. da versuchen richter fast neurotisch die zusammenarbeit mit hirnforschern, die über kernspintomografien die hirnaktivität der verbrecher verfolgen und dann versuchsweise die einordnung in "armes schwein" oder "richtiges schwein" vornehmen. ganz am ende des artikels standen dann die entscheidenden fragen, welche mich schon bei den ersten sätzen des textes umtrieben: werden wir dann bald alle gescreent und kriegen ein babberl auf die stirn? oder blinkt irgendwo immer ein lämpchen auf, wenn man die u-bahn betritt oder ein bekleidungsgeschäft: vorsicht, gefährliche/harmlose persönlichkeit?
forscher können inzwischen durch beobachtung der hirnaktivität zehn sekunden vor dem tatsächlichen ausführenden beschluss einer person voraussagen, was diese wollen wird. stell man sich mal vor, sowas würde am arbeitsplatz eingeführt. du sagst, "ich geh dann mal zur toilette" und der cheffe sagt, "nee, sie haben ja gar kein pinkelbedürfnis, sie wollen sich nur wieder ein wenig die beine vertreten, bleiben sie mal gefälligst sitzen!" gefundendes fressen für das 1984-lidl-imperium: erwägt frau schmidt, die sich für 4,90€/stunde an der kasse abrackert, den griff in das zehn-euro-schein-bündel?
die interessanteste frage, die der artikel eigentlich stellte, war die folgende: wenn das böse erkannt werden kann, muss es dann auch ausgemerzt werden? ist kaltblütigkeit therapierbar? ein jugendlicher probant erfuhr nach dem test das ergebnis, dass er die veranlagung zum inzest-täter habe. er war völlig schockiert, hatte aber selbst schon vermutet, dass mit ihm etwas nicht stimmt, dass er womöglich unter einem hirntumor leide.
alles ganz einfach? hirn-op?

ich finde das gruselig. dann lieber doch krieg und verbrechen. vielleicht. oder? oder doch nicht?

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Donnerstag, 26. Juni 2008
schbässle gmachd
mein süddeutscher kollege und ich köpften eine flasche sekt. "leichtsinn" stand auf der flasche.
"sach ma", sagte der kollege schon reichlich gelockert, "du bist doch aus franken."
"hmhmja", sagte ich, auch schon mit unförmiger zunge. da ich ja jetzt nicht mehr ärmlich, sondern bitterarm bin, habe ich nur noch sehr sehr selten alkohol.
"wie heißen denn die orte da, die auf dieser bierstraße oder wie das heißt liegen?"
hä, dachte ich, ich kenne nur die tucher-braustätte in meiner exheimat in fränkisch istanbul.
"weißnich", schielte ich, "ich bewege mich eher so auf der wodkastraße, wenn dann."
obwohl ich das ziemlich ernsthaft meinte, wurde dieser satz zum lacher des frühabends. irgendwie. die hörten gar nicht mehr auf zu kichern. wer, fragte ich mich, hat sich denn hier auf die mädchen-brause-straße gestellt?

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Donnerstag, 26. Juni 2008
call me baaad 666
nein, 666 macken will ich gar nicht aufzählen, auch wenn ich sie - mit hilfe meiner feinde - sicherlich zusammekriege.

1. man kann mich mit etwas zu tode nerven, mit dem man mich vor fünf minuten noch begeistern konnte. man könnte sagen, ich bin launisch und langweile mich blitzschnell. auch eine form von ungeduld, klar, ich bin fast schmerzfrei innerhalb von 15 minuten geboren worden.

2. ich bin nicht multi-tasking-fähig. wird multi-tasking von mir verlangt, neige ich zu nachlässigkeiten, obwohl ich sonst furchtbar gründlich sein kann.

3. ich bin kritikfähig, man muss aber den richtigen ton bei mir treffen. ich bin süchtig nach anerkennung, weil ich die 16 jahre meines lebens nicht bekommen habe bzw. nur für dinge, die mir nicht wichtig waren. kritisiert man mich für dinge, die eigentlich kleinigkeiten sind und übergeht man das, was ich im großen und ganzen wirklich gut mache, kann man mich tödlich frustrieren und provoziert die totale passivität meinerseits.

4. ich bin neidisch, auch wenn ich leuten, die ich mag oder die einfach gut sind, den erfolg von herzen gönne. werde ich bei gleicher leistung übergangen, bin ich stocksauer und wünsche den bejubelten und den jublern einen langsamen und qualvollen untergang.

5. ich denke zu selten in der wir-form. ich bin einzelkind, eigenbrötlerin und alleinkämpferin. an leute, die mir gutes wollen, muss ich mich erst gewöhnen. kann passieren, dass ich die erstmal wegbeiße. kann passieren, dass mich das über phasen meines leben ziemlich einsam macht. kann passieren, dass ich mal allein und verbittert im altersheim sitzen werde, falls ich mir sowas jemals leisten kann.

6. ich ziehe das unglück an. auch menschen, die um mich herum leben, werden in der fast gleichen menge mit scheiße begossen wie ich. krankheiten, zipperlein, unfälle, familiäre und berufliche schicksalsschläge, ganz gleich was. ob das am charakter oder einer falschen magnetischen polung liegt, konnte ich noch nicht rausfinden.

(6,5. ich lege bei passender gelegenheit patriotisches verhalten an den tag und kralle mich dabei gern bei wohlriechenden und gut gebauten männern in den gürtel.)

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