Donnerstag, 14. Februar 2008
rebellen mit herz
zwischen alten häusern voller graffiti "nazis raus" und "nieder mit dem kapital", an einer wand, die zur "milchbar" gehört - einer ehemaligen eisdiele, deren überreste sich direkt neben dem rochusfriedhof befinden, wo ich nach der beerdigung meines opas einmal vanille und einmal pistazie bekam - findet sich folgende linkskommunistische kunst:


was wäre jeglicher kampf ohne liebe?
was wäre jegliche liebe ohne kampf?

wenn ich mit menschen- und mit engelszungen redete und hätte die liebe nicht, so wäre ich ein tönendes erz oder eine klingende schelle. und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle geheimnisse und alle erkenntnis und hätte allen glauben, sodass ich berge versetzen könnte, und hätte die liebe nicht, so wäre ich nichts. und wenn ich alle meine habe den armen gäbe und ließe meinen leib verbrennen und hätte die liebe nicht, so wäre mir´s nicht nütze. 1. kor 13,1-3

wertschätzen, den oder die man hat. oder mit wachem blick durch die welt gehen und sich finden lassen, immer wieder von neuem. was auch immer, solange das herz dabei ist.
macht´s gut. ich eile nach düsseldorf. dem kater entgegen.

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Mittwoch, 13. Februar 2008
traurig
einfach nur traurig.


(das musste jetzt sein.)

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Dienstag, 12. Februar 2008
und nun: werbung
übermorgen verlasse ich wieder einmal den süden, um im norden das glück, den kater und robert s. zu suchen.
wer am 15.2. auch da sein wird (oder nicht) und uns in irgendeiner weise (tanzend, plaudernd, trinkend) begleiten mag, sollte das bitte dringend tun. denn morgen (also am samstag) könnte man ja bereits tot sein.

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Montag, 11. Februar 2008
oberflächenglück
die späte wintersonne, feierabendsonne, die im vorüberfahren wie ein nervöser falter über die gesichter der passanten flattert, was denen ein blinzeln abringt, welches, wie verkniffen auch immer, kollektiv in schiefes lächeln mündet.

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Sonntag, 10. Februar 2008
wie man sich bettet
"wie kann man nur ein 90 zentimeter breites bett haben?"
"wieso nicht? mir reicht das. und ich bin überzeugte einzelschläferin."
"was machst du denn, wenn du einmal einen übernachtungsgast hast?"
"das kommt drauf an."
"wie jetzt?"
"naja, ich habe dieses bett schon mal geteilt. mit freundinnen zum beipiel. einmal sogar für drei nächte, das war warm und eng, aber es ging."
"mit freundinnen, soso. habt ihr euch dann auch gegenseitig die spalten geleckt und euch eure kleinen mädchenfinger reingesteckt?"
"du wirst es vielleicht nicht glauben, aber nein."
"und männer?"
"die schicke ich nach hause."
"hast du angst vor dicken schwänzen?"
"nee, aber ich habe angst vor dicken schnarchern."
"und was machst du, wenn ein mann explizit die nacht mit dir verbringen will?"
"das heißt ja nicht, dass wir dann nachts schlafen. also schlafen vielleicht schon, aber miteinander, damit folglich eher über- und nicht nebeneinander."
"das funktioniert aber nicht, wenn man eine beziehung hat."
"wer sagt denn, dass ich eine beziehung habe?"
"nicht??"
"ich bin überzeugte einzelgängerin."
"..."
"ja, mein freund, wie man sich bettet, so liebt man."

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leideslied
das große leiden haust in den tausend nichtssagenden leidern. botho strauß, in "paare, passanten"

der strauß macht mich schon wieder wahnsinnig mit seiner selbstverliebten emoscheiße. das erinnert mich so an mich, wie ich bin und wie ich mich mit mir selbst so furchtbar langweile. dieser satz relativiert die passage aber etwas in die richtung, die erträglicher ist, etwas weniger rosamunde pilcher für intellektuelle: das einzige, was wehtut, ist die tatsache, dass sich soviele einbilden, ihre unbedeutenden kleinen drecksgefühle seien irgendwelcher worte wert.

botho strauß sollte man aber dann vielleicht doch lesen. nur um sich so ein wenig vor sich selbst und den handgemachten platitüden zu ekeln.

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