Montag, 19. Mai 2008
das bin ich
das bin ich
meine neuen roten schuh
meine dunstabzugshaube
meine heuschnupfenallergie

das bin ich
mein schickes auto
meine eingeritzten arme
mein veganerrisotto zu abend

das bin ich
mein leid (selbstgebastelt)
meine imaginären freunde
meine welt (erlogen)

das bin ich (2.0)

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Sonntag, 18. Mai 2008
fürbitte
lieber wer auch immer du da oben im himmel sitzt und mich dauernd verarschst, sodass mein leben immer stärker einem desaster gleicht, in dem sich ärgernis an ärgernis reiht und reziprok verstärkt!
ich hätte gerne mal 5000 euro. 500 tun es auch fürs erste. und gefickt wird nicht, damit das mal klar ist.
amen.

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Freitag, 16. Mai 2008
smells like unterhosen-sp(i)rit
immer wieder unglaublich finde ich menschen (?), die die straße entlang gehen und sogar bei mittelstarken wind in der luft dieser straße eine derartige stinkelinie ihrer bloßen anwesenheit in form vom unrasiertheit, schweißigkeit, fetthaarigkeit und arschwasser hinterlassen können, dass man die noch zehn minuten später riecht.
haben sie schon einmal ihre nase in einen zwei wochen alten haufen durchgeschwitzter, von menstruationsblut und dem letzten durchfall gezeichneter wäsche gesteckt? genau so ist das.
und dann sehen sie ganz am ende der straße diesen inkarnierten gestank in einen fetten bmw steigen. und sie können nicht entscheiden: hartzIV-ler, der heimlich in einer öffentlichen toilette wohnt? unterhaltsschmarotzer, der seinen expartner per hygieneverweigerung aus der wohnung geekelt hat? glücklicher erbe, der seine familie aus versehen durch eigengeruch vergast hat?

sie werden es nie erfahren. sie wollen es auch gar nicht wissen. ehrlich.

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Mittwoch, 14. Mai 2008
operation hope
mit den ersten sonnenstrahlen steigt der reiter der morgenröte auf seinem weißen pferd über den horizont. mit silberhufen stürmt er die tränenschwere erde, in mähne und schweif weht hoffnung, dass der zauber des lebens eines tages auch diejenigen trifft, die im schlagschatten ihrer eigenen gabe stehen.
gestern abend ging ich in die knie, damit die gnade, die mich streifte, vielleicht doch noch auf mich fällt.


zwei stunden später kommt der rote reiter des tages und setzt das land in flammen. und alles knien hilft nicht angesichts der längst gekannten leeren himmel.

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nix los ohne moz(illa)
ich hab mozilla abgeschossen. ja, ich geb´s zu, ich war bei meinem über-proxy-anonym-surfen-experiment nicht so ganz expertenmäßig am werk. also, um offen zu sein, ein echtes greenhorn, das bin ich. jetzt ist mozilla tot bzw. verlangt benutzernamen/passwort, welches ich gar nicht habe. und der internet explorer macht keinen spaß. alles ist langsam und macht "klack", wenn was poppuppt.
ich glaube, ich schreibe bald wieder ne opera.
oder was meint ihr?

p.s.: das sind die wahren probleme! ja, endlich hab ich auch so eins!

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Sonntag, 11. Mai 2008
frauen und männersport - gedanken zur em 2008
die traditionelle rolle der frau beim fußballgucken entspricht in etwa der des balljungen beim tennis: während der mann so wenigstens an den denkwürdigen spieltagen vorm fernseher im sessel sitzend seine alphatier-rolle ausüben kann, rennt frau von der küche ins wohnzimmer und von dort in den keller und dann wieder zurück, um in der urzeitlichen wurzelsammlerinnen-geste ihrem ruhenden mammutjäger chips und bier zu apportieren. während der balljunge so zu seinem taschengeld kommt, verdient sich frau so ein zustimmendes grunzen oder ein liebevolles "geh aus dem bild, so klein ist dein arsch leider nicht".
da wir aber mittlerweile alice schwarzer, die 68er und eine bundeskanzlerin hinter uns haben, kam es, wie es der lauf der zeit so wollte, zu einer erosion der alten kultur. frau von heute guckt meist genauso gerne fußball wie mann von gestern, wenn auch nicht zwangsweise biergurgelnd und gröhlend, sondern gegebenfalls andächtig dreinschauend und nägel feilend, für die pause die "brigitte" auf dem schoß. aber sie gucken, die frauen, das alleine zählt, und sie gucken vor allem ganz anders als männer.

