Freitag, 6. Juni 2008
trip in die hölle
jetzt habe ich gleich meinen ersten pressetermin. janz alleene. irgendwo in den tiefen des millerntorstadions, wo ich noch nie zuvor war. dort warten jede menge erfahrener, alt(klug)er journalisten und dj hell (den ich bis gestern noch nicht mal vom hörensagen kannte) auf mich. und ich soll die plattenkritik schreiben.
wünscht mir glück, bitte.

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Mittwoch, 4. Juni 2008
wer sich´s leisten kann
moral ist was für die, die sie sich leisten können.
selbst der penner, der mich mit meinen zwei sachen bei penny vorlässt, kann sich diese moral und sein bier offenbar leisten. heißt das nicht etwa schon mal, dass es ihm besser gehen muss als mir? naja.
nicht mehr leisten kann man sich also bald die milch. und unseren kindern werden die zähne ausfallen, vor lauter kalziummangel. wir werden steine lutschen gehen und an muscheln knabbern müssen. ja, an muscheln, wegen des kalks, also nicht an muschis.
die milchbauern sind auch unmoralisch und genauso ausschließlich auf ihren vorteil bedacht wie die fetten herren und damen politiker, die heimlich jubelnd die benzinpreise nach oben schießen sehen. geil, die mineralölsteuer.
die milchbauern wollen uns also erpressen. das ist ja terroristenmanier. und hört mir auf mit den armen bauern aus dem mittelalter in ihren zerlumpten kleidern. das stimmt doch alles nicht mehr. heute fährt der bauer seinen mercedes - falls er sich das benzin leisten kann - und geht levis jeans kaufen, wenn er mal in die stadt kommt. und abends sitzt er mit frau und kindern nicht beim karpfen- sondern beim sushi-essen. ist doch wahr.
jedenfalls ist der moderne bauer kapitalist und nun auch noch terrorist. ganze landstriche verkommen zu schurkendörfern. das muss man doch boykottierieren! wer wird denn auf terroristische forderungen eingehen! sollen die doch auf ihrer milch sitzenbleiben, bis ihren kühen die euter platzen!
wäre ich meine mutter, würde ich sagen, ist sowieso egal, ich kaufe lieber jogurth.
ich kaufe dagegen langsam gar nichts mehr. macht wenigstens ne schlanke linie.

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Dienstag, 3. Juni 2008
sich leer schreiben
ja, so fühlt es sich an.
keine geduld.
und schon gar keinen einzigen schweißtropfen mehr, den man noch von sich geben könnte.
das, was man nicht empfindet in worte packen, unempfindlichkeiten überhaupt registrieren, thematisieren. wie schwer es ist, sich durch die eigenen schalen zu kämpfen, ohne sich fremder messer zu bedienen.
das meine finden. mich finden, und merken, da bin ich überall gar nicht, nicht einmal halbherzig. und mit halbem herzen lebt es sich nicht, überlebt man nicht mal.
sermone statt rauschender feten. durch die pflicht zu lust. und wie leicht das alles fällt, von keiner emotion gestreift. nur hin und wieder wird bemerkt, dass das sediment fehlt.
ich bin noch nicht lange hier. ich bin lange noch nicht hier.

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täglich
fast zwei stunden radfahren.
wahnsinn.
rücken macht überhaupt nicht mehr mit.
schlafen ist irgendwie auch nicht.

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Freitag, 30. Mai 2008
leben, ab morgen neu
ich bin dann mal weg. und morgen abend komme ich an. in meinem neuen leben. zu zweit. in einer neuen stadt. in einem neuen job, oder nennen wir´s mal, sowas jobähnliches.
mir ist mulmig. und mir ist wohl. ich bin maßlos müde. keine nacht mehr als vier stunden schlaf. den ganzen tag räumen, schleppen, rennen. adieu sagen. die warmen wellen vieler, vieler umarmungen, die lieben worte all meiner lieben. fühlt sich fast an, als wäre man wer gewesen, überhaupt gewesen. nicht alleine gewesen. ihr werdet mir verdammt fehlen, denke ich mir. aber ich hab keinen platz mehr, weil mein platz jetzt woanders ist. ein platz, auf dem ich bauen will, mit dem kater. und für den ich mir so sehr wünsche, er möge von erdbeben verschont bleiben.

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Mittwoch, 28. Mai 2008
weisheit des tages
menschen, die zuviel arbeiten, haben kein liebesleben.
menschen, die zuviel lieben, sind meist auch arbeitslos.
beide verzweifeln. erstere unmerklich, unbewusst und still. letztere bewusst, dramatisch und laut.

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