Dienstag, 8. Januar 2008
kino unterwegs
am bahnsteig wartend, die nerven auf die gleise getackert, synapsen erst mit den einfahrenden lichtern gelöst.
in der u-bahn ian curtis getroffen, jung und warm, mit leichter pubertätsakne und jungs-rucksack. ian blickte stur in eine andere welt, die drüben an der vertäfelung zu beginnen schien. nichtssagend irgendwie.
nichts gesagt.
die stunden rieseln dahin und schon steht wieder das leben auf dem spiel. kickt mich. torwärts bitte.

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Montag, 7. Januar 2008
ich mag
die szenen in filmen, in denen einer nachts durch eine unterführung radelt. alle diese szenen haben denselben weichen grasgrünen ton in der beleuchtung.
best ever in "in den tag hinein".

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klar
ich mag es ja, mich zu fetzen, keine frage. leute, die konter geben und mich zur weißglut bringen, bringen mich richtig in schwung, aus isses mit der langweile, debattierfieber eben.
schwieriger wird es, wenn ein thema - an sich neutral - dann kippt (wie eben, weil der ausgangtext nicht richtig gelesen wird). tut mir leid, wenn leser den eindruck kriegen, hier geht es zu wie bei den hottentotten. nee. ich hasse manche meinungen oder einstellungen und bekriege sie erbarmungslos. konsens ist langweilig. es geht aber nicht gegen den menschen, um gottes/menschens willen. der ist mir meistens sogar sympathisch, würde mich sonst ja zu keiner antwort durchringen. ich bin glücklich, wenn jemand seine eigene welt im kopf hat. wenigstens eine. soviele haben nämlich gar keine.

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Sonntag, 6. Januar 2008
dreikönigstreffen der fdp
westerwelle trägt gerade vor, was ihm sein ghostwriter aufgeschrieben hat. zwischen starker polarisation freiheit - sozialismus, die so pathetisch wenig ernst genommen werden kann und nur der parteiprofilierung dient, aber sofort mittelstark abgewandelt in die eingeblendete schlagzeile "deutschand muss einen neuen sozialismus fürchten" mündet, perlen einige gute sätze und ideen hervor. die betonung der freiheit, die betonung der mitte als rückgrat der gesellschaft, das engagement für gerecht entlohnte arbeit und das steuerliche missverhältnis, auch im kontrast zu sozialschmarotzern, die wichtigkeit qualifizierter arbeiter, die sinnlosigkiet von entwicklungshilfegeldern an tigerstaaten, die jetzt die industrienationen verdrängen - all dies spricht eine höchst sympathische sprache. daumen hoch für den, der westerwelles rede verfasst hat, und ein halber daumen auch für westerwelle, der dies immerhin vorliest, der dies hoffentlich wenigstens zu einem teil versteht, was ein kluger kopf da gedacht hat. vage begriffe wie "die mitte" (was ist die mitte? ein auseinander gebrochener teil vergangenheit, der 90% unterschicht und 10% oberschicht nunmehr bildet) und freiheit (verkürzt als reinen kontrast zum sozialismus dagestellt) stören die zusammenhänge, es klaffen lücken im sinngefüge, die zweifel schüren, aber es anders auszudrücken würde die sache nicht wahrer machen.
schön, herr westerwelle. dann wollen wir aber auch mal die hemdsärmel hochkrempeln. lassen sie taten sehen und sie bekommen unsere stimme, zumindest die des cabman und die meine. schaffen sie die steuerungerechtigkeiten ab. bestrafen sie steuerhinterzieher, bestrafen sie die sozialschmarotzer, führen sie die verschwendeten gelder nach deutschland zurück, in die von ihnen so hochgeschätzte mitte. schaffen sie perspektiven für diejenigen, die arbeitswillig sind. sorgen sie für die freiheit, treten sie gegen die willkürliche polizeistaatliche abschaffung des fernmeldegeheimnisses ein, schaffen sie unsinnigkeiten wie das nichtraucherschutzgesetz ab, kümmern sie sich um die realen probleme wie kinderarmut, bildungsprobleme, gerechte entlohnung. action speaks louder than words. take your chance, my friend.

(p.s.: um dem missverständnis entgegenzuwirken, ich sei nun fdp-anhängerin: ich fand die rede gut, nicht die partei samt ihren altlasten.)

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nachtmusik
ich mochte dave gahans soloprojekte nie. bin jetzt überrascht, neu berührt. es gibt sie noch, eine gewisse tiefe, die ich seit "ultra" von depeche mode vermisst habe.

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Freitag, 4. Januar 2008
und dann
... weiß man wieder viel mehr, als man wissen möchte.
über dinge, die einen eigentlich nichts angehen.
vier stunden lang kreiseln um drei namen und die darum verwobene pubertätskacke. vier stunden, in denen man sich bemüht, nicht zu brüllen: "hallo, ich habe auch ein leben, ich habe auch sorgen, ich möchte einfach nur meine ruhe."
seit wochen geht das so, ein circulus vitiosus, aus dem man nicht aussteigen kann, obwohl man überhaupt nicht dran beteiligt ist. eine geschichte, die einem aus den ohren quillt, die eigentlich banal und langweilig ist.
ich hasse fremdprobleme.
verdammt.

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Donnerstag, 3. Januar 2008
biologie
"verwandtschaft ist so etwas wie ein natureignis. man kann ihr nicht entgehen, aber man kann sich vor ihr schützen."

weißnimmerwerdasgesagthat jedenfallsnichtich

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