mein erstens fußballerlebnis, bei dem es so richtig um die wurst ging, war die wm 1990. deutschland siegte nach dem elfmeterschießen gegen die braune-würstchen-esser, und ich, damals neunjährig, saß auf dem boden und hatte flusen im mund vom angespannt-innen-teppich-beißen (später nahm ich dann ein kissen, wegen der hygiene). ich war ein stilles kind und traute mich nicht wie meine mutter auf der couch hüpfen und "lauter, mach doch mal lauter" schreien - als ob die davon noch mehr tore machten! aber ich konnte somit auf eine positive fußball-sozialisation zurückblicken und hatte von jeher ein ungezwungenes verhältnis zu muskulösen männern in kurzen hosen aufgebaut.
einige jahre später bemerkte sogar ich als spätzünderin endlich, dass fußball nicht einfach ein spiel ist. denn nicht mal in einem hollywood-schinken bekommt frau soviel ästhetische erotik und geballte emotion zu sehen. dieses schwitzen unter den fliegenden haaren! diese angespannten gesichter mit dem urzeit-jägerinstinkt in den augen, die so spontan und ungezügelt freude signalisieren konnten! dieses entzückende engagement, das so versöhnlich die übliche lethargie, mit der mann sonst alle viere von sich streckend auf das sofa sinkt, kontrastierte! und gleich zweiundzwanzig mal männeroberkörper in der klassischen dreiecksform, wie sie in meinem biobuch der sechsten klasse aufgemalt war, darunter sehnige, braungebrannte (außer bei den rothaarigen engländern) beine. etwa vierzehnjährig schaute ich erstmals gebannt dem trikottausch am ende des spiels zu und versuchte für mich die frage zu erörtern, die mtv ihrer weiblichen zuschauerschaft zu diesem zeitpunkt gerade stellte: hair or bare? bevorzugen sie die behaarte oder die unbehaarte männerbrust? da ich noch nicht soviel erfahrung mit männern hatte, die meinen kopf auf ihren brustkorb drückten und "leck mir die titten, baby" stöhnten, war dies eher eine theoretische geistesleistung denn eine geschmacksfrage und nur mit viel anschauungsmaterial und fantasie zu bewältigen.
mein absoluter lieblingsspieler wurde francesco totti, weil ich in meiner jugend total auf hellhäutige italiener stand, und weil totti laut fankärtchenauskunft wenigstens 1,80m groß war. ich stritt mich leidenschaftlich mit meiner freundin d., die totti optisch als den "tod von venedig" abstempelte und ihre begeisterung eher auf die dunkle und kurzbeinige variante richtete, wahrscheinlich, weil sie meine vorgängerin und exfreundin meines damaligen freundes war, der lang, blass und dürr und für jede menge schlechter erfahrungen ihrerseits verantwortlich war.
ich hielt totti jedoch nicht ewig die treue, sondern wechselte irgendwann zu bixente lizarazu und ein wenig später zu luis figo über, die für mich den reifen mann verkörperten. während lizarazu leider für meine fantasie etwas zu kleinwüchsig geraten war, näherte sich figo eher meinem idealbild - der erfahrene typ mit dem kräftigen körper und markanten gesichtszügen. es war die zeit, in der ich auch für den u2-sänger bono eine heimliche vorliebe hegte, die aber nur anhielt, solange er sonnenbrillen sowie etwas längeres haar trug und sich auf der bühne NICHT auszog.

die meisten frauen, fand ich heraus, haben so gewisse lieblingsspieler, die sie hin und wieder spontan heiraten oder wenigstens mal für einen abend mit nach hause nehmen würden. wer dabei aber glaubt, die selektion richte sich nach rein optischen kriterien, der irrt sich gewaltig. frauen erkennen durchaus so etwas wie läuferischen eifer, den vorteil einer ausgeprägten wadenmuskulatur und sinn für technische feinheiten. außerdem muss er natürlich ein sieger sein. im gegensatz zum beziehungsleben erwarten frauen im fußball keine rückzieher, trägheiten oder eigentore. je nach intensität der jeweiligen spielerbindung kann frau zwar schon einmal verzeihen, wird sich die fehler aber merken und gegebenfalls einen neuen aus der einundzwanzigköpfigen konkurrenz wählen. die verfügbarkeit des überoptimalen angebots verhindert ängste vor dem verlassen-sein, und notfalls kann sich frau - vor allem, wenn sie auf randgruppen steht - auch noch für den linienrichter entscheiden. linienrichter oder auch schiedsrichter garantieren eine gewisse beständigkeit, weil sie keine roten karten kassieren und auch selten verletzt vom schauplatz getragen werden müssen, jedoch sind sie eher typen für nur ein spiel. ältere frauen schwärmen manchmal auch für den mannschaftstrainer, was aber eine generationenfrage und an selige erinnerungen gekoppelt ist. "achja, damals, der junge beckenbauer!"

lassen wir also die dinge ins rollen kommen. ich jedenfalls sag nur eins: der sommer wird heiß.

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